Herbergsvater zieht nach einem Jahr positive Bilanz / Jugendherberge entwickelt sich

Ideen und Teamgeist

+
Herbergsvater Johannes Bethcke an einem frisch gestrichenen Tisch neben einem der hübschen Blockhäuschen im hinteren Bereich der Jugendherberge, der nach dem Beschneiden der Bäume nun wieder viel Licht hat.

Fehmarn – Von Simone Walper Ein Jahr ist es nun schon her, dass sich Familie Herwig von Fehmarn verabschiedet hat und in die alte Heimat Göttingen zurückgekehrt ist. 25 Jahre lang hatten Gabriele Stehr-Herwig und Matthias Herwig die Geschicke der Jugendherberge in der Mathildenstraße als Herbergseltern gelenkt. Mit vielen Veranstaltungen wie ihrem jährlichen Sommerfest, zu dem sie immer wieder musikalische und künstlerische Highlights auf die Bühne brachten, prägten die Herwigs das Inselleben auf Fehmarn mit. In ihre Fußstapfen trat zum 1. April 2018 Johannes Bethcke, der jetzt auf das vergangene Jahr – sein erstes als Herbergsvater – nicht ganz ohne Stolz zurückblickt.

„Das erste Jahr ist fordernd gewesen“, gesteht Bethcke. Das habe er natürlich gewusst. Das Team, zu dem auch neue Kollegen stießen, habe sich erst einmal finden müssen. Viele Abläufe seien in dem Zuge optimiert worden. Und auch für die eine oder andere Veränderung in den Räumlichkeiten und an der Außenanlage sei Zeit nötig gewesen. „Da haben wir dann zum Beispiel aufs beliebte Sommerfest erst einmal verzichtet“, lässt der Herbergsvater wissen. Besonders freut er sich darüber, dass das Team sehr gut zusammengewachsen sei, seine Mitarbeiter den Dienstleistungsgedanken verinnerlicht hätten und sich bestens um das Wohl der Gäste kümmerten. „Dass sich unsere Gäste bei uns wohlfühlen, ist für uns alle das Wichtigste“, betont der Herbergsvater.

Ostern op‘n Knust

Und das tun sie offensichtlich sehr. Für die Ostertage hatten sich Bethcke und sein Team ein schönes Osterprogramm mit allerhand Aktionen ausgedacht, das da hieß „Ostern op’n Knust“. Der Einladung waren viele Familien aus ganz Deutschland gefolgt. „Wir hatten nicht ganz volles Haus, aber es waren fast alle Zimmer belegt“, gibt dem 36-Jährigen der Erfolg recht.

Am Sonnabend gab es ein stimmungsvolles Osterfeuer mit Livemusik und Stockbrotbacken sowie Barbecue. Am Ostersonntag hatte das Team eine Radtour für die Gäste organisiert. Vom Südstrand ging es über Meeschendorf zum Leuchtturm Staberhuk. Auf dem Rückweg gab es einen Zwischenstopp in Katharinenhof, wo das Team eine Art Open-Air-Restaurant aufgebaut hatte. Am Ostermontag fand ein großer Flohmarkt rund um den Bolzplatz statt. „Selbstverständlich hat auch das Wetter nicht ganz unwesentlich zum Gelingen der Aktionen beigetragen“, resümiert Bethcke. Ein ähnliches Programm habe es auch zu Silvester gegeben mit Lagerfeuer und Glühwein, Silvesterbüfett, DJ und Tanz sowie Neujahrsbrunch. Da wurde dann der Speisesaal kurzerhand nach dem Büfett zur Disko umfunktioniert.

Aber nicht nur Familien fühlen sich hier wohl. „Hauptsächlich haben wir natürlich Schulklassen hier“, verrät Bethcke. Die meisten kämen zwar aus den nördlichen Bundesländern, aber auch bei nordrhein-westfälischen Schulen sei die Herberge beliebt. Für Schulen gibt es Tagesprogramme, die schon bei der Buchung mitbestellt werden können, beispielsweise eine Kutterfahrt oder eine geologische Wanderung mit Beate Burow vom Umweltrat. „Wir haben auch eine Kooperation mit dem amerikanischen Schulbus, der die Schüler zu einer speziellen Führung zum Nabu nach Wallnau bringt“, lässt der Herbergsvater wissen.

Zu seinem Antritt im Frühjahr 2018 hatte Bethcke viele Ideen im Gepäck. Bereits mit seiner Bewerbung für die Stelle als Herbergsleiter hatte er ein umfassendes Konzept für die Jugendherberge vorgelegt.

In der Jugendherberge sollten zusätzlich zu verschiedenen von den Herwigs eingeführten Ideen die Themen „Umwelt & Natur“ sowie „Gesundheit & Sport“ im Mittelpunkt stehen. Dafür wollte Bethcke entsprechende erlebnispädagogische Angebote schaffen. Und das hat er getan. In Zusammenarbeit mit dem Lübecker Verein „Exeo“ und „Go Bildung“ aus Berlin bietet die Jugendherberge Teamprogramme an, die auf Strand, Meer und Sonne zugeschnitten sind, darunter auch Filmworkshops. So soll auch dem digitalen Zeitalter Rechnung getragen werden.

Die Gästezahlen sind gut. Neben den Familien und Schulklassen gibt es noch weitere Zielgruppen, die in diesem Jahr wieder vermehrt nach Fehmarn kommen. So hätten sich für den Sommer einige Jugendfreizeiten angemeldet, die 2018 ausgeblieben seien, ist Bethcke erfreut. Im Herbst kämen Musikgruppen und Chöre, die ihre Übungswochenenden in der Herberge verbrächten. „Aber auch Fußballgruppen kommen und nutzen den großen Bolzplatz für ihr Training.“

Die Jugendherberge bietet ideale Voraussetzungen für die unterschiedlichsten Freizeitgestaltungen. Drinnen gibt es verschiedene Aufenthaltsräume, die die einzelnen Gruppen nutzen können. Neben dem Bolzplatz gibt es einen schönen Platz im hinteren Bereich bei den Blockhäusern, der seit Kurzem nach etwas radikalerem Baumschnitt wieder viel Licht und Raum bietet. In nicht allzu ferner Zukunft sollen die Blockhäuser, die aus dem Jahr 1991 stammen, modernisiert werden. Gelder sind bereits beim Landesverband angefragt. Ebenso ist geplant, gemütliche Sitzecken einzurichten. „Der Bereich soll dann eher skandinavisch anmuten“, verrät der Herbergsvater.

Das Skandinavische liegt ihm sehr. So ist für Ende Juni, parallel zum Bulli-Festival, ein typisches Mittsommerfest mit Livemusik, Blumenschmuck – die Saat für die Sommerblumen ist schon ausgesät – und „Frog Dance“ geplant, zu dem alle, die mitfeiern wollen, schon jetzt herzlich eingeladen sind. „Zeitgleich veranstalten wir unseren Tag der offenen Tür und jeder kann sich in der Jugendherberge umsehen“, erklärt der junge Herbergsvater, der auf Fehmarn sehr gut angekommen ist, abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.