Mühlenmuseum Lemkenhafen Uni Kiel
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Gäste aus Kiel: Die Professoren Oliver Auge (3.v.l.) und Sebastian Barsch (3.v.r.) besuchten mit ihren Studentischen Hilfskräften Anne Krohn und Kai Wittmacher (l.) Dr. Klaus-Fr. Bumann (r.) und Klaus-Dieter Blanck vom Museums-Verein.

Unterstützung für den Anstrich gesucht

Im Mühlenmuseum in Lemkenhafen ist Heimatgeschichte greifbar

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Die Segelwindmühle in Lemkenhafen ist seit fast 60 Jahren ein Museum, das Heimatgeschichte bewahrt und zum Anfassen bereithält. Kieler Professoren besuchten jetzt für ihre Forschung das Museum.

  • Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Oliver Auge (Regionalgeschichte) und Prof. Dr. Sebastian Barsch (Geschichtsdidaktik) besuchten das Mühlen-Museum in Lemkenhafen.
  • Welche museale Rolle nehmen Mühlen heutzutage ein?
  • Museums-Verein ruft zu Spenden auf.

Fehmarn – Feldforschung der Christian-Albrechts-Universität Kiel auf Fehmarn. Die Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Oliver Auge (Regionalgeschichte) und Prof. Dr. Sebastian Barsch (Geschichtsdidaktik) besuchten das Mühlen-Museum in Lemkenhafen. Der zweite Vorsitzende des Vereins zur Sammlung Fehmarnscher Altertümer, Dr. Klaus-Fr. Bumann, und Museumsleiter Klaus-Dieter Blanck stellten das Museum vor, standen Rede und Antwort.

Welche museale Rolle spielen Mühlen heutzutage noch?

Prof. Dr. Oliver Auge

Beide Besucher treibt das Interesse an historischen Orten in Schleswig-Holstein an. „Wie geht unser Land mit Heimatgeschichte um?“, stellt Barsch als Frage in den Raum. Und mit konkretem Bezug zu Fehmarn: „Welche museale Rolle spielen Mühlen heutzutage noch?“, formuliert Auge als Kernfrage, der auf Anfrage des Vereins zur Erhaltung der Wind- und Wassermühlen in Schleswig-Holstein und Hamburg für einen Vortrag recherchiert.

Orte attraktiver gestalten beziehungsweise attraktiv halten

Die beiden Akademiker werden auch noch die Kupfermühlen in Harrislee und Glinde besuchen. „Es ist eine spannende Frage, was vor Ort aus den Mühlen gemacht wird“, so Barsch. Für seinen Kollegen stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Zukunftsfrage. „Wie wird gestaltet, damit die Orte attraktiver werden beziehungsweise attraktiv bleiben?“ Für den Didaktiker steht zwangsläufig die Relevanz für den Schulunterricht und für Ausflüge im Mittelpunkt. Mit Kita-Kindern, erste bis vierte Klassen und Oberstufe habe man sehr gute Erfahrungen – in den Jahren dazwischen sei es eher schwierig, berichtet Museumsleiter Blanck – und auch er stellt eine Frage in den Raum: „Was nehmen die Schüler an Technikgeschichte mit?“

Wissenschaftliche Auswertung geplant

Viele Fragen, deren Beantwortung am Ende Teil einer wissenschaftlichen Auswertung sein soll, sagt der Geschichtsdidaktiker, für den es, wie für seinen Kollegen, einerseits um eine Bestandsaufnahme gehen wird, also, wie es Barsch formuliert: „Welche Geschichte wird an welchen Orten erzählt?“ Andererseits geht es um Antworten, wie Orte in der Peripherie in den Fokus gerückt und deren Geschichten in die Seminare gebracht werden können.

Rolle der Heimatmuseen für die Aufarbeitung der Heimatgeschichte

Eine kleine Studie der AG Landesgeschichte im Deutschen Historikerverband, dessen nächster Vorsitzender Auge werden soll, wird sich auf einer Tagung zur Heimat- und Landesgeschichte im kommenden Jahr der Frage widmen, welche Rolle Heimatmuseen für die Aufarbeitung der Heimatgeschichte spielen.

Fällt auf: „Jachen Flünk“ ist bereits auf der Anfahrt nach Lemkenhafen zu sehen.

Damit „Jachen Flünk“ in Lemkenhafen als historischer Ort noch möglichst lange erhalten bleibt, muss neben kleineren Unterhaltungsmaßnahmen von Zeit zu Zeit auch etwas größer gedacht werden. So verhält es sich mit dem notwendigen Neuanstrich der Mühle, der noch in diesem Spätsommer erfolgen soll (wir berichteten). Die Kosten beziffert der Verein auf 50000 Euro, kleinere Ausbesserungen, wie die Erneuerung einzelner Schindeln, seien vorsichtshalber eingepreist, so Bumann.

10000 Euro fehlen noch für den Anstrich

Wie sieht es mit der Finanzierung aus? 20000 Euro kommen aus dem Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes, jeweils 8000 Euro kommen von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft und vom Landesamt für Denkmalpflege, mit 2500 Euro unterstützt Windenergie Fehmarn – auch der Kreis und die VR Bank sind mit kleinen Beträgen dabei. „Am Ende fehlen noch rund 10000 Euro“, rechnet der 2. Vereinsvorsitzende zusammen und hofft auf die Unterstützung von Vereinsmitgliedern, Fehmaranern und Freunden der Segelwindmühle.

Spendenaufruf

Damit genügend Farbe für den Anstrich der Segelwindmühle „Jachen Flünk“ zur Verfügung steht, ruft der Verein zur Sammlung Fehmarnscher Altertümer zu einer Spende auf. Spendenbescheinigungen kann der Verein ausstellen.

Sparkasse: IBAN DE57 2135 2240 0091 5228 96

VR Bank: IBAN DE61 2139 0008 0001 1775 40

Verwendungszweck: Spende Jachen Flünk

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