Die neue Generation: Fehmarn-Mitte präsentiert 25 Anlagen mit jeweils 2,3 Megawatt Leistung

Größter „Repowering-Windpark“

Zurzeit findet auf Fehmarn das große Repowering statt. Insgesamt entstehen 25 neue Anlagen im Windpark Fehmarn-Mitte.

Von Heiko WittFEHMARN • Windenergie-Insel Fehmarn. Zurzeit findet das große Repowering statt. Wenn alle neuen Anlagen stehen, dann erzeugt Fehmarn fast die dreifache Menge des umweltfreundlichen Stroms. Die Räder stoßen an die Höchstgrenze von 100 Metern, dafür soll die Zahl der Mühlen deutlich abnehmen.

Das Repowering (also das Ersetzen alter Windmühlen durch wesentlich leistungsstärkere) in den fünf Windparks der Insel läuft auf vollen Touren. Ende des Monats wird der Windpark Fehmarn-Mitte feierlich eröffnet. Zu Gast wird Wirtschaftsminister Dietrich Austermann sein, der zuvor im Meerwasserwellenbad den Bewilligungsbescheid für das Freizeitbad überreichen wird. Im Frühjahr dürften auch die Windparks Presen und Klingenberg komplett mit den neuen modernen 2,3 MW-Anlagen ausgestattet sein. Für den Bürgerwindpark Westfehmarn soll es noch im Januar die Genehmigung nach dem Bundesimmissionsgesetz geben, berichtet der städtische Bauamtsleiter Burkhard Naß.

Eine Leistung von sage und schreibe 57,5 MW erzeugt allein der Windpark Fehmarn-Mitte mit seinen 25 Anlagen. Sie ersetzen die 27 alten Anlagen. Hier begann Fehmarns Windkraft-Pionier Karl Detlef aus Dänschendorf einmal mit 250-kW-Anlagen. Im Zuge des Repowerings werden sechs Einzelanlagen in Albertsdorf, Blieschendorf und bei Vadersdorf abgebaut. Diese Anlagen dürfen allerdings sechs Jahre lang parallel weiter betrieben werden.

Beim Windpark Fehmarn-Mitte handelt es sich jetzt um den größten repowerten Windpark Deutschlands und um das wohl größte realisierte Investitionsvorhaben Schleswig-Holsteins des vergangenen Jahres. Die Windkraft ist nach wie vor ein äußerst lukratives Geschäft für die Betreiber. Indes freut sich die Stadt Fehmarn über die sprudelnde Gewerbesteuer.

In den Windparks Presen und Klingenberg wird ebenfalls fleißig repowert. Von den ursprünglich 45 Anlagen werden im Frühjahr nur noch 28 stehen, diese werden dann aber alle eine Leistung von 2,3 MW haben. Die Stadtvertretung Fehmarn hat die Höhe der Windkraftanlagen auf 100 Meter begrenzt. Eine Anlage soll rund 1,8 Millionen Euro kosten. Vor Weihnachten gab es Lieferprobleme, doch jetzt werden die weiteren Mühlen aufgestellt. Die alten, so Burkhard Naß, „sind in alle Welt verkauft worden“.

Genehmigung für Bürgerwindpark steht noch aus

Für den Bürgerwindpark Westfehmarn und den Windpark Nordwest laufen die Antragsverfahren. Die Bebauungspläne sind in Kraft. Mit den Bedenken des Wasservogelparadieses Wallnau beschäftigt sich das Staatliche Umweltamt in Kiel. Der Naturschutzbund befürchtete, dass der Korridor für die Wasservögel durch die Windkraftanlagen zu klein werden könnte und drohte der Stadt eine Klage an (wir berichteten). Ein Normenkontrollverfahren hat der Nabu allerdings nicht angestrengt, so das Bauamt.

„Wir gehen davon aus, dass im Herbst dieses Jahres mit dem Aufstellen der neuen Anlagen begonnen werden kann“, sagt Bauamtsleiter Burkhard Naß.

Im Bürgerwindpark Westfehmarn werden künftig 15  Anlagen stehen (jetzt 18). Östlich an diesen Windpark schließt sich der Windpark Nordwest an mit sechs neuen Anlagen. Dafür verschwinden 21 Einzelanlagen im Inselwesten. 15 davon – in Westermarkelsdorf und bei Fastensee – müssen aus Naturschutzgründen sofort abgebaut werden; sechs dürfen zunächst weiter betrieben werden.

Vor dem Repowering gab es auf Fehmarn rund 145 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 60 MW. Nach dem Repowering wird es knapp 100 Anlagen geben mit einer Leistung von 150 bis 200 MW.

Die Investitionen sind gewaltig. Allein für das Kabel, das die Windmüller durch den Fehmarnsund bis nach Göhl legen ließen, entstanden Kosten von rund 15 Millionen Euro. Die Investitionen für die repowerten Anlagen dürften sich auf deutlich über 100 Millionen Euro belaufen.

Land und Bund setzen auf regenerative Energien und werden die Windkraft weiter fördern, um einen möglichst hohen Prozentsatz des Strombedarfs selbst herzustellen.

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