Vorstandsposten bis auf 1. Vorsitz besetzt / Museen mit Besucherzuwachs / Klaus Klahn bis 2020 Museumsleiter

Heimatverein ist vorerst gerettet

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Der neue Vorstand: Beisitzer Georg Hüttmann (v.l.), 2. Vorsitzender Dr. Klaus-Friedrich Bumann, Beisitzerin Ingelore Spaeth, der neue Schriftführer Klaus-Dieter Blanck und Museumsleiter Klaus Klahn. Es fehlt Kassenführerin Frauke Westphal.

FEHMARN - wa - Der Heimatverein – laut Satzung heißt er Verein zur Sammlung Fehmarnscher Altertümer – hatte am Mittwochabend zur außerordentlichen Sitzung in die „Burg-Klause“ geladen. Mehr als 30 Teilnehmer waren der Einladung zu dieser wichtigen Sitzung gefolgt. Ins-gesamt waren drei Vorstandsposten vakant, es stand viel auf dem Spiel. Der Verein ist vorerst gerettet, obgleich kein 1. Vorsitzender gefunden wurde.

Vorangegangen waren acht für den Verein recht turbulente Wochen, in denen nach Nachfolgern für den 1. Vorsitzenden und Kassenwart Uwe Erich und die Schriftführerin Sabine Erich gesucht wurde. Das Ehepaar Erich tritt mit Wirkung zum 31. Dezember von seinen Posten zurück.

Der 2. Vorsitzende, Dr. Klaus-Friedrich Bumann, begrüßte die Teilnehmer und sprach von „wichtigen Weichenstellungen für die Zukunft des Vereins“, die jetzt anstünden. Der Verein habe 250 Mitglieder und ein korporatives Mitglied, die Landsmannschaft der Ost-, Westpreußen und Danziger mit 66 Mitgliedern. „Die Besucherzahlen des Heimatmuseums und besonders des Mühlenmuseums in Lemkenhafen haben sich 2018 erfreulich entwickelt“, ließ Bumann wissen. Die Mühle verzeichnet eine Steigerung von knapp zwölf Prozent auf 5351 Besucher, das Fehmarn-Museum eine Steigerung um 3,5 Prozent auf 2676. Dies sei eine gute Wendung, da die Zahlen in den vergangenen Jahren generell eher rückläufig gewesen seien.

Um die Handlungsfähigkeit nach dem Rücktritt der Erichs zu wahren, müsse nun der Vorstand wieder aufgefüllt werden, fuhr Bumann fort und ging sogleich über zum Tagesordnungspunkt Wahlen. Zum neuen Schriftführer bis April 2022 wurde Klaus-Dieter Blanck einstimmig bei eigener Enthaltung gewählt. Er nimmt das Amt ab 1. Januar gern an und bedankte sich für das in ihn gesetzte Vertrauen. Zur neuen Kassenführerin bis April 2021 wurde Frauke Westphal in Abwesenheit einstimmig gewählt.

„Für den 1. Vorsitz haben wir bisher leider niemanden gefunden“, erklärte Bumann. Dies sei aber vereinsrechtlich für ein bis zwei Jahre kein Problem, da der Vorstand in der neuen Besetzung handlungsfähig sei. Das habe man ihm von zuständiger Seite versichert. Der Vorstand hofft, dass sich bis zur nächsten Hauptversammlung im April 2019 jemand für das Amt findet.

Museumsleiter Klaus Klahn will noch bis April 2020 weitermachen. „Ich gehe auf die 80 zu und werde mich dann zurückziehen“, ließ er wissen. Er berichtete, dass der dithmarscher Mühlenbauer Ronny Beckmann die Mühle winterfest gemacht habe und die Kleinigkeiten, die zu reparieren waren, behoben seien. Beim Fehmarn-Museum stünden nun im Winter Reinigungsarbeiten an und es gebe neue Ausstellungsstücke, die in die Sammlung integriert werden müssten. „Und dann muss die Stadt noch ihren Arbeiten nachkommen. Unter anderem müssen die Fenster neu gekittet werden, und auf die Dachrinnenreinigung warten wir auch schon eine Weile“, erklärte Klahn. Leider glänzten die Stadtvertreter auf der Versammlung durch Abwesenheit.

Im Anschluss übergab Dr. Bumann das Wort an Antje Borgwardt, 1. Vorsitzende des Ernst-Ludwig-Kirchner- Vereins (ELK). Borgwardt erläuterte, dass die Politik, der Tourismus-Service und schließlich auch das gastgebende Gewerbe von der Notwendigkeit eines Kulturtourismus‘ auf Fehmarn überzeugt werden müssten, und ging noch einmal, wie bereits vor einigen Wochen auf einer Zusammenkunft in den Räumen des ELK, darauf ein, dass die Museumslandschaft auf Fehmarn moderner und für die Gäste präsenter werden müsse. Sie appellierte an den Heimatverein, das Fehmarn-Museum zertifizieren zu lassen, sich auf eine thematische Ausrichtung festzulegen und eine wissenschaftliche Aufarbeitung – vielleicht in Zusammenarbeit mit der Uni in Kiel – anzustreben. Dann sei es auch möglich, EU-Fördergelder zu erhalten. Sie stellte die grundsätzliche Frage in den Raum: „Kann das Museum allein von einem Verein durch ehrenamtliche Arbeit fortbestehen oder muss die Stadt eingreifen?“ Es könne doch von städtischer Seite ein Kulturbeauftragter oder eine Museumsleitung eingesetzt werden.

Dr. Bumann bedankte sich für die Ausführungen und erklärte, dass es bereits Gespräche zum Museum mit Prof. Dr. Oliver Auge vom Lehrstuhl für Regionalgeschichte an der Uni Kiel gebe. Auge hatte kürzlich im Rahmen des Heimatabends einen Vortrag zum Kieler Matrosenaufstand und der Novemberrevolution 1918 gehalten.

Zum Ende der außerordentlichen Mitgliederversammlung gab es noch verschiedene Wortmeldungen, darunter auch die von Martina Bissel, Mitglied im Ernst-Ludwig-Kirchner-Verein. Bissel fragte herausfordernd: „Besteht denn überhaupt der Wunsch des Vereins, sich zu modernisieren und eine Zertifizierung anzustreben?“ Dies sei sicherlich eine gute Idee antwortete Dr. Bumann. Vielleicht wäre eine Lösung auch, dass die beiden Museen nicht mehr durch einen Trägerverein unterhalten würden, sondern durch die Stadt und man den Verein als Förderverein fortführe. Schließlich erläuterte er noch kurz das umfangreiche Aufgabenvolumen, das der Verein zu wuppen habe: „Die Arbeit ist nicht unerheblich, da ja auch zwei Immobilien damit verbunden sind“, ließ er wissen. Einige Besucher meinten, Dr. Bumann könne doch den 1. Vorsitz übernehmen. Darauf erklärte dieser, dass er noch ein anderes Amt übernommen hätte, es sich aber bis zur nächsten Mitgliederversammlung noch einmal überlegen wolle. Im Anschluss wurde noch viel diskutiert. Schließlich ließ sich auch Martina Bissel darauf ein, sich mit dem Verein und den Vorstandsaufgaben auseinanderzusetzen. Vielleicht ist ja auch sie eine Kandidatin für den 1. Vorsitz des Vereins? An Engagement scheint es jedenfalls nicht zu mangeln.

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