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Holger Marohn ist Fehmarns „Ackerschnacker“

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Von: Andreas Höppner

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Fehmarn Tunnelbaustelle Holger Marohn
Magda und Alwin Kootz aus der Eifel, die zurzeit ihren Urlaub auf Fehmarn verbringen, lassen sich von Holger Marohn (l.) den Stand der Bauarbeiten am Arbeitshafen erklären. © Andreas Höppner

Die Erbauer des Fehmarnbelttunnels, Femern A/S, setzen mit Holger Marohn einen Bürgerbeauftragten ein. Der 52-Jährige steht als Ansprechpartner zur Verfügung.

Fehmarn – Eine gute Kommunikation ist – sprichwörtlich gesagt – oftmals die halbe Miete. Viele Probleme können frühzeitig erkannt und Lösungen rechtzeitig erarbeitet werden. Nach diesem Prinzip verfährt auch der dänische Tunnelbauer Femern A/S, der mit Holger Marohn (52) vor etwas mehr als einem Jahr für Fehmarn einen Bürgerbeauftragten für die Baustellenkommunikation engagiert hat, der im Nahbereich der Tunnelbaustelle erster Ansprechpartner für die Anlieger ist.

Er ist aber auch willkommener Gesprächspartner für zahlreiche Touristen, die zwischen Marienleuchte und Puttgarden einen neugierigen Blick auf die Tunnelbaustelle werfen. Vielen von ihnen sind mit dem Fahrrad unterwegs, stoppen an den großen Hinweistafeln und beobachten die Bauarbeiten.

Lastenfahrrad mit großer Infobox auf drei Rädern

Seit zwei Monaten ist auch Holger Marohn mit einem Fahrrad unterwegs, Eigentlich ist es eine Art Lastenfahrrad mit großer Infobox auf drei Rädern. Natürlich in E-Bike-Version, denn der Wind kann auf Fehmarn und gerade direkt an der Küste ordentlich pfeifen. Wie unlängst vor einigen Tagen, als es aus Ost kräftig stürmte. Doch selbst an solch einem Tag waren, – wenn auch wenige – Touristen unterwegs, die sich aus der Ferne die Bauarbeiten auf der Tunnelbaustelle anschauen wollten.

Fehmarn Holger Marohn Bürgerbeauftragte Tunnelbaustelle
Der Bürgerbeauftragte auf seinem Rad vor der großen Infotafel an der Marienleuchter Küste. © Andreas Höppner

So auch Magda und Alwin Kootz aus Übereisenbach in der Eifel, die in Sichtweite der Marineküstenstation Marienleuchte einen seit wenigen Wochen freigegebenen Weg nutzten, um an die Küste zu gelangen, wo ein guter Blick auf die Bauarbeiten für den zukünftigen Arbeitshafen möglich ist. Für Marohn, der gerade mit seinem Fahrrad unterwegs war, eine gute Gelegenheit, seine Hilfe anzubieten und Wissenswertes zum Bauprojekt preiszugeben.

„Fast alle nehmen das Angebot gerne an“, so Marohn, der von sich selbst sagt, er sei eine Art „Ackerschnacker“. Immer nah am Bürger, um Fragen zu beantworten. Natürlich sei es für direkte Anlieger nicht schön, über mehrere Jahre eine Großbaustelle vor der Haustür zu haben, weiß auch Marohn, umso wichtiger sei es, aktiv auf die Leute zuzugehen und immer wieder zu zeigen, dass „man sich kümmert“ und die Sorgen der Bürger ernst nimmt.  „Ich wurde auch schon mal zum Grillen eingeladen bei Bürgern, die das blaue Kreuz vor der Tür stehen haben“, berichtet der 52-Jährige und zieht den Schluss: „So viel machen wir nicht falsch.“

Bürgerdialog und Newsletter

Etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit sei er rund um die Baustelle unterwegs, zusätzlich sei er, außer im Winter, auch auf dem Wochenmarkt mit einem Stand vertreten und dort als Ansprechpartner präsent. Die Vorbereitung und Durchführung von Bürgerdialogen gehöre ebenso zu seinem Job wie das Erstellen der Nachbarschaftsnewsletter, die in regelmäßigen Abständen über die aktuellen und zukünftigen Arbeiten auf der Tunnelbaustelle informieren.

Holger Marohn geht davon aus, dass er bis zur Fertigstellung des Tunnels 2029 weiterhin gefragt sein wird, wenn es darum geht, erster direkter Ansprechpartner der Bürger zu sein in Bezug auf die Tunnelbaustelle. Langeweile dürfte für den „Ackerschnacker“ also ein Fremdwort bleiben.

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