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Siegerehrung beim Deutschen Windsurf Cup 2011. Zum letzten Mal auf Fehmarn?

Fehmarn verliert alle Top-Veranstaltungen:

Vom "Hawaii des Nordens" zur grauen Maus an der Ostsee?

FEHMARN - Von Heiko Witt - Fehmarn galt lange als das „Hawaii des Nordens“. Ist die Insel, nachdem sie nun auch noch den Deutschen Windsurf Cup verlor, nur noch eine graue Maus an der Ostsee ?

„Natürlich sind tolle Veranstaltungen und große Namen auch Zugpferde“, sagt Tourismusdirektorin Imke Bolle. Sie hat noch die Hoffnung, dass in diesem Sommer Fehmarn wieder Austragungsort der Beachvolleyball-Turnierserie werden könnte.

Und sie verweist auf die Deutschen Meisterschaften im Speedsurfen und die Deutsche Kitesurf Trophy, die der Insel noch verblieben sind. Fehmarn hat ideale Surf-reviere, diesen Reiz wird die Insel so schnell nicht verlieren.

Doch es braucht Werbung. Man stelle sich die Top-Skiorte in den Alpen vor ohne große Partys und Wettbewerbe. „Dass Fehmarn sich alle Veranstaltungen aus der Hand reißen lässt, ist eine harte Ansage“, sagt Basti Wiebcke vom Surfshop Fehmarn. 2013 werde es Fehmarn sicher noch nicht spüren, wenn es 2012 keinen Deutschen Windsurf Cup gebe, so Wiebcke.

„Doch man muss es langfristig sehen. Wir brauchen ein Konzept. Zurzeit ist der Plan eine glatte Sechs.“ Insbesondere auf seine Initiative hin wurde im letzten Jahr ein Wassersport-Event am Südstrand geplant, in dem es in erster Linie um Stand-Up-Paddling ging. Es fiel wegen des schlechten Wetters aus.

 „In diesem Jahr ist es wieder geplant, doch der Etat steht auch dafür noch nicht“, ist Wiebcke ein wenig verunsichert, ob der Tourismus-Service diese Veranstaltung finanziell unterstützen wird.

Er fürchtet, dass es zurzeit Bestrebungen gibt, in eine Seebrücke zu investieren und meint: „Fehmarn hat von allen Inseln den größten Urlauber-Anteil, der Wassersport betreibt. Diese Menschen sind nicht glücklicher, wenn sie 100 Meter weit auf das Wasser gehen können.“

Es gebe auf Fehmarn auch Leute, die sich freuen würden, wenn der Trubel der Surfer einfach ausbleiben würde, meint Wiebcke. Gerade erst haben sich die Surfschulen zu einem Wassersport-Club zusammengeschlossen. Sie werden sich wohl gemeinsam an den Tourismusausschuss wenden.

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