Bauhof Fehmarn Laub illegale Entsorgung
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Säcke mit Laub in der Süderstraße: Eigentlich ist die Stadt Fehmarn für die Entsorgung des privaten Grünschnitts nicht zuständig. Der Bauhof muss trotzdem aktiv werden.

Grundstückseigentümer sind zuständig

Illegale Laubentsorgung auf Fehmarn: Kosten für Bauhof bereits über 20000 Euro

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Wenn die Blätter fallen, wird‘s ungemütlich für den Bauhof auf Fehmarn. Die illegale Laubentsorgung sorgt für eine zusätzliche Belastung des Personals und kostet Geld.

  • Illegale Laubentsorgung betrifft eine kleine Minderheit.
  • Auf frischer Tat ertappen: Bauhof Fehmarn verstärkt Kontrollfahrten.
  • Flyer soll im kommenden Jahr aufklären.

Fehmarn – Alle Jahre wieder unerfreulich. Wenn die Blätter im Herbst erst goldgelb werden und dann gen Boden fallen, bekommt der Bauhof der Stadt Fehmarn ungewollt eine neue Aufgabe. Die Entsorgung von Grünschnitt von privaten Grundstücken, dem angrenzenden Fußweg und der dazugehörigen Straßenhälfte. Fein säuberlich geschnürt stehen dann immer wieder Säcke mit Laub am Straßenrand – bereit für die Abholung, die aber gar nicht vorgesehen ist. Denn die Reinigungs- und Entsorgungspflicht liegt beim Grundstückseigentümer, schwarz auf weiß regelt das die Straßenreinigungssatzung der Stadt Fehmarn.

Auf Parkplätzen, in Straßengräben oder in Hecken

Der Bauhof der Stadt Fehmarn entdeckt die abgestellten Säcke auf seinen Kontrollfahrten über die Insel, beispielsweise an Straßenrändern, auf Parkplätzen, in Straßengräben oder in Hecken und muss sie entsorgen. Auch beliebt: Die Blätter werden einfach auf den öffentlichen Grünstreifen gefegt, was ebenfalls verboten ist.

Es ist am Ende herrenloser Abfall, den müssen wir entsorgen – und zwar auf Kosten der Allgemeinheit.

Bauhofchef Timo Jädke

Nicht selten melden sich Anwohner, die die Pflanzenreste in Plastikbeuteln beim Spaziergang entdecken. Die Bauhofmitarbeiter rücken an. „Es ist am Ende herrenloser Abfall, den müssen wir entsorgen – und zwar auf Kosten der Allgemeinheit“, sagt Bauhofleiter Timo Jädke. Seine Mitarbeiter müssen zudem die Säcke zur Kontrolle leeren, bevor der Grünschnitt zum Recyclinghof gefahren wird, denn auch Restmüll schleicht sich manchmal dazwischen.

Kosten der privaten Entsorgung kaum der Rede wert

Die momentane Lage bezeichnet Jädke als erschreckend und schätzt die bisherigen Kosten auf mindestens 20000 Euro, die durch Personal, Fahrzeuge und Entsorgung der illegalen Abfälle für den Bauhof angefallen sind. Auf der anderen Seiten sind die Kosten der privaten Entsorgung von Gartenabfällen beim Recyclinghof kaum der Rede wert. „Die Leute sind bequem“, ist Jädke verstimmt.

Illegaler Sammelhaufen: Laubsäcke werden einfach auf einer städtischen Grünfläche im Staakensweg deponiert.

Sammelpunkte für Laubsäcke

So scheint es vereinzelt sogar Sammelpunkte zu geben, an denen dann Säcke mit Laub einfach deponiert werden. Nicht selten tritt dieser Sachverhalt ein, den viele vom Sperrmüll kennen. Einer meldet an, andere stellen über Nacht ihren Kram dazu, der nicht immer konform ist. Der Zweckverband holt am nächsten Tag nicht alles ab. „Das müssen wir dann übernehmen“, sagt Jädke. Auch wieder auf Kosten der Allgemeinheit.

Einer kleinen Minderheit sind Regeln egal 

Auch wenn die Massen an Grünabfällen nerven, die Masse ist es nicht, die sich querstellt. Im Gegenteil. „Fast alle Anwohnerinnen und Anwohner verhalten sich ordnungsgemäß hinsichtlich Straßenreinigung und Entsorgung der Gartenabfälle“, so Jädke, dem es um eine kleine Minderheit geht, denen die Regeln scheinbar egal seien.

Timo Jädke zeigt auf den Hinweis am Lagerplatz des Bauhofes bei Burgstaaken: „Das Ablegen von Abfall jeglicher Art ist verboten.“

Lagerplatz des Bauhofes betroffen

„Das ist teilweise schon sehr dreist“, sagt der Bauhofchef und kommt auf den Lagerplatz des Bauhofes bei Burgstaaken zu sprechen, wo auch in diesem Jahr großzügig Laubabfälle illegal entsorgt werden. Fünf bis sechs Lkw-Ladungen seien es in den letzten vier Wochen gewesen, so Jädke und schätzt die Menge bisher auf 30 bis 40 Tonnen.

Das ist eine klare Ordnungswidrigkeit und hat ein Bußgeld zur Folge.

Bauhofchef Timo Jädke

„Das ist eine klare Ordnungswidrigkeit und hat ein Bußgeld zur Folge“, erklärt Jädke. Allerdings scheitert es an der Beweislast. „Wir wissen nicht, wer es war.“ So würde er auch gerne den einen oder anderen Laubentsorger auf frischer Tat ertappen. Der Bauhof hat jedenfalls seine Kontrollfahrten verstärkt und ein waches Auge, um die Laubsünder zur Rede zu stellen.

Fehlt es an Aufklärung?

Bei den Säcken am Straßenrand hat Jädke allerdings auch die Vermutung, dass einige Anwohner denken, dass die Stadt in der Pflicht ist. „Es ist also nicht mal böse gemeint, uns kostest es allerdings Ressourcen.“

Natürlich darf der Appell des Bauhofleiters nicht fehlen, dass sich Grundstückseigentümer an ihre Pflichten im Rahmen der Straßenreinigungssatzung zu halten haben. Aber Jädke gibt sich keinen Illusionen hin. Das Problem wird erst verschwinden, wenn kein Blatt mehr am Baum ist. Eine Idee gibt es fürs nächste Jahr: „Wir wollen einen Flyer erstellen, um auf die gesetzlichen Vorgaben hinzuweisen“, so Jädke.

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