Gemeinhardt: Interne Zerwürfnisse Grund für Weggang

GmbH-Chef packt die Koffer

Fehmarn - GROSSENBRODE · Ohne ihren designierten Geschäftsführer steht bald die Großenbroder Tourismus-GmbH da: Wie Bürgermeister Jens Reise berichtet, hat Jochen Gemeinhardt seine Tätigkeit zum 30. September gekündigt. Als Grund für seinen Weggang nennt Gemeinhardt, der bis dato den Posten des Werkleiters innehat, die fehlende „Basis der Zusammenarbeit“ mit Ex-Bürgermeister Klaus Reise, der seit wenigen Wochen Ausschussvorsitzender des Kurbetriebes ist.

„Ich bedauere die Entscheidung Herrn Gemeinhardts sehr, kann sie aber durchaus nachvollziehen“, kommentiert Jens Reise Gemeinhardts Weggang. Interna wolle er nicht preisgeben, doch die einzelnen Vorfälle zwischen seinem Amtsvorgänger und Gemeinhardt seien „keine positive Werbung“. „Leider ist die Arbeit Gemeinhardts vom ersten Tage durch den ehemaligen Bürgermeister Klaus Reise torpediert worden“, wird FDP-Fraktionssprecher Klaus Jäcker da schon konkreter. Klaus Reise habe „offensichtlich persönliche Animositäten über die Interessen der Gemeinde“ gestellt und sei damit der Alleinverantwortliche für die Kündigung Gemeinhardts. „Das entbehrt jedweder Realität“, verwehrt sich indes Klaus Reise gegen die erhobenen Vorwürfe. Zwar bedauere auch er die Kündigung Gemeinhardts, mit dessen Arbeit sei er jedoch alles andere als zufrieden gewesen, so Reise. Das habe sich zum einen durch fehlende Tätigkeitsberichte und unstimmige Abrechnungen des Werkleiters bemerkbar gemacht, zum anderen jedoch auch durch „derbe Unterstellungen“ gegen seine Person, für die es auch noch ein juristisches Nachspiel geben werde, kündigt Klaus Reise an.

Auch über die Haltung der CDU- und FDP-Fraktionen sei er „sehr verwundert“: Hatte es doch nach der Wahl geheißen, dass man eine bessere Zusammenarbeit pflegen wolle, werde er nun als der Schuldige in dieser Geschichte hingestellt, so Reise. „Das geht weiter wie vorher“, sagt er mit Blick auf die seit Langem verhärteten Fronten in der Großenbroder Gemeindevertretung.

Darüber, wie es mit der GmbH nach der Kündigung des künftigen Geschäftsführers weitergehen soll, herrscht noch keine Klarheit: „In Anbetracht der Lage werden wir uns mit der Situation befassen und die Umsetzung der touristischen Gesellschaft trotz allem unverzüglich vorantreiben“, steckt Jens Reise den groben Kurs ab. In jedem Fall bleibe die Professionalisierung des Fremdenverkehrs, den man mit der Einstellung Gemeinhardts habe verfolgen wollen, weiterhin das wichtigste Ziel – denn dieser sei für die Entwicklung der Gemeinde unverzichtbar, so der Bürgermeister. Daher werde das Thema auch in den nächsten Sitzungen von Gemeindevertretung und Gremien intensiv beraten werden. · wob

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