Wählervereinigung und BI wollen nach knapper Entscheidung in der Stadtvertretung nicht klein beigeben

ICE-Halt: WUW geht in die Offensive

+
Auch bei eisiger Kälte: Claus Küster (v.l.), Rolf Reijnders, Bernd Sölter und Hans-Peter Thomsen kämpfen für einen Fernhaltepunkt an der Haupttrasse auf Fehmarn

FEHMARN -mb- „Diese Entscheidung hätten wir nicht treffen müssen“, ist sich WUW-Fraktionschef Hans-Peter Thomsen sicher. Die Rede ist vom SPD/FWV-Beschluss, einen Fernhaltepunkt gemeinsam mit Heiligenhafen und Großenbrode zu fordern und somit von einem ICE-Halt auf Fehmarn abzusehen.

Thomsen und seine Kollegen aus dem WUW-Vorstand waren gestern neben dem Rathaus mit einem Stand anzutreffen. „Wir sind immer mal im Rahmen des Wochenmarktes vertreten“, merkte Vorstandsmitglied Bernd Sölter an. Diesmal gehe es allerdings um ein konkretes Thema, ergänzte Claus Küster als Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Fehmarn-Beltverkehr, die mit der Wählergemeinschaft hinsichtlich der Forderung eines Fernhaltepunktes auf Fehmarn gemeinsame Sache macht. „Wir sind dafür, die Forderung nach einem Fernhaltepunkt auf Fehmarn im Rahmen der neuen Hinterlandanbindung im Forderungskatalog zu behalten“, ergänzte Gunnar Mehnert (WUW) auf FT-Nachfrage.

Weder WUW noch BI sehen einen Vorteil für Fehmarn, wenn die Stadt mit einem Beschluss „das Wegloben eines Fernhaltepunktes auf das Festland“ mit einem Beschluss unterstütze, erklärte Rolf Reijnders, 1. Vorsitzender der WUW, am Mittwoch. 

„Die Schiene ist zukunftsfähig. Wenn wir jetzt klein beigeben, ist Fehmarn nicht nur mit der Fertigstellung der Hinterlandanbindung abgehängt, sondern auch in 20 oder 25 Jahren wird es dann keinen Fernhaltepunkt auf der Insel geben“, betonte Thomsen.

Zumal der Betriebsbahnhof an der Strecke Möglichkeiten der Synergie für einen Halt bieten würde, so Küster: „Die Deutsche Bahn hatte schon einmal Varianten für ein solches Szenario untersucht.“ Es sei nicht das Ziel, dass morgen bereits Schnellzüge dort halten, „aber wir müssen uns die Möglichkeit offen halten, uns unsere Chancen nicht verbauen“, ergänzte Thomsen.

Vonseiten der SPD und der FWV wird ins Feld geführt, dass nur der Bund einen Fernhalt beauftragen könne, dieser sei für Fehmarn im Bundesverkehrswegeplan nicht vorgesehen. Und selbst wenn es einen Halt geben würde, so müsse die DB mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit noch lange nicht einen Stopp einlegen.

Nichtsdestotrotz: WUW und BI wollen sich nun Gedanken machen, wie die Entscheidung rückgängig gemacht werden kann. Auch die Herangehensweise über ein Bürgerbegehren werde man prüfen, so Thomsen. Dies hatte Marco Eberle (Grüne) unlängst in der Stadtvertretung vorgeschlagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.