Dienstag wieder freie Fahrt / Stadt will mehr Lauffläche generieren / Problem Wildcamping

Innenstadt kurzzeitig fahrradfrei

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Absteigen und schieben heißt es für Fahrradfahrer bis einschließlich Montag Am Markt und in der Breiten Straße. Am Dienstag will die Stadt zur üblichen Regelung zurückkehren.

Fehmarn –mb– Wer auf Burgs Hauptschlagader radeln möchte, wird momentan eines Besseren belehrt. „Radfahrer absteigen“ heißt es entlang Am Markt und Breite Straße. „Das ist für Radfahrer eine unangenehme Situation, dessen bin ich mir bewusst“, sagte Bürgermeister Jörg Weber am Mittwoch auf FT-Nachfrage über die temporäre Regelung in der Innenstadt. Ab Dienstag sollen die Radfahrer wieder freie Fahrt haben.

  • Stadt will möglichst viel Lauffläche in der Innenstadt generieren
  • Kein Wettbewerbsvorteil gegenüber Nordsee und Mecklenburg-Vorpommern
  • Kein Veranstaltungsprogramm zu Pfingsten

Weber begründete die kurzfristige Maßnahme mit der Notwendigkeit, so viel Lauffläche wie möglich entlang der Straße zu generieren. Zudem habe man mit dem Verein Attraktive Burger Altstadt (ABA) abgesprochen, dass Warenauslagen vor Geschäften und freistehende Aufsteller auf ein Minimum zu begrenzen seien.

Viele Ideen – allesamt nicht optimal

Eine Idee, die zuletzt von Politik und Verwaltung vorgebracht wurde, nämlich die Sperrung der Straße für den Autoverkehr, um mehr Flanierfläche in der Innenstadt zu generieren, entpuppte sich letztendlich als schwierig in der Umsetzung. „Es ist eine Landesstraße. Eine Genehmigung für einen längeren Zeitraum ist nicht so einfach zu bekommen“, so Weber, der von weiteren Ideen sprach – allesamt nicht optimal. So sei die Sperrung der Parkplätze im Gespräch gewesen. Nur sei das Gehen entlang der Schrägen kaum praktikabel. Einen Teil der Straße abzusperren, wäre problematisch mit Blick auf den Lieferverkehr. Die zeitweise Sperrung, beispielsweise von 12 bis 16 Uhr, prüfe man momentan. „Aber das ist wiederum mit einem riesigen Aufwand verbunden“, sind für Weber optimale Lösung zurzeit nicht in Sicht. Dennoch: „Wir wollen alles rausholen, was möglich ist“, so der Verwaltungschef gegenüber dem FT – das gelte übrigens auch für die Begrenzung des Wildcampings auf Fehmarn.

Wildcamping – Stadtverwaltung reagiert

Für das, was über Himmelfahrt an einigen Zuwegungen zu den Stränden zu beobachten gewesen sei, konnte Weber kein Verständnis aufbringen. „Die Campingplätze haben doch noch Kapazitäten.“ Entsprechend habe man reagiert: Höhenbegrenzung, Tonnenbeschränkung, uneingeschränkte Halteverbote – „langsam gehen uns die Schilder aus“, berichtete Weber. Mit der Polizei seien Absprachen getroffen worden zur verstärkten Verkehrsraumüberwachung.

23 Kubikmeter Müll an zwei Tagen entsorgt

Von einem Wermutstropfen sprach diesbezüglich Tourismusdirektor Oliver Behncke. Denn mit Ausnahme des Wildcampings seien die ersten echten Probetage für den Tourismus rund um Himmelfahrt bis zum heutigen Tag gut verlaufen. Dennoch sei die Situation an einigen Strandzufahrten „unerträglich gewesen“, wenn Wege für den Rettungsdienst und auch für den Gast, der Kurabgabe zahle, blockiert seien. 23 Kubikmeter Müll habe man alleine an zwei Tagen entsorgen müssen. „Das muss stärker sanktioniert werden“, betont auch der oberste Touristiker, der einen Zusammenhang zu den weniger weitreichenden Tourismus-Lockerungen an der Nordsee und in Mecklenburg-Vorpommern sieht.

Von einem Wettbewerbsvorteil gegenüber Nordsee oder dem Nachbarbundesland will Behncke nicht sprechen. Was die Nachteile betrifft, sei Fehmarn bis zuletzt „leidgeprüft“ gewesen, mit Blick auf das Begehungsverbot und das Verbot für die Nutzung der Sportboothäfen. Behncke blickte derweil schon auf die Tage nach Pfingsten, wenn das Land für den Tourismus ein neues Update geben will. Seien seines Erachtens bisher fast immer nachvollziehbare Signale vom Land gekommen, machte Behncke auch deutlich: „Erkennen wir für die Insel einen unsinnigen Nachteil, werden wir für Fehmarn intervenieren.“

Kurabgabe habe der Tourismus-Service Fehmarn (TSF) übrigens auch von den Wildcampern eingezogen, so Behncke. Immerhin gut und gerne 1800 Tagestickets an vier Tagen – von Himmelfahrt bis Sonntag. „Wir können keine Verkehrsordnungswidrigkeiten ahnden, aber dafür Kurabgabe einziehen. Das ist ja auch unser Auftrag“, sagte der TSF-Chef ohne Umschweife.

Weiterhin wenig Verständnis habe er für die noch gültige Regelung in der aktuellen Landesverordnung, dass Duschmöglichkeiten auf Campingplätzen und in Sportboothäfen geschlossen bleiben müssen. „34 Prozent unserer Gäste sind Camper. Damit sind wir überproportional betroffen“, erklärt der Tourismuschef, dem entlang der schleswig-holsteinischen Ostseeküste spontan nur Neukirchen mit einer ähnlichen Betroffenheit einfällt. Behncke vermutete zudem, dass die Regelung größtenteils dafür verantwortlich sein könnte, dass die Campingplätze nur zu etwa 70 Prozent ausgelastet seien. „Mal zwei Tage mag das kein Problem sein – darüber hinaus wird es schwierig.“

Veranstaltungen – ein sensibles Thema

Noch nichts Konkretes gibt es für Fehmarn bezüglich eines neu aufbereiteten Veranstaltungsprogramms. „Für Pfingsten werden wir nichts erarbeiten.“ Behncke hält „das Thema für noch zu sensibel“ und will die weiteren Schritte des Landes in der nächsten Woche abwarten. „Darauf werden wir aufbauen.“ Zum 1. Juni beendet der TSF zudem seine Kurzarbeit. „Für die Veranstaltungsabteilung entsteht so wieder mehr Freiraum, Ideen zu sammeln und entsprechende Konzepte zu erarbeiten.“ Vorstellen könne er sich Sportangebote im Freien oder Aktionen auf dem Wasser in Zusammenarbeit mit örtlichen Anbietern. Auch eine Animation für Kinder ab sieben Jahren habe man im Blick, zählte Behncke auf und sagte abschließend: „Da bleiben wir am Ball.“

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