Re­s­tau­ra­ti­ons­ar­beiten in der St.-Nikolai-Kirche noch bis Anfang nächster Woche

Gewölbeschaden wird beseitigt

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Unterm Dach: Restauratorin Anna Klüm arbeitet an den Gewölbemalereien in der St.-Nikolai-Kirche.

Fehmarn –mb– Ende April erfolgten die Reparaturarbeiten infolge eines Sturmschadens vom Anfang des Jahres am Dach der Burger St.-Nikolai-Kirche, nachdem Küster Hans-Jürgen Stoelk und Jörg Josef Wohlmann, Vorsitzender des Bauausschusses der Burger Kirchengemeinde, festgestellt hatten, dass es hereinregnet. Ein Umstand, der auch Folgen für das alte Gemäuer hat. Nun ist ein Gerüst in der südwestlichen Ecke des Kirchenschiffes aufgebaut, um den Schaden im Inneren zu beheben.

Bereits im Sommer war die Geschäftsführerin von „Butt Restaurierungen“, Britta Butt, für einen ersten Eindruck nach Burg gekommen, um den Schaden durch Feuchtigkeitseintrag zunächst vom Boden aus zu begutachten. Dass es erst in dieser Woche losging, begründet Butt folgendermaßen: „Wir mussten erst warten, bis das Gewölbe durchgetrocknet ist. Sonst wäre die Maßnahme nicht nachhaltig.“

Die Kunsthistorikerin ist mit ihrem dreiköpfigen Team in ganz Schleswig-Holstein unterwegs – nicht nur in Kirchen sondern auch in profanen Gebäuden. Zu den Arbeitsschwerpunkten der Lübecker Firma gehören auch Befundermittlungen, Dokumentationen, Konservierung und Restaurierung von gefassten Skulpturen, Gemälden und Wandmalereien. In Burg krempelte die Fachfrau bereits 2007 die Ärmel hoch, als die Gewölbemalereien konserviert und restauriert wurden. „Die ganze Kirche war eingerüstet. Damals waren wir mehrere Monate vor Ort“, erinnert sich Butt.

Dass jetzt die südwest- liche Ecke der Kirche eingerüstet ist, überrascht die Kunsthistorikerin nicht. „Das sind häufig gefährdete Bereiche.“ Anna Klüm, die Restauratorin auf dem Gerüst, erklärt: „Zunächst habe ich die Malschicht in den abblätternden Bereichen gefestigt und in wenigen Bereichen auch den Putz erneuert.“ Negative Überraschungen habe es bisher nicht gegeben, ist Klüm zufrieden und bezeichnet „die Arbeitsschritte als Handwerk“ – die müssten allerdings vor Ort immer wieder individuell abgestimmt werden.

Mittlerweile sei der Schadensprozess gestoppt, ergänzt Butt. Hundertprozentige Sicherheit gebe es dafür natürlich nicht. Vor allem durch das Heizen in der kalten Jahreszeit müssten derart alte Gebäude regelmäßig auf den Prüfstand. Genau das richtige Stichwort: Damit die Spachtel- und Malerarbeiten möglichst langsam trocknen, wird es am Totensonntag in der Kirche ein paar Grad kühler als gewohnt sein. „Heizen wir zu schnell hoch, könnten thermische Schwindrisse entstehen“, erklärt Wohlmann.

Die konservierenden Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. Nun folgen restauratorische Arbeiten wie die optische Aufbereitung der Gewölbemalereien. Anfang nächster Woche sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Rund 10000 Euro nimmt die Kirchengemeinde für die Maßnahme in die Hand. „Damit ist die Liste der Schäden zu 90 Prozent abgearbeitet“, so Wohlmann. Nur zwei Balken im Dachstuhl, an denen sich Schimmel gebildet hatte, müsse man im kommenden Jahr noch austauschen.

Sakristei wieder hübsch gemacht

Gearbeitet wurde zuletzt auch in der Sakristei. Durch das Rußen der Kerzen sei es an der Zeit gewesen, die Decke neu zu streichen, so Wohlmann. Aktiv wurde der Bisdorfer Malerbetrieb von Hauke Scheef. Ganz nebenbei musste dafür der Sonnenstrahlen-Leuchter herabgelassen werden, der nicht nur gereinigt wurde, sondern auch eine neue Verkabelung bekam sowie 16 neue Fassungen für Leuchtmittel, die nun auch dimmbar sind – passend für Veranstaltungen wie beispielsweise die Taizé-Andachten, die immer am ersten und dritten Freitag im Monat um 19 Uhr stattfinden. „Wer mitmachen will – es sind noch Plätze frei“, rührt Küster Stoelk gleich noch ein wenig die Werbetrommel. Nicht zuletzt sei es auch ein Wunsch von Kirchenmusikerin Maren Wassermann gewesen, dem man gerne nachgekommen sei, ergänzte der Vorsitzende des Kirchen-Bauausschusses. Kostenpunkt in der Sakristei: rund 3500 Euro.

Übrigens: Damit das Kerzen-Problem so schnell nicht wieder für dunkle Oberflächen sorgt, gibt es jetzt für den Kerzenständer beinahe rußfreie Kerzen in Teelichtgröße, deren Gefäße übrigens immer wieder neu befüllt werden können.

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