Rund 40 Arbeitgeber stellen sich bei Jobbörse der Inselschule vor / Intensiver Austausch mit den Schülern

Gute Chancen für Schulabgänger

+
Stephan Siegfriedt ließ die Jugendlichen wissen, welche Berufsausbildungen beim Landesküstenschutz möglich sind und füllte geduldig die Laufzettel der Schüler aus.

FEHMARN -wa- Am Dienstagvormittag war in der Burger Großsporthalle ganz schön was los. Eine Vielzahl an Betrieben aus allen möglichen Geschäftsfeldern sowie Landespolizei, Bundeswehr, Landesküstenschutz, Landwirtschaftskammer und auch Stadtverwaltungen waren der Einladung der Inselschule gefolgt und präsentierten sich und die Ausbildungsmöglichkeiten, die sie den Schulabgängern anbieten können. Die Stimmung war sehr gut sowohl bei den Arbeitgebern als auch bei den Schülern, die sich zum Teil sehr intensiv mit den Repräsentanten austauschten.

So erklärte Stephan Siegfriedt vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) den interessierten Schülern sehr ausführlich, was man dort alles machen kann: „Wir brauchen natürlich nicht nur Wasserbauer, sondern auch Mechaniker und Metallbauer für die Instandhaltung der Land- und Baumaschinen, die wir für den Küstenschutz nutzen.“ Seit 2014 gibt es beim LKN eine Ausbildungsoffensive, die noch bis 2020, eventuell sogar noch länger, läuft.

„Wir bilden jetzt gezielt nach Bedarf aus, denn in den nächsten fünf Jahren geht ein nicht geringer Teil unserer Mitarbeiter in den Ruhestand“, erklärte Siegfriedt. Als er fortfuhr und auf einer Schleswig-Holstein-Karte die Bereiche zeigte, die dauerhaft überflutet wären, wenn es keine Deiche gäbe, bekamen die Schüler große Augen. Generell sei der LKN gut aufgestellt. „Auf sechs Stellen gibt es 28 Bewerbungen“, ließ Siegfriedt wissen. Aber es gäbe leider auch diverse Stellen, die aktuell nicht besetzt werden könnten, da sich darauf niemand beworben hätte, wie im Fall der Hallig Hooge. Und auch auf Sylt sei die Lage nicht so gut, weil die Wohnsituation schwierig sei und sich die jungen Leute dort zudem eher im Dienstleistungssektor tummelten.

Zu den weiteren Arbeitgebern, die aus der näheren Umgebung kamen, gehörten auch die Stadtverwaltung Eutin, die zusätzlich zur Vollzeit-Ausbildung auch eine Teilzeit-Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und darüber hinaus ein duales Studium anbietet, und der Zweckverband Ostholstein (ZVO) mit Ausbildungen im kaufmännischen und gewerblichen Bereich. „Nach der qualitativ hochwertigen Ausbildung übernehmen wir unsere ehemaligen Auszubildenden für ein Jahr. Wenn sie danach bleiben wollen – und das wollen die meisten – dann können wir diesen Wunsch meist auch erfüllen“, erläuterte die Ausbildungsbeauftragte Ann-Catrin Harder. Auch die Aufstiegschancen und die Personalentwicklung beim Zweckverband seien gut. Da sprach sie aus Erfahrung, denn auch sie kam als Auszubildende zur ZVO.

Positives Feedback sowohl was die Jobbörse als auch die generelle Ausbildungssituation betrifft gab es auch bei Anette Ustrup Svendsen und Bernd Friedrichs von der Reederei Scandlines. „Wir haben keine Probleme, Auszubildende zu finden,“ sind beide erfreut. Das Arbeitsklima sei gut, alles sehr familiär, ebenso die Übernahmechancen. So sei es kein Wunder, dass 90 Prozent der Auszubildenden Scandlines treu blieben. Und auch die Saisonkräfte, die im Sommer dazukämen, seien zum großen Teil „Wiederholungstäter“.

