1. Fehmarnsches Tageblatt
  2. Fehmarn

G-7-Gipfel in Weissenhaus: Greenpeace-Protest am Strand

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Lars Braesch

Kommentare

Greenpeace Prostet G-7-Außenministertreffen
Demonstranten von Greenpeace formten am Strand in Wangels am Freitag in lavendelfarbenen Maleranzügen ein großes Peace-Zeichen © Julius Schrank

Greenpeace hat am Rande des G-7-Außenministertreffen in Weissenhaus eine Protestaktion am Strand durchgeführt.

Weissenhaus – Mit einem großen Banner mit der Aufschrift „G7: Exit Fossils, Enter Peace“ hat Greenpeace am Strand in Wangels für eine schnelle Unabhängigkeit der G-7-Staaten von fossilen Energien demonstriert. Die Protestaktion fand in Bezug auf das derzeit stattfindende Außenministertreffen statt. „Die Einnahmen aus Öl, Kohle und Gas finanzieren den Krieg Russlands gegen die Ukraine“, sagte Lisa Göldner, Klimaexpertin der Umweltorganisation, am Freitag. Die Emissionen aus fossiler Energie würden zudem die Klimakrise anheizen und so weitere Krisen und Konflikte befeuern.

Greenpeace Protest G-7-Außenministertreffen
Mit einem Banner forderte Greenpeace den Ausstieg aus den fossilen Energien. © Julius Schrank

Die Aufschrift auf dem ungefähr zwölf mal zwölf Meter großen Banner lautet übersetzt „G7: Raus aus den Fossilen, hin zum Frieden“. 17 Aktivistinnen formierten zudem in lavendelfarbenen Maleranzügen ein Peace-Zeichen im Sand. Die Polizei will 26 Aktivisten gezählt haben. Die Klimakrise multipliziere Risiken wie die zunehmende Knappheit von Wasser und Nahrungsmitteln, sagte Göldner. Das werde die weltweite Sicherheit weiter gefährden. Mit Ausbau der erneuerbaren Energien könne man Krieg und Krisen am besten vorbeugen. „Die Klimakrise spitzt sich immer weiter zu und bedroht zunehmend auch die Sicherheit von Ländern und Regionen. Die Weltwetterorganisation warnt inzwischen davor, dass bereits im Jahr 2026 erstmals die globale Durchschnittstemperatur eines Jahres über 1,5 Grad des vorindustriellen Niveaus liegen könnte. In Folge dessen werden sich Risiken wie zunehmende Knappheit von Wasser und Nahrungsmitteln multiplizieren und damit weltweit die Sicherheit gefährden“, teilte Greenpeace zu der Aktion mit.

Kampf gegen die Klimakrise auf der Tagesordnung

Noch bis heute tagen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und ihre G-7-Amtskollegen an der Ostsee. Der Runde gehören neben der Bundesrepublik die Nato-Staaten USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Italien sowie Japan an. Hauptthema sind die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Auf der Tagesordnung steht auch der Kampf gegen die Klimakrise.

Zum Abschluss des Treffens der G-7-Außenminister unter der Leitung von Annalena Baerbock (Grüne) betont die deutsche Außenministerin die Verantwortung zum Handeln in einer komplexen Krisensituation, zu denen auch die Energieinstabilität zählt. Das Abschlusskommuniqué der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte betont die dringende Verbindung der Außen- und Sicherheitspolitik mit Klima- und Artenschutzpolitik. Die G-7 Außenminister fordern ein “Jahrzehnt der Aktion für eine schnellere Dekarbonisierung der weltweiten Energiesysteme”, mehr Energieeinsparungen und bessere Energieeffizienz.

Die Klimakrise bedroht die internationale Sicherheit

Greenpeace-Klimaexpertin Lisa Göldner

„Die Klimakrise bedroht die internationale Sicherheit. Es ist gut, dass die großen Industrieländer diesen Zusammenhang so klar benennen und mit der Aufforderung verbinden, im kommenden Jahrzehnt deutlich schneller von Öl, Gas und Kohle auf saubere erneuerbare Energien umzusteigen. Daraus leitet sich ein klarer Auftrag für die Regierungen der sieben Staaten ab. Damit das Gipfeltreffen in Elmau zum Erfolg wird, sollten sich die G-7-Staaten dazu verpflichten, bis 2035 ihren Strom komplett aus erneuerbaren Quellen zu beziehen und dieses Ziel mit konkreten Maßnahmen hinterlegen“, kommentierte die Greenpeace-Klimaexpertin Lisa Göldner den Abschluss des Gipfels.

Die Landespolizei zog nach Abschluss des G-7-Außenministertreffens eine positive Bilanz. Die drei Einsatztagen seien friedlich und störungsfrei verlaufen.

Die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt hat ihren Einsatz anlässlich der G-7-Außenministerkonferenz in Weissenhaus heute (14. Mai) um 15 Uhr beendet. Die Bundespolizei sorgte mit verstärkter Präsenz an der Grenze zu Dänemark, auf den Bahnhöfen und an den Gleisanlagen sowie an den Flughäfen in Hamburg und Lübeck für zusätzliche Sicherheit. Drei Einsatzschiffe der Bundespolizei See überwachten durchgehend die Küstengewässer und die Ausschließliche Wirtschaftszone vor der Hohwachter Bucht.

Die Bundespolizei hatte im Einsatz an unterschiedlichen Orten kurzzeitig Kontrollstellen eingerichtet und führte an der deutsch-dänischen Grenze sowie an den Fährhäfen in Kiel, Puttgarden und Lübeck stichprobenartig Kontrollen von Reisenden durch.

Mit verstärkter Streifentätigkeit auf den Bahnhöfen und an den Gleisanlagen in Schleswig-Holstein, gewährleistete die Bundespolizei die Sicherheit aller Bahnreisenden und den Schutz der Bahninfrastruktur.

Während der gesamten Einsatzzeit machte die Bundespolizei keine Feststellungen, die auf eine mögliche Gefährdung oder Störung der G-7-Außenministerkonferenz deuten ließen. Die Zahl der eingesetzten Bundespolizistinnen und -polizisten wurde daraufhin angemessen reduziert.

Die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein zeigten vielerorts Verständnis für die verstärkte Präsenz der Polizei und die stichprobenartigen Kontrollen. Jürgen Kepura, Einsatzleiter der Bundespolizei, ist mit dem Einsatzverlauf sehr zufrieden: „Mit einer starken und smarten Präsenz haben wir unseren Beitrag für die Sicherheit und den Schutz der G-7-Außenministerkonferenz geleistet. Mit einem Großaufgebot von über 3500 Beamten sicherte die Polizei den G-7-Gipfel ab.

Auch interessant

Kommentare