Rapsanbau droht weiteres schwieriges Jahr / Müller: Auffallend unterschiedlich im Wuchs

Goldgelber Glanz verblasst

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Der Raps entfaltet langsam seine goldgelbe Pracht, wie hier im Inselwesten zwischen Bojendorf und Petersdorf.

Fehmarn –hö– Etwa zwei Wochen früher als im vergangenen Jahr hat auch auf Fehmarn die Rapsblüte eingesetzt. Mit der rund drei- bis vierwöchigen Vollblüte rechnet die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ab kommender Woche. So schön das Gelb für Auge und Seele auch ist, der Raps ist in seiner Bedeutung als Anbaufrucht landesweit nur noch die Nummer drei hinter Weizen und Gerste. Der goldgelbe Glanz verblasst.

  • Raps bleibt auf der Insel Sorgenkind des Ackerbaus
  • Prädikat "Horror-Raps" auf einigen Flächen
  • Importbedarf steie

Auf Fehmarn etwa gleichauf mit Gerste

Auf Fehmarn fällt der Rückgang nach Angaben von Gunnar Müller, Bezirksvorsitzender des Kreisbauernverbandes, nicht ganz so deutlich aus, seiner Einschätzung nach liege die Anbaufläche etwa gleichauf mit der von Gerste. Gleichwohl bleibt für ihn die Ölfrucht aufgrund der in den letzten Jahren erzielten geringen Erträge das Sorgenkind des Ackerbaus.

Aber auch in diesem Jahr geht das Rätseln weiter. „Auffallend ist, dass die Pflanzen sehr unterschiedlich im Wuchs sind.“ Es gebe Flächen, die gut aussehen würden, andere wiederum ganz schlecht. Für Letztere erteilte Müller sogar das Prädikat „Horror-Raps“. Dabei seien die Bedingungen bei der Aussaat sehr gut und auch während der Vegetationszeit gut gewesen, fasst Fehmarns Bauernchef zusammen.

Bezüglich seiner Bedeutung für die Fruchtfolge sei der Raps aber klar die zweitwichtigste Frucht, die angebaut werde. Die Suche nach Alternativen gehe natürlich weiter, doch auch die Ackerbohne habe Schwächen, da „die Vermarktung nicht so super“ sei, meinte Müller.

Nach Mitteilung der Landwirtschaftskammer hat der Rapsanbau bereits vier schwierige Jahre hinter sich, wobei 2019 vielerorts mal wieder recht normal ausgefallen sei. Mit Durchschnittserträgen von 38,0 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha) sei die Zeit der Erträge wie zum Beispiel 2014/15 von mehr als 45 dt/ha aber lange vorbei. In früheren Jahre hätte die Anbaufläche von Winterraps landesweit zwischen 90000 und 100000 Hektar gelegen, aktuell seien es noch 65200 Hektar.

Doch auch EU-weit hat sich die Rapsanbaufläche noch Mitteilung der Landwirtschaftskammer in den vergangenen Jahren reduziert, wodurch der Importbedarf steige. Die Folge sind stärkere Einfuhren aus der Ukraine, Australien und aus Kanada.

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