Beate Rinck
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Beate Rinck.

Summe aus dem Nachlass einer Fehmaranerin

Der Förderverein Hospiz Wagrien-Fehmarn erhält 75000 Euro

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Rund 150000 Euro hat eine Fehmaranerin der Hospizinitiative Eutin hinterlassen. Etwa die Hälfte der Summe geht an den Förderverein Hospiz Wagrien-Fehmarn.

  • 4,5 Millionen Euro sind für die Errichtung eines Hospizes nötig.
  • Zehn bis zwölf Plätze sind geplant.
  • Spende von der Gruppe „Mützenherz“.

Oldenburg/Fehmarn – Das passiert nicht alle Tage: Der Förderverein Hospiz Wagrien-Fehmarn, der sich für eine baldige Errichtung eines Hospizes im Kreisnorden einsetzt, bekommt von der Hospizinitiative Eutin 75000 Euro. Die Initiative erhielt die Summe aus einem Nachlass einer Fehmaranerin über rund 150000 Euro. Etwa 50 Prozent gehen an den Förderverein, dessen Vorsitzende Beate Rinck von der „riesigen Großzügigkeit“ total begeistert ist.

Ich musste mich erst mal setzen, als mir die Vorsitzende der HospizInitiative, Brigitte Maas, die frohe Botschaft am Telefon mitteilte.

Beate Rinck, Vorsitzende des Fördervereins Hospiz Wagrien-Fehmarn

Die Initiative, die selbst Mitglied im Förderverein ist, hatte sofort mit der Heringsdorferin Kontakt aufgenommen. „Ich musste mich erst mal setzen, als mir die Vorsitzende der HospizInitiative, Brigitte Maas, die frohe Botschaft am Telefon mitteilte“, kann es die Fördervereinsvorsitzende immer noch nicht so richtig fassen. „Das ist ein wunderbares Geschenk von der Insel Fehmarn“, habe der Verein durch die Summe einen großen Schritt in Richtung Ziel machen können, so Rinck und spricht von ungefähr 4,5 Millionen Euro, die es für die Errichtung eines Hospizes braucht, das für alle Tätigen im Bereich der Sterbebegleitung zur Verfügung stehen soll.

Zehn bis zwölf Plätze sind für das Hospiz am Standort in Oldenburg geplant. Vonnöten ist dafür ein Baugrundstück mit etwa 3000 m2. Aktuell laufen Gespräche bezüglich eines Grundstücks mit der evangelischen Kirche. „Auch die Stadt Oldenburg würde gegebenenfalls alternativ ein Grundstück für das Hospiz verpachten“, sagt die Initiatorin des Projekts.

Im Krankenhaus zu sterben, ist seit einigen Jahren nicht immer so, wie Menschen es sich für sich selbst wünschen.

Beate Rinck, Vorsitzende des Fördervereins Hospiz Wagrien-Fehmarn

Rinck war vor ihrem Ruhestand mehr als 40 Jahre im Gesundheitswesen als Pflegedienstleiterin im Krankenhaus in Oldenburg tätig, hat somit viel Erfahrung im Umgang mit den verschiedenen Situationen am Lebensende. „Im Krankenhaus zu sterben, ist seit einigen Jahren nicht immer so, wie Menschen es sich für sich selbst wünschen.“ Zeitdruck, Bettenknappheit und andere veränderte Bedingungen seien Gründe dafür. „Fragt man Menschen, wo sie sterben wollen, geben sie häufig an, dass sie zu Hause sterben möchten. Leider sind die Möglichkeiten nicht immer gegeben.“

Während es in den Städten oftmals eine angemessene hospizliche Versorgung gebe, so Rinck, sei das Angebot auf dem Land nicht ausreichend. „Die Menschen auf Fehmarn und aus der Region müssten bis nach Lübeck oder Kiel, um in einem Hospiz am Lebensende untergebracht sein zu können“, weiß die Pflegemanagerin im Ruhestand und will dies ändern.

Der Bedarf ist im Kreisnorden da

Auch das Sozialministerium und die Koordinierungsstelle für Palliativ- und Hospizarbeit in Schleswig-Holstein seien an einem Hospiz im Norden Ostholsteins interessiert, so Rinck. Eine Notwendigkeit, die auch eine Studie der Bertelsmann-Stiftung bestätigt habe, so die Vorsitzende, die auch stellvertretende Bürgermeisterin ihrer Heimatgemeinde Heringsdorf ist.

„Mützenherz“ spendete 1700 Euro

Ende 2018 stellte sie ihre Idee der Aktivregion Wagrien-Fehmarn vor, Ende August 2019 wurde der Förderverein gegründet. Seitdem wirbt der Verein für ein Hospiz und sammelt Spenden, so zum Beispiel auf der jüngsten Mitgliederversammlung. Die Heiligenhafenerin Astrid Heide von der Gruppe „Mützenherz“, die Mützen und Kissen für krebskranke Menschen häkelt und näht, hatte zugunsten eines Hospizes einen Basar veranstaltet und nun 1700 Euro Erlöse an den Förderverein übergeben.

Zum Kennenlernen: Stand auf dem Markt in Burg

Um das Anliegen des Fördervereins bekannter zu machen und sich auch vorzustellen, ist Beate Rinck zusammen mit Fehmarns Bürgervorsteherin Brigitte Brill am 15. September (Mittwoch) ab 8 Uhr auf dem Marktplatz von Burg mit einem Stand vor Ort. Ebenfalls mit dabei ist der Fehmarner Freundeskreis, der den Förderverein Hospiz Wagrien-Fehmarn unterstützt. „Wir wollen uns vorstellen und bekannter werden“, hofft die Vereinsvorsitzende auf viel Interesse und viele Gespräche seitens der Fehmaranerinnen und Fehmaraner.

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