Ehepaar aus Lemkenhafen wartet auf Heimreise / Totale Ausgangssperre

Gestrandet in Südafrika

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Gestrandet am anderen Ende der Welt: Meike und Karsten Timm sitzen in Südafrika fest und warten auf ihre organisierte Heimreise.

Knysna – mb – So haben sie sich das nicht vorgestellt. Meike und Karsten Timm aus Lemkenhafen sitzen in Südafrika fest. Das Ehepaar wohnt in einem Ferienhaus an der Küste in Knysna und wartet auf eine Nachricht der Deutschen Botschaft, dass es einen Flug in die Heimat gibt – entweder nach Frankfurt oder München. Die Timms sind nicht alleine mit ihrem Schicksal. Bis zu 9000 Deutsche sitzen in dem Land fest.

Wie überall auf der Welt hat Sars-CoV-2 das Leben lahmgelegt. Das Ehepaar Timm ist vor Ort von einer totalen Ausgangssperre betroffen. Heißt: Haus oder Wohnung dürfen nur für das Nötigste verlassen werden, beispielsweise den Weg zum direkt in der Nähe befindlichen Lebensmittelhändler, Arzt oder zur Apotheke. Dies dürfe aber nur eine Person aus dem Haushalt, schreibt das Ehepaar dem FT. Selbst Joggen und mit dem Hund Gassi gehen seien verboten. Die Regierung hat zudem den gesamten Reise- und Straßenverkehr ausgesetzt, was auch bedeutet, dass kein Flugzeug rein oder raus darf.

Das Auswärtige Amt und die Deutsche Botschaft würden die Rückreisen „professionell und unaufgeregt“ organisieren, so der Eindruck des Ehepaares. „Laut Auskunft der Botschaft kann das aber Wochen dauern“, so Karsten Timm. Wenn es denn dann so weit sein sollte, ist dies für Timms mit einer 500 Kilometer weiten Anreise mit dem Mietwagen nach Kapstadt zum Flughafen verbunden.

Dies wiederum sei nur mit Sondergenehmigung möglich, die noch nicht vorliege, so Meike Timm. „Die Polizei und das Militär kontrollieren die gesamte Strecke akribisch“, weiß das Ehepaar. „Die Lage in Südafrika ist aber zurzeit noch entspannt.“ Das Virus sei noch nicht umfänglich in den Townships angekommen.

Jammern will das Ehepaar aber nicht. Das Warten ist für beide, bei sonnigen Temperaturen und über 24 Grad, im Garten gut zu verkraften. „Die Versorgung ist mehr als gesichert und Toilettenpapier ist hier gar kein Thema“, schreibt Karsten Timm. Dafür bestehe aber ein Alkohol- und Tabak-Verkaufsverbot. Die nichtrauchenden Weinliebhaber konnten sich aber vorher einen kleinen Vorrat anlegen. Lesen – zum Beispiel täglich das FT als E-Paper –, entschleunigen und ein bisschen Homeoffice seien ohne Probleme möglich. „Wir sitzen hier auch auf einer Insel, die abgeschirmt ist. Das ist hier wie Fehmarn. Wir chatten den ganzen Tag mit Freunden, Familie und der Tochter, die in den nächsten Tagen einen Sohn erwartet“, berichtet das Ehepaar. Gerne wären beide dann natürlich wieder zu Hause.

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