130 Millionen in Travemünde – 80 Millionen auf Fehmarn ?

Investor Thelosen mit Großprojekten

Beachvolleyballfeld, Strandburg – dazwischen sind auf der Spielwiese Hotels und Ferienappartements geplant. Die einen wollen verhindern, dass die Spielwiese bebaut wird. Die anderen fragen sich, warum es noch nicht los geht.

BURG (wi) • Die Stadtvertretung hat entschieden, die Spielwiese zugunsten eines Hotels, Hotel-Appartements und Ferienwohnungen (insgesamt rund 1000 Betten) mit einem Investitionsvolumen von 80 Millionen Euro zu opfern. Die Verwirklichung des Projektes lässt indes auf sich warten, während andere Vorhaben an der Ostsee große Fortschritte machen.

Einerseits ist die Politik offenbar imstande, die Liste mit über 6 000 Unterschriften gegen das Projekt unberücksichtigt zu lassen, andererseits handelte sie sich von Wirtschaftsminister Dietrich Austermann den Vorwurf ein bei dem Projekt auf der Bremse zu stehen.

Grünflächen opfern ?

In einem weiteren Fall müssen die Kommunalpolitiker zwischen Grünflächen und Ferienanlagen entscheiden. In Travemünde sollen rund 130 Millionen Euro investiert werden für ein Hotel und Ferienappartements in sechsstöckigen Gebäuden auf dem jetzigen Grünstrand (wir berichteten).

Die CDU, die in der Lübecker Bürgerschaft die absolute Mehrheit hat, zögerte nicht lange und gab dem Investor Heinrich Thelosen schon mal grünes Licht.

Thelosen: „Projekte, die wir anpacken ...“

Heinrich Thelosen gilt auch als der Investor am Südstrand auf Fehmarn, wo er bereits die Strandburg gebaut hat. Es ist Vertraulichkeit vereinbart, doch der Name Thelosen wird auf Fehmarn kaum noch hinter vorgehaltener Hand genannt.

„Projekte, die wir anpacken, realisieren wir auch, wenn wir den Zuschlag bekommen“, sagte Heinrich Thelosen gestern gegenüber dem FT. Doch auch er verwies auf die vereinbarte Vertraulichkeit. Auch Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt wollte keine Angaben über den Investor machen. „Die Finanzierung ist geprüft, wir haben einen Projektrealisierer“, sagte er. Das Tageblatt konnte herausfinden, dass es kein entweder oder zwischen Travemünde und Fehmarn geben wird. Sollte Heinrich Thelosen also tatsächlich der Investor beider Projekte mit dann einem Volumen von über 200 Millionen Euro sein, dann könnten auch beide zeitgleich realisiert werden.

In Lübeck-Travemünde tritt Thelosen viel offensiver auf. Er geht selbst mit seinen Plänen in die Öffentlichkeit – und findet auch Zustimmung beim SPD-Bürgermeister Bernd Saxe. „Manche Projekte gehen etwas schneller, manche dauern etwas länger“, sagt Thelosen.

Noch einmal Standortanalyse der WTSH

Schon was die Planung des Freizeitbades anging, hat Fehmarn Zeit verloren. Die Fördergelder für das Aktiv-Hus in Heiligenhafen beispielsweise wurden viel später genehmigt, doch es ist längst in Betrieb. Einige Orte haben Förderanträge für wieder neue Projekte gestellt.

In der vergangenen Woche nahm die Wirtschaftsförderung und Technologie Transfer Schleswig-Holstein (WTSH) noch einmal eine Standortanalyse vor. Eine Stellungnahme gab die WTSH gestern nicht ab.

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