Burgtiefe: Liegeplatzgebühren um 20 Prozent erhöht / Mittelfristig schwarze Null schreiben

Jachthafen umgekrempelt

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Soll mittelfristig aus der Verlustzone raus: Fehmarn hat in den letzten Jahren in seinen Jachthafen in Burgtiefe investiert. Die Auslastung ist mittlerweile sehr gut.

Fehmarn –mb– Die Arbeiten an der Binnenseepromenade in Burgtiefe sind zu 90 Prozent abgeschlossen, der Jachthafen versprüht längst nicht mehr den Charme der 70er-Jahre, und die Gebühren für die Liegeplätze wurden seit 2014 nicht mehr angepasst.

  • Gastlieger werden nach Schiffslänge berechnet
  • Glasfaser am Hafen
  • Jachthafen liegt auch im Pandemie-Jahr zu

So war es nicht verwunderlich, dass der Tourismusausschuss zuletzt einstimmig eine Erhöhung des Liegeplatzgebühren um 20 Prozent zum 1. Januar 2021 veranlasste. Ein Preisvergleich zu anderen Häfen zeige, so Tourismusdirektor Oliver Behncke, dass man im moderaten Mittelfeld liege. Bei der neuen Kalkulation habe man nur die nicht förderfähigen Kosten aus der Promenadensanierung (1,9 Millionen Euro) und daraus die Abschreibungen mit einfließen lassen, so Behncke.

Gastlieger werden nach Schiffslänge berechnet. Bis zu sieben Meter kosten pro Tag 13 Euro und pro Woche 76 Euro. Gestaffelt wird bis 14 Meter – noch länger kostet pauschal 43 Euro und 249 Euro. Saisonlieger (1. April bis 31. Oktober) werden nach Bootsgröße berechnet. Jeder Quadratmeter kostet 14 Euro pro Jahr, mindestens 180 Euro sind jedoch zu entrichten. Erstmals sind in der Neufassung der Entgelte auch Hausboote aufgenommen, die am westlichen Ende des Jachthafens liegen.

„Wann planen wir die nächste Erhöhung?“

Hausboote werden gesondert betrachtet, da sie Lücken lassen, die nicht belegt werden können. „Das müssen die Hausbootbetreiber mitbezahlen“, sagte Oliver Behncke.

Neben dem Nutzungsentgeld für Abschreibungen und investive Maßnahmen fließt auch das sogenannte Hafengeld in die Berechnungen ein. Passend zur Erklärung fragte Hans-Rainer Schiwek (SPD): „Wann planen wir die nächste Erhöhung.“ Das sei abhängig von den Aufwendungen für beispielsweise Müll, Wasser, Abwasser, Reinigung, Lohn oder Unterhaltung, erklärte der für die Kalkulation verantwortliche Volker Aermes. „Sollten die Aufwendungen steigen, müssen wir natürlich anpassen“, so der stellvertretende Tourismusdirektor.

Behncke ging im Ausschuss auch kurz auf die umfangreichen Investitionen im Hafenumfeld ein. Die gesamte Stromversorgung sei nach 50 Jahren erneuert worden. „Wir hatten permanente Ausfälle auf den Stegen.“ Zudem zählte er neue Sanitärgebäude, ein neues Hafenmeistergebäude und ein Parkplatz je Liegeplatz auf. So gebe es auch Glasfaser am Hafen und damit sehr schnelles WLAN. „Es stellt sich die Frage, ob wir das extra berechnen.“ Mit Ausnahme der Stege, die nur erneuert wurden, fasste es Behncke folgendermaßen zusammen: „Wir haben in den letzten acht bis zehn Jahren den gesamten Jachthafen umgekrempelt.“

Vollauslastung in 2021 nicht unwahrscheinlich

Die Anpassung der Gebühren trifft zugleich auf ein immer besser laufendes Geschäft, denn der Jachthafen legt auch im Pandemie-Jahr zu. 572000 Euro und damit 11,0 Prozent mehr Umsatz als 2019. Behncke blickte zurück: 2014 habe die Auslastung bei 43 Prozent gelegen, im letzten Jahr waren es bereits 81 Prozent und in diesem Jahr sind es zwischen 95 und 98 Prozent. „Eine tolle Entwicklung“, sagte der Touristiker im Tourismusausschuss. „Im nächsten Jahr ist eine Vollauslastung wahrscheinlich.“

556 Liegeplätze gibt es. 70 Nachfragen gebe es momentan, „die wir nicht bedienen können“. Im Zuge der nächsten Haushaltsberatung werde der TSF daher dem Ausschuss den Vorschlag für den Bau eines weiteren Steges unterbreiten und zwar in Richtung Osten. Natürlich auch, um mehr Erträge zu generieren und „den Jachthafen in die Gewinnzone zu bringen“. Behncke erwarte „einen spannenden Dialog mit den Behörden“, den man gerne annehme.

Bewerbung auf eine Vier-Sterne-Klassifizierung

In diesem Winter werde man zudem eine

Vier-Sterne-Klassifizierung

vom Deutschen Tourismusverband anstreben. Die entsprechende Ausstattung dafür sei da. „Das ist ein gutes Niveau, ein Versprechen, das wir langfristig halten können.“

6000 Gastlieger hat Burgtiefe. „Wir hoffen, dass wir bei den Gastliegern noch bekannter und beliebter werden.“ 140000 Euro Verlust machte der Hafen noch in 2018. Geschätzt für 2019 ist es ein Minus von 100000 Euro (2020: -80000 Euro). Mittelfristig sei es das Ziel, so Behncke, eine schwarze Null zu schreiben. „Da sind wir auf einem guten Weg.“ Die Anpassung der Liegeplatzgebühren trage dazu bei.

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