Große Bandbreite an Ausbildungsmöglichkeiten

Die Vielzahl der Ausbildungen, die auf Fehmarn selbst angeboten werden, ist auch nicht zu verachten. Neben den hiesigen Handwerkern vom Zimmerer über den Metallbauer und Maler bis zum Klempner und Friseur waren auch die Stadt Fehmarn und der Tourismus-Service vor Ort sowie die VR Bank, Edeka und der Camping- und Ferienpark Wulfener Hals, der pro Lehrjahr drei kaufmännische Lehrlinge einstellt.

Die Stadtverwaltung Eutin fährt eine groß angelegte Marketingkampagne, um ihre Ausbildungsplätze zu besetzen.

Damit die Schüler nicht nur schauen und zuhören konnten, hatten sich einige Handwerksbetriebe etwas Besonderes ausgedacht. So konnten die Schüler zum Beispiel beim Metallbauer Grebien selbst Hand anlegen und aus einem Stück Regenrinne ein Gefäß fertigen. „Das schenke ich meiner Mutter als Blumenkasten“, freute sich eine Schülerin.

Auch einige Gastronomiebetriebe waren vor Ort. So erzählte Hans-Peter Wolf von der „Burg-Klause“, dass er immer wieder gern auf die Jobbörse komme. Schließlich habe er darüber schon so einige Auszubildende rekrutiert.

Dazu gehörten auch die ihn begleitenden jungen Damen Lea und Sissy. „Sissy hat die Ausbildung schon abgeschlossen und betreut jetzt die Rezeption des Hotels“, berichtete er stolz. Die Ausbildungsberufe im Gastgewerbe seien sehr vielfältig und böten gute Arbeitschancen weltweit. Der eine oder andere sei nach der Ausbildung bei Familie Wolf in die Welt gegangen und nach ein paar Jahren auch gern wieder zurückgekommen.

Glücklicherweise hätten sich die Zeiten geändert, sodass auch die Mitarbeiter im Gastgewerbe heute eine Fünftagewoche und flexible Arbeitszeiten haben. Derzeit könnte er noch drei Azubis zusätzlich gebrauchen.

So geht es auch Inken Bekker von der IFA. Auch dort konnten noch nicht alle Stellen besetzt werden. Die IFA-Personalsachbearbeiterin erklärte, dass nicht unbedingt die Schulnoten bei der Auswahl der Bewerber im Vordergrund stünden: „Wir schauen uns die jungen Leute genau an und sehen ja, mit wie viel Herzblut sie bei der Sache sind. Und wenn sich jemand wirklich gut thematisch auf das Gespräch mit uns vorbereitet hat und sein Interesse groß genug ist, dann ist das ausschlaggebend.“ Wer also aktuell noch eine Stelle als Auszubildender im Gastgewerbe hier auf Fehmarn sucht, der kann sich gern an Inken Bekker unter 04371 892307 oder an Hans-Peter Wolf unter 04371 50020 wenden.

Die Chancen für die jetzigen und kommenden Schulabgänger stehen also gut. Es gibt vielfältige Lehrberufe und ausreichend Lehrstellen – der Fachkräftemangel macht sich zum Teil schon bei den Azubistellen bemerkbar.

Sehr erfreut über die großen Zuspruch vonseiten der Betriebe zeigte sich Boyke Stien. Seit sieben Jahren als Lehrer an der Inselschule tätig, hat er in diesem Jahr zum ersten Mal die seit 2010 alle zwei Jahre stattfindende Jobbörse organisiert. Die Idee der Jobbörse ist aus dem Zusammenschluss der verschiedenen Schulformen in der Inselschule entstanden. „Die Jobbörse ist für die Schüler sehr wichtig, um sich ein Bild von den Möglichkeiten, die ihnen offenstehen, zu machen. Und die Betriebe erreichen hier kompakt alle Schüler ab der achten Klasse bis zur Oberstufe, die sich für eine Ausbildung interessieren.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.