Frachter im Hafen Burgstaaken auf Fehmarn
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Der in Kalmar beheimatete Frachter „Sofia“ gehört zu den größten Frachtschiffen, die den Kommunalhafen Burgstaaken aktuell anlaufen können.

Eindeutiges Votum im Ausschuss

Damit es Förderung gibt: Hafen Burgstaaken soll auf fünf Meter ausgebaggert werden

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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Der Fachausschuss auf Fehmarn hat sich mehrheitlich dazu entschieden, den Hafen Burgstaaken auf fünf Meter auszubaggern. Zu rechnen ist mit einer 75-prozentigen Förderung für die Maßnahme.

  • Stadtwerke- und Hafenausschuss Fehmarn sieht in einer tieferen Ausbaggerung mehr Vorteile.
  • Mit fünf Metern ist Fehmarn perspektivisch für die nächsten zehn Jahre gut aufgestellt.
  • Schiffe bis zu 3000 Tonnen und bis zu 115 Meter Länge können dann im Hafen Burgstaaken drehen.

Fehmarn – Ziel der Stadt Fehmarn war es, die Fahrrinne zum Kommunalhafen Burgstaaken in diesem Jahr auf eine Tiefe von 4,50 Metern auszubaggern, damit Frachtschiffe auch beladen wieder sicher in den Hafen ein- und auslaufen können. 295000 Euro wurden hierfür in den Haushalt eingestellt. Der Stadtwerke- und Hafenausschuss entschied sich nun jedoch dafür, die Fahrrinne auf fünf Meter zu vertiefen und sieht darin mehrere Vorteile.

4,50 m ist Unterhaltung, fünf Meter hingegen eine investive Maßnahme, die förderfähig ist

Eine nicht unwesentliche Rolle spielt der finanzielle Aspekt. So berichtete die in der Stadtverwaltung für Hafenangelegenheiten zuständige Linda Lafrenz, dass aus dem Ministerium eine Förderabsage eingegangen sei, da Baggerungen, die der Unterhaltung der Infrastruktur dienten, nicht förderfähig seien. Eine Ausbaggerung auf fünf Meter sei hingegen eine investive Maßnahme und förderfähig, berichtete Lafrenz. Hier könnte mit einer Förderquote von 75 Prozent gerechnet werden.

Tiefere Ausbaggerung erlaubt das Anlaufen größerer Schiffe

Benjamin May, Fachbereichsleiter Bauen und Häfen, verwies diesbezüglich darauf, dass eine Investition aus haushaltstechnischer Sicht über Abschreibungen wirksam werde, eine Unterhaltungsmaßnahme hingegen unmittelbar und einmalig wirke. Linda Lafrenz erinnerte daran, dass auch andere Häfen in der Region dabei seien, tiefer auszubaggern, um größeren Schiffen Platz zu bieten. 

Wir wollen doch Schüttgutmassen von der Straße aufs Schiff bekommen.

Gunnar Gerth-Hansen (SPD)

Die kleineren Frachtschiffe würden immer mehr vom Markt verschwinden, verwies Jürgen Kölln (CDU) auf die Entwicklungen im maritimen Transportgewerbe. Und: Zehn Zentimeter mehr Wassertiefe bringen 100 Tonnen mehr Fracht pro Schiff, umriss Kölln den wirtschaftlichen Aspekt dieser Maßnahme. „Wir wollen doch Schüttgutmassen von der Straße aufs Schiff bekommen“, wollte Gunnar Gerth-Hansen (SPD) auch den Umweltaspekt nicht aus den Augen verlieren.

Für Schiffe bis zu 3000 Tonnen

Hafenexperte Jürgen Kölln sieht den Kommunalhafen Burgstaaken mit einer Fahrrinnentiefe von fünf Metern perspektivisch für die kommenden zehn Jahre gut aufgestellt. Schiffe mit einer Länge von 115 Metern könnten im Hafenbereich drehen, und die vor einigen Jahren erneuerte Spundwand sei auch stabil genug für die größeren Schiffe mit bis zu 3000 Tonnen.

Fit für die nächsten zehn Jahre bedeutet aber auch, dass die Stadt Fehmarn darauf hofft, den Hafen Burgstaaken zu einem attraktiven Umschlagplatz für Baumaterial vorhalten zu können. Denn die Bauaktivitäten auf der Insel werden in den kommenden Jahren deutlich zunehmen, da nicht nur der Fehmarnbelttunnel gebaut wird, sondern im Zuge dessen auch die Schienen- und Straßenanbindung ausgebaut sowie eine neue Sundquerung (Tunnel) errichtet werden.

Ausschuss stimmt eindeutig für die Vertiefug

So fiel das Abstimmungsergebnis für den Beschluss zur Ausbaggerung auf fünf Meter mit 9:2 eindeutig aus. Lediglich Ausschussvorsitzende Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne) und Kai Schumacher (F³) lehnten ab.

Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie notwendig

Mit diesem Beschluss im Rücken soll nun ein neuer Förderantrag gestellt werden. Zuvor ist laut Linda Lafrenz aber noch eine Kontaktaufnahme mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erforderlich, denn ein Teil der Hafeneinfahrt ist Bundeswasserstraße und fällt in die Zuständigkeit des BSH. So muss die Behörde bei dem Projekt mitziehen, da die Bundeswasserstraße derzeit nur mit einer Tiefe von 4,90 Metern ausgewiesen ist.

Fahrrinnenverteifung in Heiligenhafen sogar sechs Meter

Lafrenz gab sich diesbezüglich aber optimistisch, da das BSH auch der Fahrrinnenvertiefung in Heiligenhafen auf sechs Meter zugestimmt habe. Die Ausbaggerung in Burgstaaken könnte dann 2022 erfolgen.

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