Der Vorstand des Aktionbündnisses gegen eine Feste Fehmarnbelt
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Der neue und für zwei Jahre gewählte Vorstand des Aktionsbündnisses gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung (v.l.): Stellvertretende Vorsitzende Isabel Arent, 1. Vorsitzender Hendrick Kerlen und Kassenwartin Bärbel Reyer.

Verein will wachsam bleiben

Hendrick Kerlen weiter an der Spitze des Aktionbündnisses gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
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Das Aktionsbündnis gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung hat seinen Vorstand von fünf auf drei Personen verkleinert. Hendrick Kerlen (83) bleibt Vorsitzender.

  • Isabel Arent übernimmt stellvertretenden Vorsitz.
  • Bärbel Reyer tritt als Kassenwartin die Nachfolge von Rainer Voges an.
  • Reduzierter Etat einstimmig verabschiedet.

Fehmarn – Der Vorstand des Aktionsbündnisses gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung ist weiblicher geworden, wenngleich der prägende Kopf des gemeinnützigen Vereins, Hendrick Kerlen (83) aus Westermarkelsdorf, den streitbaren Querungsgegnern als 1. Vorsitzender erhalten bleibt. An ihm führt kein Weg vorbei. An seiner Seite stehen nun Isabel Arent aus Sierksdorf, die den stellvertretenden Vorsitz übernimmt, sowie Bärbel Reyer aus Landkirchen, die als Kassenwartin die Nachfolge des hoch geschätzten und im Mai verstorbenen Rainer Voges antritt.

Das Votum der Mitgliederversammlung, die im Hotel Sonneninsel in Avendorf tagte, fiel in allen drei Fällen einmütig aus. Dem Führungsteam gehören nicht mehr an Christine Albert, die seit 2014 den Stellvertreterposten innehatte, sowie Hajo Nötzel aus Oelendorf und Schriftwart Kurt-Henning Marten, die 2016 in den Vorstand aufgerückt waren, für eine Wiederwahl aber nicht mehr zur Verfügung standen. Somit bilden nur noch drei Personen den Vorstand, bislang waren es fünf.

Vorsitzender hält Verkleinerung sinnvoll

Aus Sicht von Hendrick Kerlen eine sinnvolle Verkleinerung, da die großen Klagen gegen den Tunnelbau vor dem Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig sowie den Ausbau der B 207 vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Schleswig abgearbeitet sind. Im Laufe der Sitzung wurde aber auch deutlich, dass es schwer geworden wäre, ein Fünfergremium wieder auf die Beine stellen zu können. Lediglich Hajo Nötzel hätte es gerne gesehen, es bei der alten Stärke zu belassen.

Der Jahresbericht des 1. Vorsitzenden fiel etwas umfangreicher aus, da er 21 Monate abzudecken hatte, denn die letzte Mitgliederversammlung fand im Januar 2020 statt. Coronabedingt hatte sie in diesem Jahr immer wieder verschoben werden müssen. Im Zentrum der Aktivitäten hätten die Klagen gegen die Planfeststellungsbeschlüsse für den Belttunnel und den Ausbau der B207 gestanden. Der Ausgang ist bekannt, die Klagen wurden abgewiesen.

Verfassungsbeschwerde ohne Begründung abgelehnt

Anschließend habe man Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des BVerwG eingereicht, und sie sei ohne Begründung abgelehnt worden, so Kerlen. Eine „bedauerliche Regelung“, dass so etwas überhaupt möglich sei, reagierte der 1. Vorsitzende verschnupft. 

Aber auch in Zukunft gebe es weiterhin viel zu tun, so Kerlen, und versicherte, nicht nur die gesamten Tunnelbauaktivitäten kritisch begleiten zu wollen, sondern auch die Planungen der Fehmarnsundquerung und der Hinterlandanbindung durch die DB Netz AG.

Aus dem Kreis der Versammlung wurde der Wunsch an den neuen Vorstand herangetragen, dass das Aktionsbündnis mit seinen Aktivitäten wieder „mehr nach draußen“ gehen solle und somit in der Öffentlichkeit wieder präsenter wäre. Die Klagen seien ohne Zweifel berechtigt und auch wichtig gewesen, doch das Interesse der Bevölkerung am Aktionsbündnis sei zurückgegangen, hieß es aus den Mitgliederreihen.

Isabel Arent, aktiv in der Allianz gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung sowie der AG Belt Hamburg, hatte schon in ihrer knappen Vorstellungsrede den Vorschlag unterbreitet, die Mitglieder für eine projektbezogene Mitarbeit zu begeistern und so die Basisarbeit zu stärken.

Verein muss finanziell kleinere Brötchen backen

Finanziell wird der Verein, der aktuell 449 Mitglieder hat und seine Aktivitäten in erster Linie über Spenden finanziert, kleinere Brötchen backen müssen. Lag das Spendenaufkommen zuletzt im sechsstelligen Bereich, was nicht großartig überrascht, wenn vor dem BVerwG geklagt werden kann, plant der Vorstand für das kommende Haushaltsjahr mit einem deutlich reduzierten Etat, der von der Versammlung einstimmig verabschiedet wurde.

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