Rund 200 Menschen demonstrieren auf Fehmarn / Es braucht Umdenken in allen Köpfen

Gemeinsam für den Klimaschutz

„Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, hallte es lautstark durch die Straßen Burgs.
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„Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, hallte es lautstark durch die Straßen Burgs.

Fehmarn –mb– Druck aufbauen und die Politik ordentlich schwitzen lassen. Lösungen müssen her und zwar jetzt. So lässt sich das Interview mit dem Sprecher der „Fridays-For-Future“-Bewegung in Deutschland, Sebastian Grieme, am Freitag im Deutschlandfunk zusammenfassen. Man sei gesprächsbereit, aber: „Klimawandel ist Physik und mit Physik kann man nicht verhandeln“, sagte Grieme trocken. Ergo: „Das 1,5-Grad-Ziel ist nicht verhandelbar.“

Während in Berlin das Klimakabinett um Lösungen rang, gingen in mehr als 600 Städten Deutschlands 1,4 Millionen Menschen allen Alters auf die Straße, um gegen den Klimawandel zu protestieren. Der dritte globale Klimastreik war der bisher größte seiner Art und auch Fehmarn lieferte ab. Rund 200 Demonstranten skandierten zahlreiche Forderungen an die Politik wie: „Kohlekonzerne buddeln in der Ferne. Zerstören unsere Umwelt nur für einen Batzen Geld. Worin wir unsere Zukunft sehen? Erneuerbare Energien!“

Zum Auftakt auf dem Marktplatz ergriff die Grünen-Stadtvertreterin Christiane Stodt-Kirchholtes kurz das Megafon, mahnte Zusammenhalt für die gemeinsame Sache und sprach von einem Tag, der möglichst viele Menschen inspirieren möge, die Bedeutung des Klimaschutzes zu erkennen. Nur Gunnar Mehnert (WUW) war als weiterer Stadtvertreter unter den Protestlern. Zweiter Halt war der Parkplatz Ost: Hier fand das „Die-in“ statt und Antje Dietz vom NABU spielte auf der Trompete „Yesterday“ und das alte italienische Partisanenlied „Bella Ciao“ – umgetextet als „We Need to Wake up“. Beltretterin Malin Binding knüpfte derweil nahtlos bei Stodt-Kirchholtes an. „Bisher haben sich insbesondere junge Menschen eingesetzt. Wir sind aber alle aufgerufen, zusammen für unsere Ziele einzustehen.“ Dafür bräuchte es die Politik, so Bindung, und ein Umdenken in allen Köpfen. Sie ließ ihren Blick durch die Menge schweifen und war sich sicher: „Wir sind motiviert im Glauben, dass wir es schaffen und das Klima retten.“

Auch Burgs Pastorin Susanne Platzhoff war unter den Demonstranten. Die evangelische Kirchengemeinde Burg hatte sich im Vorfeld klar positioniert – ließ fünf vor zwölf zehn Minuten lang die Kirchenglocken läuten. „Es ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit und in der Kirche bereits seit den 1980er-Jahren im Rahmen der Friedensbewegung und der Bewahrung der Schöpfung zentral.“ Für sie könne Klimaschutz gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen.

Was mit einem Mädchen anfing, das vor dem schwedischen Parlament für mehr Klimaschutz protestierte, ist längst eine weltweite Protestbewegung und wohl das wichtigste Thema unserer Zeit. Weltweit waren 5443 Streiks angemeldet. Fehmarn gehörte dazu.

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