Das Jugendsinfonieorchester aus Skellefteå erobert die Herzen der Konzertbesucher

Große musikalische Bandbreite

+
Musiklehrerin Helena Lundberg dirigiert den von Sonja Åkerström perfekt interpretierten Song „The Greatest Love of all“.

FEHMARN -wa- Am Mittwochabend begrüßte Pastorin Dr. Susanne Platzhoff die Besucher in der Burger St.-Nikolai-Kirche zum Konzert der Jugendsinfoniker Skellefteå. Margarethe Heydebreck vom Kirchengemeinderat überraschte das Orchester mit ihrer Begrüßung in fließendem Schwedisch.

Die 36 jungen Mitglieder des Jugendsinfonieorchesters im Alter von 15 bis 20 Jahren hatten sich 1700 Kilometer weit von ihrem schwedischen Heimatort Skellefteå kurz vor dem Polarkreis auf den Weg nach Hamburg und Schleswig-Holstein gemacht, um die Lübecker, Heiligenhafener und nicht zuletzt die Fehmaraner mit ihrer Musik zu bereichern. Und das ist ihnen sehr gut gelungen.

Der Organisator der Konzertreise, Jan-Olof Bergman, moderierte das Konzert in sehr gutem Deutsch und gab Einblicke in die Hintergründe der einzelnen Stücke.

Den majestätischen Konzertauftakt bildete das Musikstück über die wunderschönen Bellingrath Gardens in Alabama, deren Besuch den US-amerikanischen Komponisten Ralph Ford stark beeindruckt hat. Es folgte ein Intermezzo aus George Bizets „Carmen“. Und dann durfte natürlich auch Bach nicht fehlen. Die jungen Musiker spielten die leichtere Geburtstagskantate, die Johann Sebastian Bach 1722 für den Fürsten Johann August von Anhalt-Zerbst komponiert hatte.

Weiter ging die musikalische Reise mit dem modernen Stück „The Second Storm“ von Robert W. Smith. Zu diesem rasanten Werk inspiriert hatte den aus Florida stammenden Smith der schlimme Hurrikan „Ivan“, der 2004 die Küste seiner Heimat stark verwüstete. So gelang es denn auch den Musikern, den Zuhörern die Dramatik ausdrucksstark zu vermitteln. Da lief sicher so manch einem ein Schauer über den Rücken.

Im Verlauf des einstündigen Konzerts entführten Edvard Griegs „Zug der Zwerge“ in die Welt der nordischen Mythologie und die vom kanadischen Komponisten Howard Shore geschaffene Filmmusik aus „Der Hobbit“ in die Welt der Fantasy.

Den krönenden Abschluss bildete die Ballade des Jazzmusikers George Benson, die jedem durch die Interpretation von Whitney Houston bekannt sein dürfte: „The Greatest Love of All“. Mit sehr viel Gefühl und Ausdruck gesungen von Sonja Åkerström war das Publikum doch sichtlich gerührt und forderte eine Zugabe, die dann auch prompt erfolgte.

Es war ein schönes Konzert mit einer großen Vielfalt an musikalischen Stücken. Gern hätte man weiter zugehört. Aber die jungen Musiker mussten sich noch aufs nächste Konzert in Heiligenhafen vorbereiten.

Jan-Olof Bergman ist ehemaliger Lehrer der kommunalen Kulturschule in Skellefteå. Seit zehn Jahren macht er mit dem Orchester, das von den Musiklehrern Helena Lundberg und Tomas Östlund geleitet wird, jährlich eine einwöchige Konzertreise. Bisherige Ziele waren Tschechien, Finnland, Estland, Dänemark und Deutschland. Man kann nur hoffen, dass Deutschland bald wieder auf der Agenda stehen wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.