Letzte Ausschreibung, darunter Fehmarn, in den nächsten Wochen / Bau 2021 nicht fertig

Glasfaserausbau hängt durch

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Bis das begehrte Glasfaserkabel auch auf Fehmarn endlich in den Boden verlegt wird, werden noch einige Monate ins Land ziehen.

Fehmarn/Sierksdorf – mb – Ostholsteins kommunaler Glasfaserausbau für rund 15000 Hausanschlüsse in 29 Gemeinden geht weiter voran. Wenngleich die ersten Haushalte bereits Ende 2019 online gingen, wird es insgesamt doch zu Verzögerungen kommen. „Bis Ende 2021 werden wir nicht alles fertig haben“, sagte Torsten Hindenburg, Geschäftsbereichsleiter Breitband beim Zweckverband Ostholstein (ZVO), und geht davon aus, dass letzte Arbeiten Anfang 2022 erfolgen werden.

Im Frühsommer hatte der ZVO seine Ausbaustrategie geändert (wir berichteten): weg von der Kleinteiligkeit hin zu zwei großen Ausschreibungen für die 18 restlichen Gemeinden. Durch gleichzeitig mehrere Ausschreibungen würden die Bieter das Gesamtvolumen der Arbeiten sehen und könnten sich darauf bewerben, erklärt Hindenburg. Das würde auch das Interesse der Unternehmen wecken, die alles können – also Tiefbau und Glasfasermontage.

Mit der ersten sogenannten Schwarmausschreibung machte der ZVO sehr positive Erfahrungen. „Wir hatten viele Bieter und gute Angebote“, berichtet Hindenburg. Am Freitag (heute) werde die endgültige Vergabe erfolgen für elf Gemeinden in dem Dreieck Grube, Grömitz und Harmsdorf. Die zweite europaweite Sam- melausschreibung betrifft Ahrensbök und Ratekau sowie die fünf Nordkreisgemeinden Gremersdorf, Heringsdorf, Neukirchen, Großenbrode und Fehmarn. Eine Ausschreibung erfolgt noch in diesem Jahr, die Vergabe wäre dann im ersten Quartal 2021 und Baustart im zweiten Quartal, dann an möglichst vielen Orten gleichzeitig, hofft Hindenburg.

Was bei der Vergabe am heutigen Freitag gute Chancen auf Realisierung hat und auch bei der kommenden Sammelausschreibung hoffentlich klappen werde, so der Spartenleiter, sei die Vergabe beider Pakete, Tiefbau und Fasermontage/Endgeräte, an einen Anbieter. Dadurch könne man Reibungspunkte zwischen den Gewerken verringern.

Am Dienstag tagte der Breitbandnetzinfrastrukturausschuss (BIA) und befasste sich auch mit dem Kabelpflugverfahren, bei dem auf einer freien Ackerfläche, die nicht durch Fremdleitungen belastet ist, eine Leerrohrtrasse auf 1,20 Meter Tiefe per Pflugschar eingebracht wird. Das Verfahren wurde schon in den ersten neun Gemeinden angewendet und soll verstärkt genutzt werden. „So schaffen wir am Tag durchaus mehrere Kilometer, statt normalerweise ein paar Hundert Meter“, weiß der Breitbandspartenleiter, was zu Zeiteinsparungen führen würde. Der Kreisbauernverband sei von dieser Verfahrensweise prinzipiell nicht abgeneigt, so Hindenburg.

Wichtig sei, dass die Bürgermeister der Gemeinden mit den Grundstücksbesitzern in den Dialog treten, damit die Zustimmung für das Vorgehen möglichst hoch sei, warb Hindenburg. Auch Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD), der am BIA teilnahm, hob auf Nachfrage die Vorteile der ZVO-Strategie hervor. „Wir haben dann nur noch einen Ansprechpartner.“ Was die Kooperationsbereitschaft der Grundstückseigentümer für das Kabelpflugverfahren angehe, sei er guter Dinge. „Das ist ein Solidarprojekt – alle wollen schnelles Internet.“

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