Neuer Wohnraum auch für Lemkenhafen

Gleich zwei Baugebiete für Landkirchen

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Südlich des Sportplatzes (rot) hat der Bau- und Umweltausschuss die Planungen für ein Wohngebiet als Lückenschluss zu Mummendorf beschlossen. 

FEHMARN -hö- Der Wohnungsbau auf Fehmarn könnte in den nächsten Jahren einen wahren Boom erleben, sollten die geplanten Vorhaben realisiert werden. In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses stand jetzt vor allem der Ortsteil Landkirchen im Fokus, denn dort sind gleich zwei Baugebiete geplant mit insgesamt rund 130 Grundstücken. Der Ausschuss fasste für beide Gebiete mehrheitlich den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan.

Das eine Baugebiet soll auf der Fläche südlich des Sportplatzes entstehen und einen Lückenschluss zum Ortsteil Mummendorf bewirken. Das zweite Baugebiet ist am nordöstlichen Ortsrand östlich des Mühlenwegs geplant. Zur Entwicklung des Areals am Südrand Landkirchens gab es größeren Diskussionsbedarf.

„Landkirchen ist prädestiniert dafür, die Wohnbebauung auszuweiten“, machte Marianne Unger (SPD) deutlich, dass die vorhandene Infrastruktur mit Schule, Kinderbetreuungseinrichtungen und Sportgelände gestärkt werde. Allerdings, so Unger, dürfte es durch die spätere Wohnbebauung keine Beeinträchtigung des Sportbetriebs geben. Hinnerk Haltermann (CDU) war kein Freund der ausgewählten Fläche. Dort zu planen, sei „unmöglich“. Er sieht den in Mummendorf ansässigen landwirtschaftlichen Betrieb in seinen Entfaltungsmöglichkeiten zu sehr eingeschränkt. Eine Flächenentwicklung im Süden könne er sich allenfalls als schmalen Schlauch entlang der bestehenden Bebauung vorstellen, ergänzte Haltermann.

Weniger Gegenwind gab es für das zweite Baugebiet, allerdings machte Hinnerk Haltermann deutlich, dass die im Vorentwurf vorgesehene Umgehungsstraße „nicht bezahlbar“ sei. Zwei Baugebiete in Landkirchen gleichzeitig auf den Weg zu bringen, war für Werner Ehlers (CDU) eindeutig zu viel, in der geplanten Größenordnung sieht er keinen Sinn, zumal in Burg in naher Zukunft ebenfalls Baugebietsausweisungen anstehen würden. „Damit würde Landkirchen um rund ein Drittel größer werden“, hielt auch Marco Eberle (Grüne) die für Landkirchen vorgelegte Planung für überdimensioniert. „Dann müssten wir uns auch noch für ein Gewerbegebiet entscheiden“, ergänzte Hans-Peter Thomsen (WUW).

Lars Hviid (FWV) sah die Sache doch etwas gelassener. Er stellte den Wettbewerb zweier konkurrierender Baugebiete in den Vordergrund, sodass annehmbare Grundstückspreise das Resultat sein könnten.

Um auch Wohnraum für Familien mit Kindern vorhalten zu können, wollen beide Vorhabenträger zehn Prozent der Wohnfläche nach den Richtlinien des sozialen Wohnungsbaus zur Verfügung stellen.

Mit knapper Mehrheit segnete der Ausschuss auch die Aufstellung eines B-Plans für den Ortsteil Lemkenhafen ab. Südlich des Mühlenwegs und nördlich der Bootslagerhallen sollen nach Angaben des Planers Andreas Nagel auf einem im Flächennutzungsplan bereits als Wohnbaufläche ausgewiesenen Gebiet elf bis 14 Grundstücke entstehen.

„Es ist eine Abrundung, es passt da hin“, befand Reiner Haselhorst (FWV), Ausschussvorsitzender Andreas Herkommer (SPD) sprach sich dagegen aus, da bereits an anderer Stelle in Burg und Landkirchen genug Wohnraum geschaffen werde.

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