Landwirt hatte mehrere Drohanrufe erhalten, dann brannte es auf seinem Hof

Großfeuer in Klausdorf: 90 Schweine verendet

+
Das Großfeuer in Klausdorf.

KLAUSDORF/FEHMARN - Von Heiko Witt - Bei einem Großfeuer in Klausdorf ist in der heutigen Nacht (20. Mai) eine als Schweinestall genutzte Halle komplett abgebrannt. 75 Schweine fielen dem Brand sofort zum Opfer. 15 weitere mussten aufgrund von Verbrennungen getötet werden.

120 Feuerwehrleute kämpften ab 3.25 Uhr, die Alarmierung erfolgte um 3.18 Uhr, gegen das Feuer auf dem Hofgelände des landwirtschaftlichen Betriebes in Klausdorf.  Die Halle (23 x 17 Meter), in der die Zuchtsauen untergebracht waren, brannte schon in voller Ausbreitung. Die Wehren konnten verhindern, dass das Feuer auch auf weitere Gebäude übergriff. Mit der Drehleiter der Burger Wehr wurde auch der südliche Giebel der großen Scheune ständig nass gehalten. Allein in dieser Scheune befinden sich rund 2000 Tiere.

Im Einsatz waren die Wehren aus Bannesdorf, Meeschendorf, Puttgarden, Burg, Landkirchen, Bisdorf-Hinrichsdorf und Vadersdorf-Gammendorf mit einem Dutzend Löschfahrzeugen.

Es wurde in zwei Abschnitten gearbeitet. "Dadurch konnten wir ständig auf neue Lagen reagieren", so Gemeindewehrführer Volker Delfskamp, der offenbar zufrieden mit dem Einsatz war.

Die Brandursache ist zurzeit noch völlig unklar.

Der Feuerwehrmann wirkt geradezu winzig gegen die gewaltigen Flammen. 

Der 37-jährige Landwirt und Eigentümer des Hofes soll seit längerem Drohungen erhalten haben. Zweimal sei erst kürzlich in seinen Schweinestall eingebrochen worden und es seien Schweine aus den Ställen gelassen worden, berichtete er gegenüber Fehmarn 24/Fehmarnsches Tageblatt.

Kurz vor dem Brand habe es einen weiteren Drohanruf gegeben.

Er hatte, so erzählte der Landwirt, Kameras anbringen lassen. Sie seien aber noch nicht richtig justiert gewesen. Möglicherweise gibt es einige Aufnahmen aus der näheren Umgebung.

Weinend und hilflos sah der Besitzer mit einem seiner drei Kinder und seiner Frau zu, wie der Komplex nieder brannte.

In dem Feuer wurden auch zwei Traktoren, ein Düngerstreuer und weitere Maschinen vollständig zerstört. Die Gesamtschadenshöhe ist noch unbekannt. Personen wurden nach bisherigen Erkenntnissen nicht verletzt.

Die Brandstelle wurde beschlagnahmt. Die Ermittlungen hat die Kriminalpolizeiaußenstelle Oldenburg übernommen. Weitere Untersuchungen des Brandortes erfolgen zeitnah mit einem Brandsachverständigen des Landeskriminalamtes. Dass der 37-jährige geschädigte Landwirt vor der Brandentdeckung verdächtige Anrufe erhalten haben soll, ist den zuständigen Ermittlern der örtlichen Kriminalpolizei bekannt. Inwieweit diese Anrufe im Zusammenhang mit dem Feuer stehen, wird geprüft.

Aktuell gehen die polizeilichen Ermittlungen in alle Richtungen. "Brandstiftung kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden", so die Polizeidirektion in Lübeck. Mit weiteren Ermittlungsergebnissen sei frühestens in einer Woche zu rechnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.