Antrag der Grünen verwässert / Stadtwerke klimaneutral bis spätestens 2030

Am großen Ziel orientieren

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Stromfresser Klärwerk: Ein Großteil ihrer Energie verbrauchen die Stadtwerke in Burgstaaken. Ein Antrag der Grünen, bis spätestens 2025 klimaneutral zu arbeiten, fand keine Mehrheit im Stadtwerke- und Hafenausschuss.

Fehmarn –mb– Bis 2030 will Fehmarn klimaneutral sein. Einen entsprechenden Antrag, der in die gleiche Kerbe schlägt, legten die Grünen zuletzt im Stadtwerke- und Hafenausschuss vor. Ziel: Die Stadtwerke Fehmarn (SWF) sollen sogar bis spätestens 2025 klimaneutral arbeiten. Außerdem soll innerhalb von zwölf Monaten ein Klimakonzept für den Eigenbetrieb erstellt werden. Die Stadtwerke seien ein „hochprofessioneller Dienstleistungsbetrieb“, der einen „ambitionierten Beitrag zur Klimaneutralität“ leisten könne, sagte die Ausschussvorsitzende Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne) bei der Vorstellung des Antrags. Ein hehres Ziel – darin waren sich alle Ausschussmitglieder einig, nur mit den Formulierungen im Antrag konnten sich nicht alle anfreunden, sodass sich eine umfängliche Diskussion Bahn brach.

Für SWF-Chef Sascha Deisinger bezeichnete das Ziel 2025 als sportlich, wenngleich machbar. Dirk Frohberg (FWV) gab zu bedenken, die Belastung für die Stadtwerke nicht noch weiter zu erhöhen. Die SWF sollten dem Ziel 2030 aus freiwilligen Stücken vorauseilen, so Frohberg. Sinngemäß argumentierte auch Raphael Ackermann (CDU). „Wir sollten den Stadtwerken nicht die Pistole auf die Brust setzen.“ Gunnar Mehnert (WUW) orientierte sich ebenfalls lieber am großen Ziel 2030. Hinsichtlich des Klimakonzeptes schlug Hans-Peter Thomsen (WUW) zugleich einen Werksstudenten vor, um die Arbeitsbelastung der SWF zu reduzieren, was der Ausschuss begrüßte, ebenso die Idee von Jörg-Josef Wohlmann, einmal im Jahr einen Fortschrittsbericht im Ausschuss zu präsentieren.

Stodt-Kirchholtes ruderte in der Diskussion zurück: „2027 oder 2028?“ Thomsen: „Dann können wir auch 2030 schreiben.“ Gunnar Gerth-Hansen: „Wir sollten uns an das Jahr 2030 anlehnen.“ Am Ende hieß die Formulierung „so schnell, wie es unter den gegebenen Umständen möglich ist“. Acht stimmten mit Ja, fünf Ausschussmitglieder mit Nein.

30 bis 35 Prozent ihres Energiebedarfs decken die SWF durch die eigene Produktion – trotzdem müsse man bis zu 650000 Kilowattstunden (kW/h) im Jahr dazukaufen, so Deisinger. Mit Abstand größter Energieverbraucher ist natürlich das Klärwerk in Burgstaaken. Dessen Verbrauch ist mit der Erweiterung nicht gerade überraschend gestiegen. Gleichzeitig wurde in letzter Zeit auf LED umgestellt, Pumpen wurden erneuert, deren Ansteuerung nun zielgerichteter sei, und auch eine neue Belüftungstechnik habe man installiert, zählte der Werkleiter am Mittwoch  gegenüber dem FT auf.

Zig kleine Stellschrauben habe man betätigt, um Energie einzusparen – aber irgendwann sei das Potenzial auch erschöpft. „Wir sind innovativ“, aber jetzt müsse man schauen, wie die Produktion erneuerbarer Energien mit der Photovoltaik-Fläche der Stadt und dem Bau einer neuen Windkraftanlage verstärkt werden könne, um in den nächsten Jahren das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen.

Regenrückhaltebecken: Verursacher wohl klar

Was die Verschmutzung des Regenrückhaltebeckens in der Industriestraße anbelangt (wir berichteten), haben die SWF wohl einen Verursacher finden können, so Deisinger gestern. Nachdem der Kreis Ostholstein bei der Handhabung der dauerhaften Verschmutzung mit Schmierstoffen keine weiteren Lösungsvorschläge anbieten konnte, hatten sich die Stadtwerke dazu entschieden, mit dem Entsorgungsfachbetrieb Possehl einen Experten heranzuholen, der gestern mit einem Spezialmittel den Kanal reinigte und die oberflächliche Verschmutzung des Beckens zu Klümpchen band, um diese dann abzusaugen. Die letzten Reste wie im Schilfgürtel werde man mit eigenen Mitteln beseitigen, so Deisinger.

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