Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg gegründet / Silke Krause übernimmt fachliche Leitung für Ostholstein

Ein guter Tag für den Kinderschutz

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Das Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg ist gegründet. Die Freude darüber steht allen ins Gesicht geschrieben (v.l.n.r.): Landräte Jan Peter Schröder und Reinhard Sager, Irene Johns, Martin Liegmann, Lars Petersen (DKSB Segeberg gGmbH), Susanne Günther (DKSB-Landesverband), Arthur Kröhnert, Dr. Silke Duda, Silke Krause und Silke Ohrtmann

BAD SEGEBERG/FEHMARN -hö- Im Gemeindehaus an der Marienkirche in Bad Segeberg strahlten sie am Montag regelrecht um die Wette: Vertreter aus dem Sozialministerium, der Landkreise Ostholstein und Segeberg sowie des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB). Anlass war die feierliche Eröffnung des Kinderschutz-Zentrums Ostholstein-Segeberg – ein Meilenstein für die Stärkung des Kinderschutzes im ländlichen Raum.

Es ist nach der Gründung der Kinderschutz-Zentren in Kiel (1989), Lübeck (1990) und Westküste/Heide (1998) die vierte Einrichtung ihrer Art landesweit. Träger sind gleichberechtigt der DKSB-Kreisverband Ostholstein in Kooperation mit dem Ortsverband Heiligenhafen sowie die DKSB Segeberg gGmbH und der DKSB-Landesverband Schleswig-Holstein.

„Es freut mich sehr, dass ein vierjähriger Planungs- und Entwicklungsprozess heute abgeschlossen wird“, sagte Arthur Kröhnert, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren. Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt davon, dass sich das „innovative und zukunftsorientierte Arbeitskonzept des Kinderschutz-Zentrums Ostholstein-Segeberg zu einer Modelleinrichtung entwickeln und weit über die Region hinaus für den Kinderschutz von Bedeutung sein wird“.

Liegmann: Die Vollendung unseres Netzwerks

„Es gab immer Punkte, wo es nicht weiterging“, ließ Martin Liegmann, Geschäftsführer des DKSB-Kreisverbandes Ostholstein, durchblicken, dass der Weg bis zum ges-trigen Tag ein nicht immer einfacher war. Doch Beharrlichkeit im Interesse des Kinderschutzes habe sich ausgezahlt. „Dieser Baustein fehlte noch, es ist die Vollendung unseres Netzwerks“, strahlte Liegmann. „Für den ländlichen Raum schaffen wir den Lückenschluss“, freute sich dementsprechend auch Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU), der wie sein Segeberger Amtskollege Jan Peter Schröder (parteilos) sicher ist, dass es mithilfe des Kinderschutz-Zentrums möglich wird, den Kinderschutz fachlich noch qualifizierter aufzustellen und damit eine wichtige Versorgungslücke zu schließen. „Die Stärke einer Gesellschaft zeigt sich daran, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht“, machte Schröder deutlich, dass Kinder und Jugendliche einer besonderen Obacht bedürften.

DKSB-Landesvorsitzende Irene Johns, sieht in der Eröffnung des vierten Kinderschutz-Zentrums nicht nur die Vorteile für die Bevölkerung in den zwei Landkreisen, sondern auch „eine weitere Stärkung für das Land insgesamt“. Sie machte zudem deutlich, dass diese Zentren weitaus mehr seien als reine Beratungsstellen. Es gehe darum, „frühzeitig die Problemlagen von Kindern zu erkennen“ und je nach Bedarf „neue Angebote zu entwickeln“.

Eine durchaus große Herausforderung für Silke Krause, die die Fachleitung für Ostholstein übernommen hat, sowie Silke Ohrtmann, die diesen Part für den Kreis Segeberg ausübt. Beide – Krause und Ohrtmann – wissen aus eigener Erfahrung, was es für Familien bedeutet, den teilweise durch Einschränkungen gekennzeichneten Alltag auf dem Land zu meistern. Silke Krause lebt in Westermarkelsdorf, Silke Ohrtmann im 200-Seelen-Dorf Damsdorf umweit des Stocksees.

Wohnortnahe Hilfe an zwölf Standorten

Mit dem Kinderschutz-Zentrum als Facheinrichtung kann bei Gewalt gegen Kinder an zwölf Standorten wohnortnah Hilfe, Beratung, Diagnostik und Therapie für Kinder und Jugendliche, Eltern sowie Beratung für Fachleute in Kitas und Schulen angeboten werden, heißt es vonseiten des DKSB. In Ostholstein sind es die Standorte Burg, Heiligenhafen, Oldenburg, Neustadt, Malente und Bad Schwartau, im Kreis Segeberg Bad Bramstedt, Bad Segeberg, Bornhöved, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen und Trappenkamp.

Die Landesregierung hatte mit Dr. Silke Duda aus dem Sozialministerium die Leiterin des Landesjugendamtes nach Bad Segeberg entsandt. Der ursprünglich angekündigte Minister Dr. Heiner Garg (FDP) war in Berlin eingebunden bei den Jamaika-Sondierungsgesprächen. Dr. Silke Duda zeigte sich wie ihre Vorredner überzeugt, dass der Kinderschutz im ländlichen Raum mit der Gründung des vierten Kinderschutz-Zentrums im Land eine wesentliche Stärkung erfahren wird. Der Kinderschutz werde „Wind unter die Flügel“ bekommen.

Bei aller berechtigter Freude über die Gründung des Kinderschutz-Zentrums Ostholstein-Segeberg richtete Martin Liegmann an die Politik aber auch die Botschaft, sich jetzt nicht zurückzulehnen. So müssten die Offenen Ganztagsschulen – ohne die Integrative Hortarbeit zu schwächen – weiter gestärkt und auch die Kita-Finanzierung weiter überarbeitet werden.

Am Montag überwog bei allen Beteiligten aber die Freude, das vierte Kinderschutz-Zentrum im Land aus der Taufe gehoben zu haben. „Es ist ein besonders schöner und bedeutsamer Tag für den Kinderschutz in Schleswig-Holstein“, befand Irene Johns abschließend.

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