Mühle in Lemkenhafen hält Museums-Verein auf Trab / 75000 Euro für Reparaturen

Holländer braucht neuen Flügel

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Bruch wider Erwarten: An der Flügelwelle, in der Nähe der Zapfverbindung, ist der hintere Flügel gebrochen

Fehmarn – Von Manuel Büchner „Ein teures Hobby“, sagte Mühlenbauer Ronny Beckmann gegenüber Dr. Klaus-Fr. Bumann, dem 2. Vorsitzenden des Museums-Vereins Fehmarn, im letzten Herbst beiläufig. Kurz zuvor hatte er bei der Einwinterung der Windmühle „Jachen Flünk“ in Lemkenhafen einen Bruch im Flügelbalken festgestellt. Nicht nur wegen Corona drehte sich bisher also nichts. Ein passender 13 Meter langer Eichenbalken ist mittlerweile vom Sägewerk gefunden worden, sodass ein Austausch im August erfolgen wird. Dafür muss das Flügelkreuz abgenommen werden, das dann bei Gelegenheit auch komplett gemalert wird.

  • Neun Fenster ausgetauscht
  • Mühlenhaube ist undicht
  • Gesamtanstrih im nächsten Frühjahr

Nicht die einzige Baustelle des komplett aus Holz bestehenden, einstöckigen Galerieholländers. „Neun Fenster waren morsch. Die haben wir bereits austauschen lassen.“ Auch die drehbare Mühlenhaube ist undicht und wird im nächsten Monat repariert, gleiches gilt für verschlissene Schindeln, die ausgetauscht werden müssen. „Die haben wir aber zum Glück noch ausreichend auf Lager“, so Bumann und zählt schlussendlich den Gesamtanstrich auf, der im nächsten Frühjahr über die Bühne gehen soll. Allein dieses Vorhaben wird rund 50000 Euro kosten.

Bereits zwischen 2004 und 2017 hatte der Verein 220000 Euro in die Hand genommen, wovon 121000 Euro gefördert wurden. Die Kosten der aktuellen Sanierungswelle belaufen sich auf mindestens 75000 Euro. 20000 Euro werden gefördert. Der Bärenanteil kommt von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft, weitere Unterstützer sind die Sparkassen-Stiftung Holstein und das Landesamt für Denkmalpflege.

Mitgliederversammlung soll für Klarheit sorgen

Wie es für den Verein zur Sammlung Fehmarnscher Altertümer, der sich in einem Förderverein umwandeln möchte, als nächstes weitergeht, soll auf einer Mitgliederversammlung im Herbst geklärt werden. Während die Immobilie des Fehmarn-Museums in Burg schon immer der Stadt gehörte, werden auch die Exponate mit der Vereinsauflösung an die Stadt übergehen. Anders ist es in Lemkenhafen. Der Verein ist Eigentümer des Grundstücks und der Mühle und wird dies zunächst auch bleiben.

In diesem Jahr sind beide Museen wegen der Pandemie geschlossen. Für 2021 muss sich in Burg die Stadt ein Konzept überlegen. In Lemkenhafen bleibt zunächst der Verein am Ruder: Hat ein Mühlenleiter übergangsweise seine Dienste schon mal in Aussicht gestellt, fehlen dem Verein aber Mühlenbetreuer, die von Juni bis Oktober Eintritt nehmen und die Mühle im wahrsten Sinne des Wortes am Laufen halten. „Es braucht schon handwerkliches Geschick für die Teilzeitbeschäftigung, denn die Mühle muss sich drehen, dann kommen auch mehr Besucher“, so Bumann.

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