Nach sogenannter Klarstellung des Landes dürfen diejenigen, die noch hier sind, doch bleiben

Das große Wirrwarr um Zweitwohnungen

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Viele Zweitwohnungen auf Fehmarn stehen leer, zahlreiche Stellplätze für diese Wohnungen, wie hier am Gebäudekomplex Niendorfer Weg 1, bleiben frei. 

Fehmarn – hö – Die Landesregierung hat es Klarstellung genannt, für viele gleicht die Handhabe in Sachen Zweitwohnungen vielmehr einem endlosen Hin und Her.

Zunächst sollten Zweitwohnungsbesitzer, die ihr Domizil bezogen hatten, bleiben dürfen, dann wurde ihnen per Allgemeinverfügung des Kreises unterbreitet, sie müssten doch die Heimreise antreten, ehe die Landesregierung am Montagabend umschwenkte, sodass Zweitwohnungsbesitzer in ihren Unterkünften bleiben dürfen. Nur Neuanreisen ohne triftigen Grund sollten nicht möglich sein. Und um das richtungslose Geschehen perfekt zu machen, hatte das Verwaltungsgericht Schleswig zuvor im Eilverfahren geurteilt, dass Zweitwohnungsbesitzer abreisen müssten.

Triftige Gründe hat die Landesregierung wie folgt definiert:

* Die Nebenwohnung wird aus zwingenden beruflichen, gesundheitlichen sowie aus ehe-, sorge- und betreuungsrechtlichen Gründen genutzt.

* Verwandte 1. Grades, die Ehegattin, der Ehegatte, die Lebenspartnerin oder der Lebenspartner haben in der Nebenwohnung ihren derzeitigen Aufenthaltsort.

* Eine zwingende Betreuung von betreuungs- oder pflegebedürftigen nahen Familienangehörigen in oder bei der Nebenwohnung soll sichergestellt werden.

* Es ist eine am Hauptwohnsitz nicht zu gewährleistende Trennung von Personen vorzunehmen, die aufgrund behördlicher Anordnung unter häusliche Quarantäne gestellt wurden.

* Es sind zwingende und nicht aufschiebbare Erhaltungs- und Sicherungsmaßnahmen an der Nebenwohnung vorzunehmen. Dies gilt nicht für Renovierungsarbeiten.

Aus Sicht von Bürgermeister Jörg Weber ist das Wirrwarr um die Zweitwohnungen eine höchst missliche Situation für Polizei und Verwaltung. Die Kontrollen, die über das Ordnungsamt durchgeführt werden sollten, sind nun wieder vom Tisch. Eine effektive Überprüfung sei kaum möglich, machte Weber deutlich.

Doch so wirklich ausgestanden ist das Thema für die Stadt Fehmarn mit der erfolgten Klarstellung durch die Landesregierung immer noch nicht, denn die E-Mails gefrusteter Zweitwohnungsbesitzer, die abgereist sind, obwohl sie es nach aktuellem Stand gar nicht gemusst hätten, laufen bei der Stadtverwaltung weiterhin auf.

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