Abstimmung im Stadtwerke- und Hafenausschuss
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Sieben Jastimmen für den Antrag von Kai Schumacher, dass der Stadtwerke- und Hafenausschuss darüber entscheidet, wer in Burgstaaken einen Stand aufbauen darf.

Ausschuss will künftig über die Standvergabe entscheiden

Hafen Burgstaaken: Fünf Stände sorgen für Unmut

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
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Der Stadtwerke- und Hafenausschuss der Stadt Fehmarn will künftig entscheiden, wer seine Stände auf der Sondernutzungsfläche im Hafen Burgstaaken aufstellen darf.

  • Verwaltung wollte an der Regelung von 2021 festhalten.
  • Gewerbetreibende in Burgstaaken fühlen sich übergangen.
  • Entsprechende Workshops im Frühjahr.

Fehmarn – An der Sondernutzungsfläche am Hafen Burgstaaken scheiden sich weiterhin die Geister. Konkret geht es um fünf Stände, die verschiedene Betreiber dort von Frühjahr bis Herbst erstmalig in diesem Jahr aufstellen durften. Die Genehmigung erteilte die Stadtverwaltung. Nun will jedoch der Stadtwerke- und Hafenausschuss entscheiden, wer dort 2022 seinen Stand aufstellen darf.

Die Stadtverwaltung hatte in der Sitzung des Fachausschusses den Vorschlag eingebracht, auch für das kommende Jahr an der Regelung von 2021 festzuhalten, da die jetzigen Standbetreiber bereits für 2022 angefragt hätten. Dagegen regte sich im Ausschuss jedoch Widerstand, vor allem aus dem Umfeld der Gewerbetreibenden in Burgstaaken. Diese hatten schon vor einem halben Jahr deutlich Kritik am Vorgehen der Stadtverwaltung geübt und sich übergangen gefühlt. 

Jeder Stand bremst uns.

Jan Inkens (CDU), Vorsitzender des Gewerbevereins Burgstaaken

Einer der Wortführer im Ausschuss war Jan Inkens (CDU), Vorsitzender des Gewerbevereins Burgstaaken. Er monierte, dass der Bereich eigentlich „als Veranstaltungsfläche gedacht ist“, zumal ein Hafenfest laut Tourismusdirektor Oliver Behncke „oldschool“ und auch nicht mehr gewollt sei. „Jeder Stand bremst uns“, die Gewerbetreibenden in Burgstaaken zahlten ganzjährig Steuern und einige müssten ganzjährig ihr Geld verdienen, ergänzte er. „Wir haben dafür gesorgt, dass die Menschen da hinkommen.“ Burgstaaken würde nicht durch die Stände belebt, legte Inkens nach. 

In Verlängerung zum Obststand wurden in der Saison fünf weitere Stände aufgebaut.

Marianne Unger (SPD) konnte die Aufregung nicht so ganz verstehen. Sie sieht in den Ständen ein zusätzliches Angebot, das nicht in Konkurrenz steht zu dem der in Burgstaaken ansässigen Gewerbebetriebe. Es würde vielmehr auch zu einer Entzerrung beitragen. Wer Hunger habe, müsste dann nicht so oft in der Schlange stehen, so Unger.

9189 Euro Standgebühren

Linda Lafrenz, zuständige Sachbearbeiterin in der Verwaltung, hatte zuvor erläutert, dass ein Stand Süßwaren und Crèpes anbietet, ein weiterer Burger und Pommes, ein anderer Fischbrötchen. Dann gebe es noch einen Verkaufsstand für die Speedboottouren sowie ein Kinderkarussell. Durch die Aufstellung der fünf Stände seien 9189 Euro an Gebühren eingenommen worden, die dazu dienten, den defizitären Hafen zu entlasten.

Für Jürgen Kölln (CDU) ein viel zu geringer Betrag. Aus einer Sicht müsste das Drei- bis Vierfache erlöst werden. Lafrenz entgegnete, dass sich die Gebühren nach der aktuellen Sondernutzungssatzung bemessen würden, sollte mehr erlöst werden, müsste die Satzung erst geändert werden.

Ein weiteres Argument der Stadtverwaltung, 2022 noch einmal so zu verfahren wie in diesem Jahr, ist die bevorstehende Umstrukturierung des Hafenbereichs. So ist die Förderzusage für das große Hafeninfrastrukturprojekt, das die Zukunft des Erlebnishafens Burgstaaken nachhaltig sichern soll, eingegangen. Für das 2,5 Millionen Euro schwere Projekt konnten immerhin 1,85 Millionen Euro Förderung eingeworben werden. Erste Bauarbeiten könnten bereits ab dem dritten beziehungsweise vierten Quartal 2022 starten, so Lafrenz. Gefördert mit 30000 Euro wird ferner die Erstellung eines Gesamtkonzepts für den Hafen Burgstaaken. Das solle unter Einbindung der lokalen Akteure geschehen, so Lafrenz, die im Frühjahr entsprechende Workshops anbieten möchte.

Befangenheit kein Thema

Doch für die Mehrheit des Ausschusses zog dieses Argument nicht. So brachte Kai Schumacher (F³) den Antrag ein, dass der Ausschuss sämtliche Anträge auf Standaufstellung, die bei der Stadt eingehen, sichtet und danach die Entscheidung trifft, wer den Zuschlag erhält. Und der Ausschuss votierte mit den Stimmen von CDU (3), FWV (2), F³ (1) und FDP-WUW (1) für den Antrag. SPD (3) und Ausschussvorsitzende Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne) stimmten dagegen. Letztere hatte eingangs der Diskussion dezent das Thema Befangenheit angesprochen. Pilar Schwenn (FWV), Café-Inhaberin in Burgstaaken, sprang darauf an, fühlte sich aber ebenso wenig befangen wie der Vorsitzende des Gewerbevereins Burgstaaken, Jan Inkens. Für Stodt-Kirchholtes, die an die „Eigenverantwortlichkeit“ der einzelnen Ausschussmitglieder appelliert hatte, war das Thema damit erledigt.

Wann der Ausschuss seine Entscheidung fällt, steht noch nicht fest. Die nächste reguläre Sitzung findet erst im März statt. Da die Standbetreiber sicherlich eine frühere Entscheidung benötigen, unterbreitete Fachbereichsleiter Benjamin May den Vorschlag einer interfraktionellen Absprache. Das widerspreche aber dem Beschluss des Ausschusses, monierte Stodt-Kirchholtes, die bei Bedarf jedoch eine Sondersitzung einberufen würde.

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