Ein Raum im Impfzentrum in Lensahn
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In Wartestellung: Die Räume des Impfzentrums in Lensahn bleiben bis auf Weiteres verwaist.

Wöchentlich 24000 Biontech-Impfdosen

Impfstoff bleibt ein knappes Gut

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Auch in Schleswig-Holstein ist der Impfstoff gegen das Coronavirus ein knappes Gut. Ab 25. Januar treffen erstmals Erst- und Zweitimpflinge aufeinander. Hat das Land genug für eine zweite Dosis zurückgehalten?

  • Moderna-Impfstoff bisher nur in sehr geringen Mengen
  • UKSH verschiebt alle Termine für Zweitimpfungen um zwei Wochen nach hinten
  • AWO Fehmarn wendet sich an Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) mit der Bitte um Unterstützung

Fehmarn/Kiel/Eutin – Der Impfstoff bleibt knapp – sehr knapp. Selbst der zweite Hoffnungsbringer nach Biontech gegen das Coronavirus, Moderna, ist zunächst für Schleswig-Holstein nur in sehr kleiner Stückzahl vorhanden. „2400 Dosen hiervon sind bereits eingetroffen und kommen in Krankenhäusern zur Anwendung“, sagte gestern Marius Livschütz, Pressesprecher für das Landesgesundheitsministerium.

Impftermine bleiben so, wie sie gebucht sind

Verimpft wird er seit Donnerstag unter anderem im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel und Lübeck. Dort wird wegen Impfstoffknappheit in den nächsten zwei Wochen gar nicht geimpft. Über 5200 Angestellte sind dort jedoch mittlerweile geimpft worden, haben aber am Mittwoch per Newsletter die Information erhalten, dass ihre Termine für die zweite Impfung automatisch um zwei Wochen nach hinten verlegt werden wegen Impfstoffknappheit – ohne neuerliche Absprache. Droht dies auch für die Impfzentren? Das Land verneint. „Die Termine für die Zweitimpfung bleiben so, wie sie gebucht sind.“

Zweite Impfstoffdosis wird zurückgehalten

Allerdings, das hatte das Land bereits am Donnerstag bekannt gegeben, werde man die Intervalle zwischen Erst- und Zweitimpfung für beide Impfstoffe für neue Termine ab sofort einheitlich auf 35 Tage (fünf Wochen) anpassen, so Livschütz, der bestätigte, dass für jeden Geimpften, „unter Berücksichtigung der erwarteten Impfstofflieferungen“, automatisch eine zweite Impfdosis zurückgehalten werde.

Die Frage, ob es für einen gewissen Zeitraum ein Stopp für die Terminvergabe bei Erstimpfungen geben werde, weil eventuell nicht genug Impfstoff vorhanden ist, um Erst- und Zweitimpflinge parallel zu bedienen, verneint das Land. „Die aktuellen Planungen sehen so etwas nicht vor“, antwortete Livschütz und machte zudem deutlich dass Schleswig-Holstein nicht weniger Impfstoff erhalten habe, als dies in den Planungen vorgesehen war. Seit 8. Januar plant das Land wöchentlich mit rund 24000 Impfdosen. „Bis Mitte Februar soll die Liefermenge in etwa konstant bleiben. Weiter in die Zukunft wird auf dieser Datenlage geplant“, so der Pressesprecher.

Keine Aussagen zur Menge des Impfstoffes

Hinsichtlich des eingesetzten und zur Verfügung stehenden Impfstoffes in Eutin verweist der Kreis Ostholstein auf die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), die verweist wiederum auf das Gesundheitsministerium. Dort hieß es gestern: Zu Impfstoffmengen in einzelnen Impfzentren könne man keine Auskunft geben.

Allgemein heißt es nur: „Sollte mehr Impfstoff zur Verfügung stehen beziehungsweise weitere Impfstoffe zugelassen werden, wird das Impfvolumen ansteigen, indem Impflinien in den Impfzentren ausgebaut und Öffnungszeiten ausgeweitet werden.“ Dann könnten auch weitere Impfzentren den Betrieb aufnehmen.

Über 150 Personen auf Fehmarn: AWO hat Liste mit über 80-Jährigen

Eine Kehrtwende hatte das Land vorgestern vollzogen und wird ab 28. Januar Personen ab 80 Jahren mit einem Informationsschreiben kontaktieren (wir berichteten). Eine Liste von über 150 Fehmaranern, die über 80 Jahre alt sind, hat mittlerweile der Aufruf der AWO Fehmarn ergeben. In einem Schreiben an Gesundheitsminister Heiner Garg, das dem FT vorliegt, bittet der AWO-Ortsvereinsvorsitzende Heinz Lange „um einen möglichst kurzfristigen Impftermin auf der Insel“.

Hoffen auf eine Impfmöglichkeit direkt auf Fehmarn

Alle Personen hätten bereits das Formular für Anamnese und die Einwilligung sowie die Hinweise zur Impfaufklärung erhalten. Die AWO werde für geeignete Räumlichkeiten und den Transport der Impflinge sorgen, so Lange. Für die Vorbereitung der Logistik benötige man zwei Tage Vorlauf, schreibt der Vorsitzende und hofft darauf, dass eine Impfmöglichkeit direkt auf Fehmarn möglich werde. 

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