Südstrand: Bauausschuss lehnt aktuelle Planung für ein Apartmenthaus ab

Investor beißt auf Granit

+
Das „Haus am Strand“ und die weiteren Gebäude der beiden Grundstücke sowie das erst im letzten Jahr gebaute WC-Gebäude im hinteren Teil sollen laut Plänen des Investors abgerissen werden.

FEHMARN – Von Manuel Büchner Zu massiv, zu hoch, falsche Nutzungsform – die Pläne eines Investors für die zwei Grundstücke zwischen Hotel Bene und der Strandburg sind im Bau- und Umweltausschuss am Dienstagabend auf wenig Gegenliebe gestoßen. Mit einer Ausnahme erteilten alle Ausschussmitglieder dem Vorhaben in der bisherigen Ausgestaltung eine Abfuhr.

Dipl.-Ing. Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein stellte zunächst die Eckdaten der bisherigen Planung vor. Ein viergeschossiges Apartmenthaus mit ausgebautem Dachgeschoss und einer Garagenebene (70 Stellplätze) seien geplant, mit rund 50 Ferienwohnungen und circa 20 sonstigen Wohnungen sowie Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss. „Das vorhandene Sanitärgebäude wird abgerissen und in seiner Funktion in das Gebäude integriert.“

In der Aussprache zeichnete sich schnell ein klares Bild. „Wir haben uns in der CDU-Fraktion sehr detailliert mit den Planungen auseinandergesetzt“, ergriff Martin Specht (CDU) das Wort. Er sollte nicht übertrieben haben. „Wir haben vier Vollgeschosse plus Dachgeschoss. Dazu kommt das Garagengeschoss und beinahe die Verdopplung des jetzigen Baufensters durch die städtischen Flächen“, zählte Specht auf, was dazu führe, dass dadurch fünfmal soviel Wohndichte pro Quadratmeter Grundstücksfläche entstehen würde wie beispielsweise das Hotel Bene habe.

Auch die Firsthöhe sei zu bedenken. „Laut Planung ist ein oberirdisches Garagengeschoss möglich – das wäre dann das fünfte Vollgeschoss. Bei 22 Metern über dem Garagengeschoss könnten wir auf 24 Meter kommen. Das Bene ist rund 13 Meter hoch.“ Der Investor habe eine abgespeckte Variante vorlegen wollen – „er hat eher eine Schippe draufgelegt“, befand Specht. „Das werden wir nicht mittragen.“

Eine fast identische Sichtweise bei den Freien Wählern: „Im Baufenster sind wir von 816 auf 1560 Quadratmeter gewachsen“, so Lars Hviid, der darauf verwies, dass man sich auf eine touristische Entwicklung verständigt hätte, aber eben nicht in dieser Massivität.

Gunnar Mehnert (WUW) prangerte ebenfalls die massive Bauweise an. Auch die Form der Nutzung kam im Laufe der Diskussion in die Kritik. „In dieser exponierten Lage sehen wir einen Hotelbetrieb, um nachhaltig Arbeitsplätze zu schaffen“, so Mehnert. Dem pflichtete auch Bernd Remling (SPD) bei.

Ein wenig relativieren wollte die vernichtende Einschätzung des Vorhabens Hinnerk Haltermann (CDU). Man wolle dem Investor schon den Aufstellungsbeschluss geben, um Anpassungen durchzuführen. Haltermann stimmte mit Ja, seine beiden Fraktionskollegen enthielten sich. SPD, WUW, Grüne und FWV sagten Nein.

Ausschuss strebt eigene Stellplatzsatzung an

Ein Antrag der WUW-Fraktion zur Erarbeitung einer Stellplatzsatzung wurde durch die Fraktionen wohlwollend aufgenommen. Die Stadt könnte dann konkret bestimmen, welche genaue Zahl und Beschaffenheit von Stellplätzen ein Bauherr für einzelne Objekte nachweisen muss. Seit 2016 die Novellierung der Landesbauordnung erfolgte, gibt es keine Regelung mehr über Anzahl, Größe und Ausstattung privater Kfz-Stellplätze. „Gerade in Burg haben wir saisonal ein verstärktes Parkplatzproblem“, so Mehnert. Man habe sich daher erste Gedanken gemacht, für weitere Planungen müsse es einen Grundsatzbeschluss geben. Den gab es am Ende von allen Fraktionen ohne Wenn und Aber.

Auch seitens der Verwaltung gebe es für das Ansinnen Unterstützung, sagte Bauamtsleiter Benjamin May. „Gerade für die Begleitung der Bauantragsverfahren ist es wünschenswert, einen roten Faden zu haben.“ Den Weg, eine eigenen Satzung zu erlassen, seien bereits viele Städte und Gemeinden gegangen, kommentierte May.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.