Offene Ganztagsschule Landkirchen Fehmarn
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Gute Laune in der neuen OGS Landkirchen: Mit den Kindern freuen sich Christine Hormuth (v.l.), Björn Maier, Marianne Unger, Anna Schmidtke und Silke Krause.

Zeit im Container beendet

Größerer Betreuungsbedarf: Offene Ganztagsschule in Landkirchen bezieht neue Räume im Schulgebäude

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
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Nach vier Jahren im Container: Die Offene Ganztagsschule (OGS) an der Grundschule Landkirchen auf Fehmarn hat neue Räumlichkeiten bezogen. Auch in Zukunft wird der Bedarf wohl nicht weniger werden.

  • OGS mit neuen Räumen im Obergeschoss der Schule.
  • Neues Angebot stößt schon fast wieder an die Kapazitätsgrenzen.
  • Im kommenden Jahr wohl 40 Einschulungen in Landkirchen.

Fehmarn – Nur strahlende Gesichter gestern Nachmittag in der Offenen Ganztagsschule (OGS) an der Grundschule Landkirchen. Seit einigen Tagen können endlich die neuen Räume im Obergeschoss des Schulgebäudes genutzt werden. Die OGS-Mitarbeiter freuen sich, Schulleiter Erik Filter ist rundum zufrieden, Schulausschussvorsitzende Marianne Unger lächelt, Björn Maier von der Stadtverwaltung ist nicht minder glücklich, dass die beengten Zeiten in den Containern – gedanklich äußerst kreativ weiße Villa genannt – der Vergangenheit angehören.

Kinder profitieren vom größeren Raumangebot

Und diejenigen, die vom vergrößerten Raumangebot profitieren, die Kinder, denen gefällt‘s. Sie fühlen sich hier pudelwohl. Gestern Nachmittag hieß es im Rahmen der AG-Arbeit „Snack-Bar“, und es wurden fleißig Obstspieße gefertigt.

Neues Mobiliar und neue Fenster

Wo jetzt die Kinder betreut werden können, war vor Kurzem noch eine Baustelle, denn es mussten durch die Stadt Fehmarn neue Fenster eingebaut und neues Mobiliar angeschafft werden. Da in Zeiten der Corona-Pandemie häufig in längeren Zeitabschnitten gedacht werden muss, weil es Lieferengpässe gibt oder auch die Auftragsbücher der Handwerker voll sind, konnte die OGS erst jetzt in das Schulgebäude einziehen und nicht schon zum Schuljahresbeginn. Doch für diejenigen, die schon vier Jahre in Containern untergebracht waren, für die sind drei Monate Zeitverzug nicht viel.

Betreuungsbedarf zugenommen

Die Container stehen zwar weiterhin zur Verfügung, wenn es darum geht, die Hausaufgaben zu erledigen oder gemeinsam Mittag zu essen, doch für die AG-Arbeit sind die neuen Räume im Schulgebäude ein großer Gewinn. Erforderlich waren sie aber auch, weil der Betreuungsbedarf zugenommen hat und 20 Plätze bei Weitem nicht mehr ausreichten. Die Politik gab grünes Licht, hatte zunächst darüber nachgedacht, einen dritten Container anzuschaffen, ehe Schulleiter Erik Filter die perfekte Idee hatte, kaum genutzte Räume im Obergeschoss zur Verfügung zu stellen.

Silke Krause, Bereichsleiterin beim Kreisverband des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB), unter dessen Trägerschaft die OGS geführt wird, sprach von einer „Wahnsinnsbereicherung nach vier Jahren im Container“ und dankte vor allem der Schulleitung für die gute Kooperation, Björn Maier von der Verwaltung für die „gute Begleitung“ des Projekts sowie der Politik für deren Unterstützung.

Filter: Schule lebt nun auch nachmittags

„Die Schule lebt nun auch nachmittags“, freute sich Erik Filter, der die OGS als festen Bestandteil der Schule sieht. Es mache keinen Sinn, eine Trennung zu ziehen, „es sind ja unsere Schüler“. Und auch die Schulsozialarbeit könne die Räume nutzen, so Filter. „Fühlen sich die Kinder wohl, fühlt sich auch das Personal wohl“, ergänzte der Schulleiter.

OGS-Leiterin Anna Schmidtke erinnerte daran, dass die Kinder gerade jetzt, nach der langen Zeit des Lockdowns und dem Wegfall zahlreicher sozialer Kontakte, Aufmerksamkeit und Betreuung bräuchten. Jetzt habe man sogar einen Ruheraum, in den sie sich zurückziehen könnten. Neben der OGS-Leiterin stehen noch Erik Fockel und an zwei Tagen in der Woche Christine Hormuth sowie Pauline Kasten, die an der Grundschule Landkirchen ihren Bundesfreiwilligendienst absolviert, für die Betreuung in der OGS zur Verfügung.

Das Personal wird auch benötigt, denn aktuell werden 32 Kinder betreut, und es gibt zwei weitere Anfragen, sodass die auf 35 Plätze erhöhte Betreuungskapazität fast schon wieder an ihre Grenzen stößt.

2022 werden in Landkirchen voraussichtlich 40 Kinder eingeschult

Indes ließ Erik Filter durchblicken, dass im kommenden Jahr höchstwahrscheinlich rund 40 Erstklässler eingeschult werden. Ebenfalls ein Zuwachs für die kleine Schule, die aktuell 115 Schüler zählt. Das Raumproblem könnte sich in naher Zukunft also erneut stellen. Erst recht in weniger als vier Jahren, denn Björn Maier erinnerte daran, dass alle Grundschüler, die ab dem Schuljahr 2025/26 eingeschult werden, einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erhalten.

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