Kreis Ostholstein hat Attraktivität gesteigert / Fehmarn kann keine freien Flächen anbieten

Gewerbeflächen heiß begehrt

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WTSH-Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche (v.l.), Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz und EGOH-Geschäftsführer Jens Meyer bei der Präsentation der Ansiedlungsbilanz 2019.

Fehmarn – hö – Im Kreis Ostholstein ist die Nachfrage nach Gewerbeflächen weiterhin groß. Das gilt nicht nur für heimische mittelständische Unternehmen, die sich erweitern oder umsiedeln wollen, selbst von Neuansiedlungen aus anderen Bundesländern hat Ostholstein im vergangenen Jahr profitiert.

Das geht aus der Ansiedlungsbilanz 2019 hervor, die Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz, Dr. Bernd Bösche, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH), sowie Jens Meyer, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH (EGOH), jetzt präsentierten. Letzterer freute sich besonders, dass die Ansiedlung der Baltic Windkraftanlagen Service & Solution in Neustadt mit einer Fläche von 1,6 Hektar die flächenmäßig größte im Kreis Ostholstein seit mehreren Jahren ist. In einer ersten Ausbaustufe sollen rund 60 Arbeitsplätze entstehen.

Das Unternehmen übernimmt vom 24-Stunden-Monitoring über die Wartung und den Großkomponententausch bis hin zur Betriebsführung alle Aufgaben rund um Windkraftanlagen. Darüber hinaus produziert und errichtet Baltic Windkraftanlagen Service & Solutions zukünftig auch komplette Windkraftanlagen bis zur 5-Megawatt-Klasse für das Schwesterunternehmen Förde WindWerke GmbH & Co. KG. Die Kunden befinden sich vor allem im nordwesteuropäischen, skandinavischen und osteuropäischen Raum. „Aus diesem Grund hat sich Ostholstein bei der Wahl des Unternehmensstandortes geradezu angeboten und sich im Wettbewerb mit alternativen Standorten in Mecklenburg-Vorpommern durchgesetzt“, berichtet Jens Meyer.

Ebenfalls im vergangenen Jahr konnte die Neuansiedlung der Rosenrot Naturkosmetik GmbH in Eutin verzeichnet werden. Auf rund 1,2 Hektar Gewerbefläche entsteht dort ein Produktions- und Verwaltungsgebäude mit langfristig 70 Arbeitsplätzen. Das bislang in Heilbronn beheimatete Unternehmen produziert und vertreibt Naturkosmetik in Bioqualität ohne Kunststoffverpackungen.

Eine solche großflächige Gewerbeansiedlung wäre auf Fehmarn zurzeit nicht möglich. Im rund vier Hektar großen Gewerbegebiet Severitenkamp, mit dem die Stadt Fehmarn 2012 an den Start gegangen ist, stehen keine freien Kapazitäten mehr zur Verfügung. Alle Grundstücke sind verkauft, nach Mitteilung von Bauamtsleiter Benjamin May soll in diesem Jahr auf den noch unbebauten Flächen „Bautätigkeit erkennbar“ werden. In den Startblöcken steht laut May auch die Erweiterung des Grenzhandelsmarktes Nielsen westlich der Gertrudenthaler Straße.

Für die Ausweisung weiterer Flächen im geplanten Gewerbegebiet Nordwest bedarf es nach Mitteilung des Fachdienstleisters in den politischen Gremien noch weiterer Beratung hinsichtlich der verkehrlichen Anbindung und Erschließung des Gebietes.

Nichtsdestotrotz stehen im Kreisnorden Gewerbeflächen zur Verfügung. Dirk Bremken von der EGOH nennt das Interkommunale Gewerbegebiet Oldenburg/Gremersdorf auf einer Fläche von 15 Hektar. Noch wartet die EGOH auf den Zuwendungsbescheid, doch Bremken ist zuversichtlich, dass die Umsiedlung der Kammmolche, die auf dem Areal ihren Lebensraum haben, in Kürze abgeschlossen ist und es nach Fördermittelübergabe und der anschließenden europaweiten Ausschreibung noch 2020 die Auftragsvergabe für die Erschließung erteilt werden kann. Man sei bereits mit zahlreichen Unternehmen in Kontakt, die ihr Interesse an einer Ansiedlung im Interkommunalen Gewerbegebiet bekundeten, berichtet Bremken. Der überwiegende Teil, „bis zu 80 Prozent“, seien dabei mittelständische Unternehmen aus der Region.

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