Gemeindewehr und Stadt Fehmarn tappen beim Tunnelbrandschutz noch weitgehend im Dunkeln

Gutachten soll Erkenntnisse liefern

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Die Gemeindewehrführung mit Joachim Seyfert (v.l.) und Volker Delfskamp im Gespräch mit Sandra Redmann, Heinz Jürgen Fendt, Beate Raudies und Marianne Unger.

Fehmarn – Von Andreas Höppner. Die Stadt Fehmarn ist für den Brandschutz im deutschen Teil des geplanten Fehmarnbelttunnels zuständig. Das Land Schleswig-Holstein hat mündlich seine Zusage gegeben, die hierfür benötigte hauptamtliche Feuerwehr finanzieren zu wollen. Das ist aber auch alles, was feststeht. Immer wieder gestellte Fragen zur Personalstärke, zur Ausrüstung oder zum Standort warten noch auf eine Beantwortung.

Doch die Zeit drängt, denn schon mit Beginn der Bauphase – möglicherweise schon in zwei Jahren, vielleicht aber auch erst später – wird die Verantwortlichkeit auf die Stadt Fehmarn übertragen. Darauf verwies der stellvertretende Gemeindewehrführer Heino Lafrenz im Rahmen eines Infogesprächs, das die Gemeindewehrführung, SPD-Fraktionschef Heinz Jürgen Fendt und SPD-Ortsvereinsvorsitzende Marianne Unger mit den SPD-Landtagsabgeordneten Sandra Redmann und Beate Raudies, feuerwehrpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, im Verwaltungsgebäude der Stadt Fehmarn führten. Rein formal wird diese Wehr laut Lafrenz eine Freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlicher Wachabteilung sein. Die Gesamtverantwortung liegt dann in den Händen eines ehrenamtlichen Gemeindewehrführers. Da mussten die Landtagsabgeordneten doch ein wenig stutzen, dass ein Ehrenamtlicher eine hauptamtliche Abteilung führen soll.

Rund 40 hauptamtliche Kräfte erforderlich

Gemeindewehrführer Volker Delfskamp berichtete davon, dass derzeit ein auf dem Feuerwehrbedarfsplan basierendes Anschlussgutachten erstellt werde, um herauszufinden, in welcher Größenordnung Personal und Material für die hauptamtliche Feuerwehr vorgehalten werden muss, um den Brandschutz zu gewährleisten. Mit Ergebnissen wird im Sommer gerechnet. Heino Lafrenz schätzt, dass rund 40 Hauptamtliche benötigt werden, um täglich rund um die Uhr einsatzbereit zu sein.

Beate Raudies machte deutlich, dass sie sich von der Landesregierung konkretere Aussagen wünscht zur „praktischen Umsetzung“ des gegebenen Versprechens, für die Finanzierung der hauptamtlichen Feuerwehr bereitzustehen.

Heino Lafrenz erinnerte daran, dass Verhandlungen mit dem Land bereits seit 2009 geführt würden. Denn von Anfang an sei klar gewesen, „dass wir das mit unseren Mitteln nicht leisten können. Und das hat nichts mit nicht wollen zu tun“.

Während die Gemeindewehrführung und die Stadt Fehmarn hoffen, nach Abschluss des Gutachtens unverzüglich den Dialog mit dem Land weiterführen zu können, um dann auch zu einer vertraglich fixierten Lösung zu kommen, versicherten die SPD-Abgeordneten, in der parlamentarischen Diskussion am Ball bleiben und auch kleine Anfragen stellen zu wollen.

„Planerisch stehen wir noch ganz am Anfang“, machte Heino Lafrenz deutlich, dass die Zeit knapp bemessen ist.

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