Fehmarn Orth Ostseite Hafen WC-Gebäude
+
Auf der Ostseite des Hafens ist die Errichtung eines Wohngebäudes mit öffentlichem WC geplant. In Orth wird das Vorhaben von vielen Anwohnern kritisch gesehen.

Hafen Orth: WC in der Dauer-Warteschleife

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
    schließen

Am Hafen Orth hängen die Planungen für ein neues WC-Gebäude seit Jahren in der Warteschleife. Der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Fehmarn diskutierte auf seiner jüngsten Sitzung über das Projekt.

  • Seit 2017 in der politischen Diskussion.
  • Tourismusausschuss hat WC-Gebäude angeschoben.
  • Beratung in den nächsten Bausschuss am 28. April verschoben.

Fehmarn – Die Planungen für ein neues WC-Gebäude am Hafen Orth sind in den vergangenen Jahren ähnlich schleppend verlaufen wie für die Markterweiterungen von Edeka und Aldi plus dm-Neubau am Landkirchener Weg. Bei Letzterem fehlt noch der Satzungsbeschluss für die B-Plan-Änderung (wir berichteten), während das Sanitärgebäude im Bau- und Umweltausschuss vorerst in die nächste Warteschleife geschoben wurde.

Beide Projekte sind seit 2017 in der politischen Diskussion, wobei beim Vorhaben WC-Gebäude zwei Fachausschüsse involviert sind. Der Tourismusausschuss hat das Projekt angeschoben und steht ihm positiv gegenüber, im Bau- und Umweltausschuss klaffen die Meinungen auseinander. Unlängst monierte Jörg Josef Wohlmann (SPD) in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses, dass das Thema zwischen den Ausschüssen hin- und hergeschoben werde und er dafür plädiere, dem Tourismusausschuss zu folgen. Doch so weit kam es nicht. Der für das Gebäude vorgesehene Standort auf der Ostseite des Hafengeländes, wo jetzt noch Garagen stehen, wird von mehreren Ausschussmitgliedern ebenso kritisch gesehen wie die beabsichtigte Nutzung des Gebäudes: als Wohnhaus mit integrierter öffentlicher WC-Anlage. Bauherr ist ein privater Investor, der im Erdgeschoss des Gebäudes einen knapp 30 Quadratmeter großen Sanitärtrakt errichtet, der vom Tourismus-Service Fehmarn (TSF) angepachtet wird. Der übrige Teil des Erdgeschosses und die erste Etage des Gebäude sollen der Wohnnutzung dienen. Sichergestellt sei „dauerhaftes Wohnen“, berichtete Stadtplanerin Mandy Cronauge vom Fachbereich Bauen und Häfen. Ferienwohnungen seien ausgeschlossen.

Hans-Peter Thomsen spricht vom „Wohn-Klo“

„Das ist eine unübliche Bauweise, es ist nicht zu verstehen, dass über dem öffentlichen WC eine Wohnung gebaut wird“, kritisierte Hans-Peter Thomsen (FDP-WUW), der sichtlich erregt von einem „Wohn-Klo“ sprach. An exponierter Stelle im Orther Hafengebiet ein Wohnhaus mit öffentlichem WC zu errichten, stieß auch bei Marco Eberle (Grüne) auf wenig Gegenliebe. Die „Perle Orth“ würde Schaden nehmen, ist er überzeugt.

Ralf Sippel lässt nicht locker in seinem Bestreben, das Projekt auf der Ostseite des Hafens zu verhindern.

Schon in der Einwohnerfragestunde hatte Anwohner Ralf Sippel einen Alternativstandort ins Gespräch gebracht. Demnach würde Heiner Scheel auf seinem Grundstück am Kopfbereich des Hafens eine Fläche zur Verfügung stellen wollen, berichtete er. Für Sippel stellt dieser Standort eine wesentlich bessere Lösung dar, da Nutzer der Westseite des Hafens, wo ein Imbiss und eine Surfschule angesiedelt sind, sowie unzählige Radfahrer, die in unmittelbarer Nähe vorbeifahren, einen kürzeren Weg hätten. Aus seiner Sicht sei es eine „völlig absurde Idee“, auf der Ostseite in erster Reihe ein öffentliches WC hinzusetzen.

Furcht vor noch mehr Verkehr

Stefanie Arkona, direkte Anwohnerin auf der Hafen-Ostseite, befürchtet bei Realisierung des Projekts eine weitere Zunahme des ohnehin starken Verkehrs auch in den engen Seitenstraßen. Die Firsthöhe des Gebäudes ist auf 7,50 Meter festgelegt, bei Anwohnern besteht aber die Befürchtung, dass der Bau durchaus noch höher werden kann bei Berücksichtigung einer hochwassersicheren Bauweise.

Was Sippel und auch Arkona nicht nachvollziehen können, ist die Tatsache, dass im Laufe des Planverfahrens die Stellungnahmen der Bürger keine Berücksichtigung gefunden hätten. Zweifel meldet Sippel auch an der Darstellung des Planers an, das aktuell noch in Betrieb befindliche Sanitärgebäude auf der Westseite sei renovierungsbedürftig und es keine Planungsalternativen gebe.

Wir müssen eine Lösung finden, die allen nutz

Hans-Peter Thomsen (FDP-WUW)

„Wir müssen eine Lösung finden, die allen nutzt“, forderte Hans-Peter Thomsen in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Also: Bedenkzeit. Das spiegelte auch die Abstimmungslage im Bauausschuss wider. So wurde die Beratung mit knapper Mehrheit von 6:5 in den nächsten Bauausschuss am 28. April verschoben. Beratungsbedarf hatten CDU, Grüne, FDP-WUW und F³. SPD und FWV positionierten sich für das Neubauprojekt.

Auf Nachfrage des FT sagte Tourismusdirektor Oliver Behncke, dass es die Entscheidung der Kommunalpolitik sei, wie es mit dem Projekt in Orth weitergehe. Der mit der Hafen Orth GmbH abgeschlossene Pachtvertrag für die Nutzung des WC-Gebäudes auf der Hafen-Westseite verlängert sich nach seinen Angaben immer um ein Jahr. 

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.