Hafengebühren in Burgstaaken sollen steigen / Defizit in kommenden Jahren senken

Im Hafen wird es teurer

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Ein genauer Blick auf die Zahlen ist hilfreich: Linda Lafrenz aus dem Fachbereich Bauen und Häfen sowie Kämmerer Mario Markmann.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Der Kommunalhafen Burgstaaken ist stark defizitär. Das Minus für 2018 beläuft sich auf 180000 Euro, hinzu kommt aus den letzten Jahren ein auf 2,3 Millionen Euro angewachsener Verlustvortrag. Um dem Negativtrend entgegenzuwirken, soll die Einnahmesituation verbessert werden. So votierte der Finanzausschuss einstimmig dafür, die Hafengebühren ab 2020 anzuheben.

Nicht die große Keule herausholen

Allerdings soll „nicht die große Keule“ herausgeholt werden. Kämmerer Mario Markmann hatte zunächst darauf verwiesen, dass nach dem Kommunalabgabengesetz des Landes Benutzungsgebühren kostendeckend anzusetzen seien, doch würde nach diesem Prinzip kalkuliert werden, hätte dies eine Gebührensteigerung vom Drei- bis Vierfachen zur Folge, wie Linda Lafrenz von der Stadtverwaltung den Ausschussmitgliedern anhand von Beispielen anschaulich darlegte. Kein Wunder, denn laut Lafrenz sei die Satzung über mehrere Jahre nicht angepasst worden, „rund zehn Jahre wurde nichts gemacht“.

Doch wie vorgehen? Würde mit kostendeckenden Gebührensätzen gearbeitet, sieht Heinz Jürgen Fendt (SPD) die Konkurrenzfähigkeit des Hafens gefährdet. Ausschussvorsitzender Gunnar Mehnert (WUW) meinte, man sollte „keine inhumanen Preise“ nehmen, denn der Hafen müsse „frachtschiffmäßig am Leben erhalten“ werden.

Der Ausschuss einigte sich schließlich darauf, die Gebührenanpassung in einem ersten Anlauf so zu gestalten, dass mit rund 50000 Euro zusätzlichen Erträgen zu rechnen ist. 2018 wurden Erträge von 97000 Euro erzielt, 2020 wird demnach mit 145000 Euro geplant. Zum Vergleich: Würde mit kostendeckenden Gebührensätzen gearbeitet, kämen theoretisch Erträge von 322000 Euro zustande – in der Praxis wären aufgrund hoher Hafengebühren jedoch durchaus Abwanderungen denkbar.

So sah der Ausschuss in einer moderaten Gebührenanpassung den optimalen Weg, in den Abbau des Defizits einzusteigen. Eine spürbare Anhebung gibt es beispielsweise für das Kranen von Booten. Waren bislang zehn Euro pro Boot veranschlagt worden, sollen es zukünftig 33 Euro sein. Allerdings können – wie bislang schon gehandhabt – mit den Kranbetrieben auch Ganzjahrespauschalen vereinbart werden.

Kurzen Diskussionsbedarf gab es schließlich noch bei den Gebührensätzen für die Fahrgastschifffahrt. Bislang wurde pro Fahrgast für das Ein- und Aussteigen eine Kaigebühr von jeweils 15 Cent erhoben, zukünftig sollen es 20 Cent sein. Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren waren bisher mit jeweils fünf Cent dabei, diese Vergünstigung soll in Zukunft entfallen. Der Stadtwerke- und Hafenausschuss hatte sich vor zwei Wochen zwar für eine Beibehaltung der Vergünstigung für Kinder ausgesprochen, der Finanzausschuss lehnte das aber ab und plädierte für eine Vereinheitlichung.

Den endgültigen Beschluss über die Anhebung der Hafengebühren im Kommunalhafen Burgstaaken fasst die Stadtvertretung in ihrer Sitzung am 12. Dezember. Marco Eberle (Grüne) riet dazu, sich das Ziel zu setzen, in fünf Jahren mit kostendeckenden Gebührensätzen zu arbeiten.

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