Zwei Eigentümer gehen mit dem Problem an die Öffentlichkeit und wollen sich wehren

Illegale Ferienwohnungen auf Fehmarn

Illegale Ferienwohnungen: Die Situation im Haus Am Steinkamp 1 ist auf Fehmarn sicherlich kein Einzelfall.
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Illegale Ferienwohnungen: Die Situation im Haus Am Steinkamp 1 ist auf Fehmarn sicherlich kein Einzelfall.

Fehmarn – mb – Fehmarns Bedarf an Wohnraum ist groß. Wenig überraschend bestätigte zuletzt eine Bedarfsanalyse den Sachverhalt schwarz auf weiß (wir berichteten). Bis zu 600 Wohnungen sollten in den nächsten fünf Jahren entstehen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Damit ist es aber nicht getan: Parallel müsse der Umwandlungsprozess von Dauervermietung in Ferienwohnungen gestoppt werden, erklärte Bauamtsleiter Benjamin May bei der Vorstellung der Ergebnisse der Wohnraumbedarfsanalyse.

  • Politik will gegen illegale Vermietung ankämpfen
  • 24 Dauervermietungen sollten es werden im Steinkamp 1
  • Eigentümer wollen das die rechtlichen Vorschriften eingehalten werden
Die Politik äußert zudem, ohne müde zu werden, einen weiteren Wunsch: Gegen die illegale Vermietung von Ferienwohnungen ankämpfen, denn auch auf diese Weise werden Wohnungen der allgemeinen Wohnraumversorgung der Bevölkerung entzogen. Dagegen vorzugehen, gestaltet sich jedoch schwierig.

Zwei Wohnungseigentümer sind an das FT herangetreten. Namentlich genannt werden wollen sie nicht. Beide wohnen im Steinkamp 1 in Burg und verstehen die Welt nicht mehr. Beide haben ihren Hauptwohnsitz auf Fehmarn, haben im letzten Jahr in ein „tolles Objekt, stadtnah und gut angebunden“, investiert. 24 Eigentumswohnungen mit durchaus luxuriöser Ausstattung hat die Immobilie. 24-mal Dauervermietung sollte es eigentlich sein. Die Realität sieht anders aus. „Wir haben ein Problem mit unzulässiger Ferienvermietung“, teilen beide dem FT mit.

Natürlich habe man sich vorher informiert und von der Stadt schriftlich die Antwort erhalten, dass Ferienwohnungen nicht gestattet seien. Die Genehmigung einer Ausnahme sei mehr als unwahrscheinlich, hieß es aus dem Bauamt. Dessen Chef, Benjamin May, sagte am Mittwoch: Generell für Fehmarn werde man momentan „einen Nutzungsänderungsantrag in eine Ferienwohnung nicht genehmigen“. Hintergrund: Das Bauamt erarbeitet gerade eine Erhaltungssatzung für Fehmarn. Bis zur Fertigstellung werden Anträge zurückgestellt.

„Wir haben uns sicher gefühlt"

Gleichzeitig hat die Hausgemeinschaft eine Teilungserklärung, die unter den Eigentümern die Eigentumsverhältnisse regelt. Dort steht in einem Passus, dass der Umwandlung von Dauervermietung in einen nicht störenden Gewerbebetrieb einstimmig durch die Eigentümer zugestimmt werden muss. Sozusagen eine doppelte Absicherung. „Wir haben uns sicher gefühlt“, sagen beide nachdenklich. Hätten sie gewusst, dass im Haus Ferienvermietung stattfindet, wäre der Kauf einer Wohnung nicht infrage gekommen.

In der Korrespondenz mit dem  Bauamt wird den Eigentümern auch klar, dass der Kreis Ostholstein für das Thema zuständig ist. „Die Überprüfung der Rechtmäßigkeit obliegt dem Kreis“, wissen mittlerweile beide. Vielleicht sei es effektiver, wenn dies bei der Stadt Fehmarn angesiedelt wäre, meint May. Denn der Kreis sei aufgrund der schieren Masse nicht in der Lage, umfänglich zu prüfen, was der Bauamtsleiter nicht als Vorwurf verstanden wissen will. „Das ist bei der Vielzahl an Bäderorten einfach die Situation.“

Die Eigentümer wenden sich daraufhin an den Kreis. Tauschen sich mit der zuständigen Behörde schriftlich und mündlich aus. Ergebnis: Entweder sie geben einen Hinweis auf baurechtswidrige Umstände – dann sagt der Kreis aber nicht, ob er in der Sache aktiv wird –, oder beide gehen zivilrechtlich gegen das Problem vor. Ernüchternd.

„Uns geht es nicht darum, jemanden zu bestrafen, wir wollen eigentlich nur, dass die rechtlichen Vorschriften eingehalten werden und dass die Eigentümer der Ferienwohnungen in unserem Haus wissen, dass es so nicht geht.“ Vom Kreis haben sie übrigens erfahren, dass weder ein Antrag noch eine Genehmigung für eine Ferienwohnung in ihrem Haus vorliegt.

So fundiert, schnell und sachlich sie von der Stadt und vom Kreis Antworten bekommen hätten, seien sie doch beide mit dem Ergebnis unzufrieden. „Es kann doch nicht meine Aufgabe sein, zivilrechtlich gegen meine Miteigentümer vorzugehen, damit die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.“

Den Hinweis des Kreises, man könne zivilrechtlich gegen das Problem vorgehen, werden beide wohl ins Auge fassen. „Wir wollen Klarheit.“ Zudem seien sie mit dem Anliegen im Haus Am Steinkamp 1 nicht alleine. „Nicht jeder traut sich, das Problem öffentlich zu machen“, so die Eigentümer.

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