Angelsportverein hat unerlaubten Ablageplatz am Sahrensdorfer Binnensee entdeckt

Illegaler Schrottplatz im Schilf

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Drei Tanks stehen in der Landschaft. Mitten im Schilfgürtelbereich des Sahrensdorfer Binnensees. Mitglieder des Angelsportvereins (ASV) haben den illegalen Schrottplatz im Natura-2000-Gebiet entdeckt.

Fehmarn –Von Nicole Rochell– Irmgard Böhrk konnte nicht glauben, was sie hörte. Bis sie es sah. Und tatsächlich. Drei riesige Tanks, ein Kohlanhänger, ein Spritzanhänger, ein großer Berg Bruchsteine und stattliche Findlinge sowie, besonders irritierend, Grabsteine, vier Stück an der Zahl, mitten im Schilfgürtelbereich des Sahrensdorfer Binnensees, ein Natura-2000-Gebiet.

Irmgard Böhrk, Vorsitzende des Burger Angelsportvereins (ASV), der den Sahrensdorfer Binnensee seit dem 1. April 1981, seinerzeit noch von der Stadt Burg auf Fehmarn, gepachtet hat, kann es nicht fassen. „Was macht das ganze Zeug im Schilf und wer hat es dort abgelagert?“, fragt sie sich.

Und nicht nur sie. Auch Uwe Wulf und Sportwart Klaus Pahlke, Mitglieder im ASV, trauten ihren Augen kaum. Sie hatten die unerlaubte Ablagestelle entdeckt, als sie unterwegs waren, um nach dem Fischsterben im Sahrensdorfer Binnensee Anfang September (wir berichteten) neulich die Einlassstellen der Entwässerung zu kontrollieren. „Normalerweise hätten wir die Sachen gar nicht entdeckt“, so Klaus Pahlke. „Da kommt so schnell niemand hin.“ Anscheinend schon.

Die Angler wissen um den sensiblen Bereich des Schilfs am Gewässer, ein als Biotop eingestufter Bewuchs, der ohne Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde nicht beschnitten oder entfernt werden darf. „Die gesamte linke Seite des Sahrensdorfer Binnensees ist für uns tabu, da dürfen wir nicht zum Angeln hin“, so Irmgard Böhrk. „Wir Angler halten uns daran.“ Andere nähmen es mit dem Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume, wie es Natura 2000 zum Inhalt habe, augenscheinlich nicht so genau, so die Vorsitzende des Angelsportvereins, die erst unlängst an einer Veranstaltung teilgenommen hatte, in der es darum ging – wie langfristig für alle Natura-2000-Gebiete – einen Managementplan mit Erhaltungsmaßnahmen zu erstellen.

Das LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) hatte Gebietsanrainer und Nutzer zu einem ersten Gespräch eingeladen, informierte Irmgard Böhrk vom ASV, der ebenso wie Landwirte eingeladen war. Die nächste Infoveranstaltung zum Thema soll Anfang Januar stattfinden, so die Frau an der Spitze des Burger Angelsportvereins. Sie will, wie ihre Vereinsmitglieder, wissen: Was passiert da im Schilf? Wer fährt dort Ausrangiertes und Steine hin?

Die Spuren im Schilf sind deutlich zu erkennen.

Es herrscht Fahrzeugverkehr im Schilf. Die Angler haben Spuren vorgefunden, die auf Schlepperreifen, wie sie bei Traktoren, Radladern oder Baggern verwendet werden, schließen lassen. Darüber hinaus sei auch die Spur eines Raupenfahrzeugs deutlich zu sehen, das, parallel zum Gewässer, den linksseitigen Binnensee-Bereich abgefahren habe, einmal von oben nach unten, rund drei Kilometer, so lang wie der Binnensee, mitten durchs Schilf.

Ein Teich mitten im Schilf. Wer hat ihn angelegt und wozu wird er benutzt?

Und das kann, wie sich die Angler jetzt überzeugen konnten, sogar ein Gewässer beinhalten. Ein Teich, circa 100 Meter lang und 25 Meter breit, befindet sich kurz nach dem Sahrensdorfer Binnensee, Richtung Meeschendorf, im Schilf, der übrigens dort nicht mehr so üppig wuchere. „Was macht da ein Teich, wer hat ihn angelegt und wozu?“, fragen sich die Angler und wollen jetzt Antworten auf alles, was sich auf ihrem gepachteten Grund und Boden abspielt.

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