Medizinische Gerätschaften im Wert von 1 500 Euro schickte Familie Gerber aus Burg nach Ghana

Hilfe von Fehmarn für Nkawkaw

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Der Leiter der Kinderstation, Dr. Amuzu Kwasi, mit dem zu behandelnden Kind Enock und ihrer Mutter in der Kinderstation.

FEHMARN -Von Reinhard Gamon -  Es ist kein Geheimnis, dass die medizinische Versorgung von Patienten und speziell von Kindern in Afrika nicht vergleichbar ist mit der in Mitteleuropa. Das ist natürlich auch dem praktizierenden Arzt für Allgemeinmedizin Dr. Johannes Gerber aus Burg und seiner Familie bekannt. Familie Gerber allerdings möchte die Missstände nicht nur thematisieren, sondern mit anpacken und sich engagieren, einfach etwas tun.

Bereits am Wochenende startete ein Transport mit medizinischem Gerät und Verbrauchsmaterial in Richtung Ghana. Sein Ziel ist die Kinderstation des Hospitals in der ghanaischen Klein-stadt Nkawkaw, die über 300 Kilometer von der Hauptstadt Accra entfernt liegt.

Der Auslöser dafür sich zu engagieren, war für Dr. Johannes Gerber und seine Familie ein Todesfall in der Familie. Die vor Kurzem verstorbene Großmutter hatte eine Freundin, die, wann auch immer es ihre Zeit zulässt, selbstlos in der besagten Kinderstation des Hospitals hilft. Sie kennt die schlechten medizinischen Verhältnisse vor Ort sehr gut. Es fehlt dort an notwendigen lebenswichtigen medizinischen Gerätschaften und Verbrauchmaterial. Als Familie Gerber das von ihrer Bekannten Ursula Nies-Hemblen erfuhr, wollte sie nur eins: etwas tun, was speziell den zu behandelnden Neu- und Frühgeborenen und erkrankten Kindern in Nkawkaw hilft.

Gesagt, getan: Es wurde im Familien- und im Freundeskreis gesammelt. So kam schnell eine Summe von 1 500 Euro zusammen. Mit diesem Geld wurde ein gut erhaltener und vom Hersteller noch einmal genau getesteter Perfusor (Gerät für eine Infusions-Ernährungstherapie) angeschafft. Des Weiteren konnten zu guten Konditionen Verbrauchs- und Einwegmaterial eingekauft werden. Auch eine größere Menge von Nabelvenenkathetern und andere wichtige Dinge konnten kostengünstig geordert werden und machten sich am Sonnabend auf den Weg nach Ghana, auf das schon bald Kindern damit geholfen werden kann.

Dr. Johannes Gerber selbst steht im engen Kontakt mit dem Leiter der Kinderstation des Hospitals in Nkawkaw, Dr. Amuzu Kwasi, und kann daher genau dort Sachhilfe leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird. Und bei einer einmaligen Aktion soll es im Hause Gerber nicht bleiben. Ende des Jahres werden weitere dringend benötigte medizinische Materialien auf die lange Reisen gehen. Dann ist beabsichtigt neben Verbrauchsmaterial auch ein Ultraschallgerät und eine digitale Waage ins Kinderhospital zu schicken. Nicht auf direktem Weg. Von Fehmarn aus gehen die medizinischen Hilfsmittel nach Bremerhaven und werden dann als Frachtgut auf dem Seeweg nach Ghana transportiert. Dort angekommen wird alles von Mitarbeitern des Krankenhauspersonals persönlich in Empfang genommen und ins Hospital in Nkawkaw gebracht. Transportzeit von Fehmarn aus: rund vier Wochen. Dr. Johannes Gerber hat eigenen Angaben zufolge schon zweimal die Westküste Afrikas bereist und hatte auch die Gelegenheit, Ghana kennen zu lernen.

„Unsere medizinische Versorgung ist mit der in der dritten Welt einfach nicht vergleichbar. Es fehlt dort an medizinischer Technik, an Material, letztlich auch an Know-how“, sagt Dr. Gerber. So werde zum Beispiel Verbandsmaterial auf trockene Brandwunden gelegt. Natürlich würden die Wunden so bei einem Verbandswechsel wieder aufreißen. Und das sei nur ein Beispiel, gibt Dr. Geber zu bedenken, der beabsichtigt, mittelfristig der besagten Kinderstation einen Besuch abzustatten.

„Es gibt viele Dinge, die wir von hier aus für Patienten in Afrika tun können. Sei es nun durch Sach- oder Geldspenden oder sei es dadurch, dass Freiwillige von hier, zum Beispiel Krankenschwestern, medizinisches Pflegepersonal, Ärzte oder Studenten mit dementsprechender Fachrichtungen für bestimmte Zeit dort tätig werden, letztlich auch, um unser Fachwissen weiterzugeben oder einfach Erfahrungen zu sammeln“, berichtet Dr. Johannes Gerber. Im Hause Gerber will man sich auf jeden Fall weiterhin engagieren und den Ärzten in Nkawkaw helfen zu helfen.

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