Lars Laußat Stadtverwaltung Fehmarn Straßenbau
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Kennt die Straßen der Insel wie seine Westentasche: Diplom-Ingenieur Lars Laußat in seinem Büro in der Bahnhofstraße im Verwaltungsgebäude der Stadt Fehmarn.

Über zwölf Millionen Euro für den Straßenbau

Investitionen ins kommunale Straßennetz: Hier wird auf Fehmarn 2022 gebaut

  • Manuel Büchner
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Über zwölf Millionen Euro will Fehmarn 2022 in den Straßenbau investieren. Wo sind investive Maßnahmen außerhalb und innerhalb der Ortschaften im kommunalen Straßennetz der Insel geplant?

  • Entscheidender Grund für bisherige Verzögerungen betrifft Entwässerung.
  • Machbarkeitsstudie für Marktplatz Burg, Bau frühestens 2023.
  • Stadt versucht, Leitungsbetreiber mit Kooperationsverträgen ins Boot zu holen.

Fehmarn – Wo wird auf Fehmarn in 2022 in die Straßen investiert? Der zuständige Mitarbeiter des Bauamtes, Lars Laußat, fasst die Maßnahmen zusammen.

Grundstücksangelegenheiten müssen abschließend geklärt werden

Für den Kernweg östlich von Petersdorf (900000 Euro im Haushalt für das Vorhaben) müssen Grundstücksangelegenheiten noch abschließend durch die Liegenschaftsabteilung geklärt werden. Dies gilt auch für die Wege zwischen Gollendorf und Bellevue (900000 Euro) und zwischen Landkirchen, Sartjendorf und Neujellingsdorf (1,2 Millionen Euro). Etwas grundlegender ist der Regelungsbedarf noch für die östliche Zufahrt nach Püttsee (250000 Euro) und die Verbindung zwischen Lemkendorf und Bellevue (50000 Euro in 2022, 550000 Euro in 2023).

Alle Grundstücksfragen ausgeräumt sind mittlerweile für den Verbindungsweg nördlich von Ostermarkelsdorf (650000 Euro) sowie die nördliche (180000 Euro) und südliche Zufahrt (500000 Euro) nach Vadersdorf. Die Arbeiten am Verbindungsweg zwischen der K49 und Presen (1,6 Millionen Euro) können ohne Grunderwerb realisiert werden.

Wir streben einen Baubeginn in der ersten Hälfte des kommenden Jahres an.

Bauamtmitarbeiter Lars Laußat

Für alle zuvor genannten Vorhaben sind die Planungen abgeschlossen. „Wir streben einen Baubeginn in der ersten Hälfte des kommenden Jahres an“, so Laußat, der mit den Genehmigungen der Unteren Wasserbehörde (UWB) und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) noch in diesem Monat oder spätestens im Januar rechnet. Dann soll sofort ausgeschrieben werden. „Das ist zumindest unser Ziel“, so der Diplom-Ingenieur. Bei einigen Maßnahmen wird in den Ferienzeiten pausiert: Zufahrt nach Püttsee oder Landkirchen-Neujellingsdorf.

Ein teilweise sogar entscheidender Grund für bisherige Verzögerungen, und weshalb diese Maßnahmen nicht in diesem Jahr realisiert werden konnten, betrifft die Entwässerung. Bisher habe Fehmarn – gewissermaßen im Graubereich – in Absprache mit der UWB das Oberflächenwasser von der Straße auf dem Feld versickern lassen, so Laußat. Das ist mittlerweile nicht mehr zulässig. Wird grundlegend saniert, braucht es eine Anlage zur Entwässerung. Das Wasser fließt im Sinne der Vorbehandlung durch eine Schicht aus belebtem Oberboden, um dann in einem Kiesbett mit Sickerrohr (Rigole) zu versickern – angeschlossen an einen Schacht.

Burg-Wulfen: Breiter oder Sanierung im Bestand?

Für die Verbindung zwischen Burg und Wulfen (400000 Euro in 2022, 1,0 Millionen Euro in 2023) soll noch in diesem Monat die Entscheidung fallen, ob außerhalb des geplanten Umgehungsstraßenrings im Bestand saniert (4,20 m Asphalt) oder ausgebaut wird (4,75 m + 0,75 m Banketten). Entscheidend sind wieder Fragen des Grundstückserwerbs durch die Stadt. Innerhalb des Rings gibt der Kernwegenetzplan Bestandsbreite vor. 600000 Euro sind zudem für die Erschließungsstraße zum neuen Reitsportzentrum im Haushalt eingeplant.

Wo wird in den Ortslagen 2022 gebaut?

Auch innerorts sollen 2022 an vielen Stellen die Bagger rollen. Altbekannte Maßnahmen wie Hinrichsdorf (knapp 1,85 Millionen Euro, zweite Jahreshälfte) – hier wird gerade die Schmutzwasserentwässerung durch den Zweckverband erarbeitet – und die Straße Badstaven (500000 Euro, erste Hälfte 2022) sollen starten. Für den Lotsenweg (350000 Euro, erste Jahreshälfte) ist ein Ingenieurbüro beauftragt – ebenso für die Poststraße in Orth (85000 Euro, erste Jahreshälfte). Diese Leistungen vergeben werden Mitte des Monats für die Straße Steenbarg in Petersdorf (300000 Euro, zweite Jahreshälfte). 

Erstmals für 2022 sind folgende Maßnahmen auf der Agenda und brauchen erst die Freigabe des Haushalts durch die Kommunalaufsicht Anfang 2022: Staberdorf (300000 Euro, Umbau der Erschließungsstraße) und Am Steinkamp (200000 Euro in 2022, 600000 Euro in 2023). Für die Gestaltung des Burger Marktplatzes seien 80000 Euro für eine Machbarkeitsstudie im Haushalt, so Laußat. Die Realisierung stehe frühestens für 2023 an.

Warum dauert es so lange bis zur Realisierung?

Dass vonseiten der Verwaltung keine konkreteren Angaben zum Baubeginn der Maßnahmen getätigt werden könne, habe verschiedene Ursachen, so Laußat und zählt Grundstücksangelegenheiten, die Arbeit der Genehmigungsbehörden, die Kapazitäten der Ingenieurbüros oder auch die Leitungen Dritter – wie Strom, Gas oder Telekom – auf. Die Leitungsbetreiber versuche man über Kooperationsverträge mit ins Boot zu holen. 

So viel, wie jetzt in die konkrete Umsetzung gehe, sei in den letzten fünf Jahren, die er dabei sei, nicht angegangen worden, erklärt Laußat. Das kommunale Straßennetz sieht der Fachmann aus der Verwaltung auf einem guten Weg. „Das Kernwegenetz ist enorm vorangekommen – auch durch die massiven Asphaltierungsmaßnahmen des Bauhofes“, so Lars Laußat. Künftig werde der Fokus verstärkt auf die Ortslagen gerichtet, wo Kanäle liegen und gemeinsam abgestimmt werden muss mit Stadtwerken, Wasserbeschaffungsverband und dem Zweckverband Ostholstein. Laußat macht sich dahingehend keine Sorgen. „Die Zusammenarbeit ist konstruktiv.“

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