Fehmarn umrunden schwimmen
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Ulli Stegemann umrundete Fehmarn in vier Etappen.

22 Stunden reine Schwimmzeit

In vier Etappen schwimmend Fehmarn umrundet

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
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Manche Menschen brauchen besondere Herausforderungen. Zu ihnen gehört auch Ulli Stegemann, der jetzt in vier Etappen Fehmarn umrundete – und zwar schwimmend.

  • Ulli Stegemann macht einen Haken hinter seiner selb kreierten „Baltic Four“.
  • In 22 Stunden reiner Schwimmzeit Fehmarn um rundet.
  • Extremsportler Wolfgang Kulow begleitete den Schwimmer auf seiner Strecke.

Fehmarn – Ulli Stegemann hat‘s geschafft. Nicht in drei Etappen, wie er es zunächst geplant hatte, sondern in vier: schwimmend die Insel Fehmarn zu umrunden, ohne Neoprenanzug. Reine Schwimmzeit: 22 Stunden. „Eine Wahnsinnsleistung“, wie sein treuer und zuverlässiger Wegbegleiter, der Extremsportler Wolfgang Kulow (72), berichtete.

Stegemann (53), der lange Zeit in Oldenburg lebte und seinen Lebensmittelpunkt in Lübeck hat, hat mit der Umrundung Fehmarns die letzte Etappe seiner selbst kreierten „Baltic Four“ geschafft. Seine bisherigen Etappen: Travemünde-Kellenhusen, Kellenhusen-Fehmarn und Lippe (Hohwacht)-Fehmarn. Und jetzt rund um Fehmarn.

Schwimmen mit zwei Bojen im Schlepptau

Konnte Stegemann bei seinen bisherigen Etappen immer von einem Boot begleitet und von dort auch versorgt werden, hat er nun aus Kostengründen darauf verzichtet. „Wir haben uns etwas einfallen lassen müssen, das es so noch nicht gegeben hat“, berichtet Wolfgang Kulow. So sei man auf die Idee gekommen, dass er ihn an Land mit dem Rad begleitet und alle 30 Minuten mit Nahrung versorgt. Da das auf der Strecke nicht überall möglich war, zog Stegemann auf seiner Tour durch die Fluten der Ostsee zwei Bojen hinter sich her – eine befüllt mit Nahrung (hauptsächlich Cola, Riegel, Energie-Gel), die andere bestückt mit einem Handy.

Im Sund gab es auch noch eine Restströmung aus Ost, was weitere Körner gekostet hat.

Wolfgang Kulow

Die erste Basisstation war der Campingplatz Flügge. Ab hier absolvierte Stegemann am Sonnabend das erste Teilstück in Richtung Staberhuk. Um Flügge herum ging es quer durch die Orther Bucht, wo Kulow ihn nicht unterstützen konnte und die Schärenkreuzer-Regatta stattfand. „Im Sund gab es auch noch eine Restströmung aus Ost, was weitere Körner gekostet hat“, so Kulow. Doch Stegemann schaffte die Tour und kam nach zehn Stunden ziemlich geschafft in Staberhuk an.

Kulow mit 40 kg beladenem Fatbike unterwegs

Dann ging‘s zurück nach Flügge und am nächsten Tag in die andere Richtung. Die Bedingungen: herausfordernd. Windstärke 4 bis 5, erste Schaumkronen auf den Wellen. „Im Schutze der Markelsdorfer Huk ging‘s wieder“, so Kulow, für den das Vorankommen mit dem mit rund 40 Kilo beladenen Fatbike am Strand auch kein Zuckerschlecken war.

Gaskocher raus, Nudeln kochen und Energie aufnehmen

Station gemacht wurde sodann auf dem Campingplatz in Altenteil. Doch bevor es an den Aufbau der Zelte ging, musste erst der Kleinwagen aus Flügge geholt werden. Also musste sich Kulow aufs Rad schwingen und im heftigen Gewitterguss nach Süden radeln. „Ich glaube, ich war da der einzige Radfahrer auf Fehmarn“, erzählte Kulow. Dann das Fatbike auseinanderbauen, einladen und zurück nach Altenteil mit dem Pkw. Gaskocher raus, Nudeln kochen und Energie aufnehmen. Die Nudeln werden dann noch ergänzt durch Brühe, Speck und Mettenden, sodass für ausreichend Kohlenhydrate und Mineralien gesorgt ist, um fit zu sein für die nächste Etappe. So ging es am Montag Richtung Osten bis nach Puttgarden. Auch hier musste Stegemann am Grünen Brink auf sich allein gestellt eine lange Distanz bewältigen. 

Am Dienstag schließlich stand die Abschlussetappe auf dem Programm. „Unterschlupf“ fanden sie auf dem Campingplatz Katharinenhof. „Das war das schönste Stück“, so Kulow, denn von Staberhuk bis Marienleuchte habe Stegemann unter Land bei ablandigem Wind und bei ruhiger See schwimmen können. Mittwoch seien sie beide „alle gewesen“ und hätten fast den ganzen Tag geschlafen.

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