Obergrenze von 12,8 Millionen Euro soll gehalten werden / Erster Spielplatz fertiggestellt

Hochbauten werden teurer

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Papierschiffchen nachempfunden sind die Spielgeräte auf dem jetzt fertiggestellten und freigegebenen Spielplatz an der neuen Binnenseepromenade zwischen Hafengebäude und Sailor‘s Inn.

Fehmarn –Von Andreas Höppner Die Umgestaltung der Binnenseepromenade in Burgtiefe schreitet zügig voran, die Tiefbauarbeiten sind möglicherweise ein halbes Jahr früher fertig, als zunächst geplant war.

So konnte in dieser Woche bereits der erste Spielplatz abgenommen und seiner Bestimmung übergeben werden. Mit den Spielgeräten, die Papierschiffchen nachempfunden sind, „genießen wir ein Alleinstellungsmerkmal“, freute sich Tourismusdirektor Oliver Behncke in der Sitzung des Tourismusausschusses.

Exklusivität wird später einmal auch der mit einem Fahrstuhl ausgestattete Aussichtsturm auf der Landzunge besitzen. Gegenüber dem ersten Entwurf, der als Sieger aus einem Ideenwettbewerb hervorgegangen ist und der für den Turmkörper einen weißen Stein als Grundmaterial vorsah, wird nun leichtes Zedernholz favorisiert. Der Statiker habe von einer massiven Bauweise abgeraten, erläuterte Behncke. Denn selbst in der leichteren Bauweise sei immer noch eine Pfahlgründung von acht Metern erforderlich. Die aktuelle Kostenschätzung für den Turm liegt bei 463000 Euro. Eine massivere Bauweise würde die Baukosten weiter in die Höhe treiben.

Bei den weiteren Hochbauten wie Veranstaltungspavillon, vier Wetterschutzpavillons und dem Fahrradparkhaus haben sich laut Behncke ebenfalls Veränderungen ergeben. Statt der für die Hochbauten ursprünglich eingeplanten Summe von 980000 Euro sind nun rund 1,23 Millionen Euro fällig. „Wir liegen deutlich drüber“, so der Tourismusdirektor, der beruhigte und sich zuversichtlich zeigte, diese „Mehrkosten durch Minderausgaben kompensieren“ zu können.

Die Obergrenze von aktuell 12,8 Millionen Euro für das Gesamtprojekt soll nicht überschritten werden. Ursprünglich waren rund zehn Millionen Euro eingeplant, die zuletzt rasant gestiegenen Baupreise schlugen aber voll durch. Der Tourismus-Service Fehmarn (TSF) wartet nun auf eine Ministerentscheidung über eine Förderzusage für den über die zehn Millionen Euro hinausgehenden Betrag.

Der Tourismusausschuss möchte auch das Modernisierungskonzept „FehMare 2020“ (wir berichteten) anschieben und möglichst noch in diesem Jahr den Startschuss für den ersten Bauabschnitt geben. Bislang sind die 898000 Euro für den ersten Bauabschnitt im Wirtschaftsplan des TSF noch mit einem Sperrvermerk versehen.

Oliver Behncke berichtete, dass die Vertreter des Wirtschaftsministeriums „sehr angetan waren“ von dem Gesamtprojekt, sie hätten aber auch von einer Überzeichnung der Anträge gesprochen, sodass eine Förderung nicht zugesagt werden konnte. Die Empfehlung: zwei bis drei Einzel- anträge stellen. In diesem Jahr wären die Chancen auf Förderung noch am größten. Der TSF geht von einer 60-prozentigen Förderung aus.

Behncke verwies auf die Konkurrenzbäder in Grömitz und Weissenhäuser Strand sowie Heiligenhafen, wo ein neues Erlebnisbad geplant ist, und unterstrich damit die Bedeutung einer Attraktivitätssteigerung des „FehMare“ für die Zielgruppe der Familien mit kleinen Kindern. „Wir sollten es auch ohne Förderung machen“, preschte Gert Jacobsen (FWV) vor. „Da kann ich nicht mitgehen“, machte Rainer Schiwek (SPD) deutlich, das Vorhaben nicht um jeden Preis zu realisieren. Ohnehin sieht er das „FehMare“ nicht im Wettstreit mit anderen Bädern. Das Erlebnisbad in Burgtiefe habe seiner Auffassung nach nur ein begrenztes regionales Einzugsgebiet, gleichwohl sei er aber der Überzeugung, „dass wir etwas für die Kleinen machen müssen“.

Mehrheitlich empfahl der Ausschuss der Stadtvertretung deshalb, den Sperrvermerk im Wirtschaftsplan aufzuheben und den ersten Bauabschnitt anzuschieben. Mittel für weitere Bauabschnitte sollen dann im Zuge der Haushaltsberatungen für die Wirtschaftspläne 2020 und 2021 vorgesehen werden. Einzig die zwei WUW-Vertreter stimmten gegen die Beschlussempfehlung.

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