Fehmarnsundbrücke zeitweise komplett gesperrt / In Westermarkelsdorf Böen mit 135 km/h gemessen

„Herwart“ bringt Böen der Stärke 12

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Die Scandlines-Fähren auf dem Fehmarnbelt mussten am Sonntagmorgen sturmbedingt eine zweieinhalbstündige Pause einlegen. Auf der Linie Rostock-Gedser waren bereits am Sonnabend einige Abfahrten gestrichen werden.

FEHMARN -hö- Sturmtief „Herwart“ hatte Fehmarn am Wochenende fest im Griff. Die Fehmarnsundbrücke war am Sonnabend und Sonntag für windanfällige Fahrzeuge nicht durchgehend, aber häufig nicht passierbar. Am Sonntag in den frühen Morgenstunden hatte sie wegen Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 km/h zeitweise sogar komplett gesperrt werden müssen. In Westermarkelsdorf waren gestern zwischen 4 und 4.30 Uhr sowie um 8 Uhr Orkanböen mit einer Stärke von 135 km/h gemesssen worden.

Während die Scandlines-Fähren den Betrieb zwischen Puttgarden und Rødby weitgehend aufrechthalten konnten, wurde der Bahnverkehr komplett eingestellt. Gestern fuhren zwischen Puttgarden und Lübeck keine Züge. Aber auch die Scandlines-Fähren mussten nach Angaben von Scandlines-Geschäftsführer Heiko Kähler zwischen 6.45 und 9.15 Uhr eine Pause einlegen. Die Windböen „von über 12 in der Spitze“ seien zu heftig gewesen. Bei derartigen Bedingungen sei das Einlaufen in die Fährhäfen zu risikoreich, so Kähler.

Größere Schäden sind auf der Insel aber glücklicherweise ausgeblieben. Trotzdem hatten die Feuerwehren gestern in den Nacht- und Morgenstunden alle Hände voll zu tun. Und es gab einmal mehr einige Unbelehrbare, die mit Anhänger oder Wohnwagen trotz deutlich ausgewiesener Teilsperrung die Fehmarnsundbrücke bezwingen wollten. Ein Reisender aus Skandinavien musste gestern Morgen gegen 5 Uhr kapitulieren, denn der Sturm hatte auf der Brücke seinen Wohnwagen umgeworfen.

Nach Angaben von Gemeindewehrführer Volker Delfskamp mussten deshalb die Feuerwehren Burg, Landkirchen und Süderort um 5.09 Uhr ausrücken, um das Gespann zu bergen. Zum Einsatz kamen große Löschfahrzeuge, die den erforderlichen Windschatten spendeten, damit der demolierte Wohnwagen abtransportiert werden konnte. Der zerstörte Wohnwagen wurde in Höhe der Abfahrt Avendorf auf einer Einfahrt zum Bahngelände abgestellt. „Der dürfte nur noch Schrottwert haben“, so die Einschätzung von Volker Delfskamp.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Feuerwehr Burg ihren ersten Einsatz bereits hinter sich. Sie war um 3.13 Uhr alarmiert worden. Laut Delfskamp hatten sich in Sahrensdorf von einem Gebäudedach Blechplatten gelöst. Zusammen mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Meeschendorf sei das Dach stabilisiert und abgedichtet worden.

Um 3.35 Uhr war die Nacht zu Ende für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Petersdorf. Sie mussten zwischen Lemkendorf und Lemkenhafen einen auf die Straße gestürzten Baum beseitigen.

Im „Baum-Einsatz“ war auch die Freiwillige Feuerwehr Landkirchen. Sie musste nach Delfskamps Angaben zwei umgestürzte Bäume beseitigen. Im Hintzenhof drohte ein Baum auf ein Wohngebäude zu stürzen, was die Feuerwehr aber abwenden konnte.

Sturmbedingt musste die Freiwillige Burg noch drei weitere Male ausrücken, die Freiwillige Feuerwehr Süderort war noch bei zwei weiteren Einsätzen gefordert. In allen Fällen waren Bäume auf die Straße gekippt. Insgesamt waren es neun Bäume, die dem stürmischen „Herwart“ nicht standhielten und Straßen versperrten.

Am Sonntagmittag flaute der Sturm rasch ab. Die Schauer ließen auch nach, sodass das heitere Wetter Einheimischen und Gästen Gelegenheit bot zu ausgedehnten Spaziergängen – als wäre „Herwart“ Stunden zuvor nicht über Fehmarn hinweggezogen.

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