NSG-Betreuungsverein nimmt weiter an Fahrt auf / Neue Vorhaben

Haff und Huk umtriebig

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Der Vorstand von Haff und Huk Nordfehmarn: Mathias Krause (v.l.), Hartmut Steffen, Dr. Silke Struve-Blanck, Margot Marquardt und Carsten Mackeprang.

FEHMARN – Von Manuel Büchner. Zum Auftakt der Mitgliederversammlung des Vereins Haff und Huk Nordfehmarn flog am Dienstag im Gasthof Meetz zunächst eine Drohne über das Naturschutzgebiet (NSG) Nördliche Seeniederung Fehmarn. In einem dreiminütigen Video waren Aufnahmen vom Fastensee, von der Markelsdorfer Huk, den Altenteiler Wiesen, dem Wenkendorfer Binnensee oder dem Seeadlerhorst zu sehen.

Atemberaubend schön ist das 761 Hektar große Gebiet, das Haff und Huk seit 2017 betreut. Entsprechend umtriebig ist der Verein, den es noch keine dreieinhalb Jahre gibt und der mit jetzt 94 Mitgliedern weiter wächst. Das zeigten der Jahresbericht 2018 und der Ausblick – über beides berichtete der 1. Vorsitzende Mathias Krause. Der wollte die Arbeit im Verein als Teamleistung verstanden wissen. „Wir sind bereits zwölf Aktive und machen uns ständig Gedanken, wo die Reise hingehen soll.“

Krause legte mit der Uferschwalbenwand südlich des Fastensees los. Ende 2017 habe man Bedenken gehabt, da es nur noch eine 1,20 Meter hohe Abbruchkante gegeben habe. Entwarnung: „Es waren nicht ganz so viele, aber es hat sich durchgesetzt.“ Mit der Regiosaatgut-Blumenwiese östlich der Straße zum Niobe auf der 2,5 Hektar großen Fläche vom Naturschutzverein Nördliche Binnenseen gelte es, Geduld zu beweisen, so Krause.

Neu hinzugekommen ist 2018 die systematische, ganzjährige Untersuchung von Wasserproben auf Sauerstoffsättigung, Temperatur, Nitrat- und Phosphatgehalt sowie Salzgehalt. Verantwortlich ist für die Untersuchung in Strandseen, Amphibiengewässern und Vorflutgräben Klaus-Dieter Blanck.

Margot Marquardt konnte verkünden, dass es im letzten Jahr erstmals in freier Wildbahn zur erfolgreichen Brut und Aufzucht von zwei Steinkauz-Jungvögeln gekommen ist. „Wir konnten schon feststellen, dass es auch in diesem Jahr wieder zur Brut kommen wird.“

Ein Großprojekt für den Verein: „Das Brutfloß im Fastensee für Seeschwalben war ein toller Erfolg und hat uns viel Schwung gegeben, sodass wir ein zweites Floß beantragen werden.“ Der Standort soll im nördlichen Binnensee beim Aussichtsturm sein und wird mit einem Projekt zusammen mit der Inselschule verbunden – der Installation einer Webcam.

Außerdem zählte der 1. Vorsitzende eine Radtour bei bestem Wetter und Schutzgebietsbetreuer-Lehrgänge auf. Nicht zuletzt die Vorstellung des Vereins mit einem Infostand beim Tag der offenen Tür in Wallnau. „Hartmut Steffen hat sich voll reingehängt und mit Manfred Schramm Banner erstellt“, lobte Krause. Marion Schmidt vom Fremdenverkehrsverein Westfehmarn lud den Verein mit seinem Stand daraufhin gleich zum Rapsblütenfest in diesem Jahr ein. Darüber hinaus soll es Hinweistafeln und Leitpfosten rund die Markelsdorfer Huk geben. „Wir wollen die Besucher aufklären, sodass die Betretungszonen auch eingehalten werden“, teilte Krause mit.

Ebenfalls mit Blick auf 2019 will der Verein, federführend Margot Marquardt, mit einem Fledermaus-Monitoring beginnen. Für einen Einstieg ins Thema referierte Axel Kramer über die weltweit einzigen flugfähigen Säugetiere.

Über ein weiteres, bereits angelaufenes Monitoring, nämlich für den Sandregenpfeifer im Inselwesten, berichtete Martin Altemüller vom NABU umfänglich. Noch mindestens zwei Jahre bräuchte man für belastbare Zahlen, so Altemüller, dessen Fazit es war, dass der Bruterfolg 2017 für die Bestandserhaltung knapp ausreichend war. Der Anstieg 2018 gehe wiederum auf Einwanderung zurück. Rund 80 Paare gebe es auf Fehmarn. Im Vergleich: 640 gibt es in Schleswig-Holstein, rund 1000 in Deutschland. „Damit reden wir für Fehmarn von einer Verantwortungsart“, erklärte der NABU-Experte.

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