Burg-Filmtheater feiert ab 26. September Jubiläum mit brandneuen Filmen und Musik

80 Jahre und kein bisschen alt

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Drei Wochen harte Arbeit, um den Kinosaal in frischem Glanz erstrahlen zu lassen. Links im Bild sind die originalen Jugendstil-Ornamente an der Wand zu erkennen.

Fehmarn – Von Simone Walper Es war im Jahr 1939, als das Burg-Filmtheater gebaut wurde. „Seitdem ist es immer ein Kino gewesen“, erklärt Hans-Peter Jansen, der das wohl älteste Kino in Norddeutschland seit Frühjahr 2016 betreibt. In den zehn Jahren zuvor oblag es Florian Bliesch, die Fehmaraner und Gäste in die Welt des Films zu entführen. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude ging 1979 in den Besitz von Gisela und Martin Stolz über und wurde 2011 an Tochter Martina New übergeben, der das Filmtheater nach wie vor sehr am Herzen liegt.

Bis 2016 machte das Kino jeden Winter für einige Wochen Winter- oder auch Schönheitsschlaf. In diesen Zeiten wurden neben dem Dach, der Elektrik, dem Vorraum und der Außenfassade zum Beispiel auch die Bezüge der 151 Kinositze rundum erneuert.

Dieses Jahr gab es zwar keinen Winterschlaf, aber in den ersten drei Septemberwochen blieb das Filmtheater geschlossen, um den Kinosaal für die Jubiläumsfeierlichkeiten aufzuhübschen. So wurde die Originalwandbespannung von Ende der 1970er-Jahre heruntergenommen und gereinigt. „Dabei kamen die ursprünglichen Wände mit Jugendstil-Ornamenten zum Vorschein“, erzählt der Kinobetreiber begeistert. „Zusätzlich haben wir die Wände mit einer Wärme- und Akustikdämmung versehen. Das war dringend nötig, damit wir im Winter nicht ganz Burg beheizen“, lacht Jansen und ergänzt ernst: „Schön, dass wir so klimaneutraler werden.“ Auch die Bühnenvorhänge wurden gereinigt. „Und wir haben die Bar rechts und links verkürzt“, lässt der Kinomann wissen. Es sei so für die Plätze ganz hinten luftiger und auch neben dem Eingang in den Saal.

Über eine weitere Neuerung freut sich der knapp 72-Jährige besonders: „Wir haben rechts und links vorne zwei Theaterscheinwerfer installiert. So können wir jetzt bei Veranstaltungen alle ins rechte Licht rücken, die auf der Bühne stehen.“ Und last but not least wurden die 151 Kinositze herausgenommen, um den alten Teppich durch einen neuen, in Rottönen gestreiften zu ersetzen.

Mit dem eingefleischten Kinomann Jansen, der neben dem Kino in Burg noch weitere Filmhäuser in Hamburg und Schleswig-Holstein betreibt, gab es von Anfang an immer wieder Neuerungen. Unter seiner Ägide wurden Ermäßigungen für Schüler, Studenten und Menschen mit Beeinträchtigungen eingeführt. Auch gibt es für alle Filmfans eine Bonuskarte – die elfte Vorstellung ist kostenlos. Selbstverständlich ist für Jansen, dass die Besucher sich ihre Platzkarte auf der Homepage aussuchen und direkt bezahlen können.

Seit mehr als zehn Jahren begrüßt Karsten Frick die Kinofans, verkauft Karten und Snacks, die allesamt seit einiger Zeit in nachhaltiger Papierverpackung daherkommen. Ebenso gibt es Getränke nur noch in Mehrweg-Glasflaschen und Strohhalme aus Pappe. 

Großes Jubiläumsprogramm

Anlässlich des Jubiläums hat Hans-Peter Jansen ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Los geht es am Donnerstag (26. September) um 20 Uhr mit der Vorpremiere des Dokumentarfilms „Es hätte schlimmer kommen können“ über und mit Schauspiellegende Mario Adorf. „Leider kann Herr Adorf nicht persönlich dabei sein. Er spielt gerade an einem Theater in Süddeutschland“, bedauert Jansen. Bundesstart des Films ist am 7. November.
Am Freitag (27. September) sind um 20 Uhr noch einmal Lena Wendt und Ulrich Stirnat mit ihrem Film „Reiß aus – Zwei Menschen. Zwei Jahre. Ein Traum“ zu Gast im Burg-Filmtheater. Bereits Anfang Juli hatte das sympathische Paar die Kinobesucher mit seiner Geschichte einer ungewöhnlichen Reise durch Nord- und Westafrika in seinen Bann gezogen.

Am Sonnabend (28. September) geht es um 20 Uhr mit den Jubiläumsfeierlichkeiten weiter. Dann laden die beiden Musiker Jan Plewka und Marco Schmedtje mit ihrem Programm „Between the Bars“ auf eine Reise durch die Musik der vergangenen Jahrzehnte ein, geben aber auch eigene Lieder zum Besten.

Am Sonntag (29. September) wird die Neuverfilmung des bekannten Romans von Siegfried Lenz „Deutschstunde“, in dem Ulrich Noethen eine der Hauptrollen spielt, präsentiert. Am selben Abend um 20 Uhr zeigt das Kino das Großstadtmärchen „Cleo“. „Die Hauptdarstellerin Marleen Lohse kann an dem Abend zwar nicht dabei sein, kommt aber am 13. Oktober zu uns“, verspricht Jansen. Das gesamte Jubiläumsprogramm ist unter www.burg-filmtheater.de zu finden. 

Jansen gelingt es immer wieder, ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt, das auf die unterschiedlichen Interessen abgestimmt ist, auf die Beine zu stellen. So zeigt er nicht nur Mainstream-Filme, sondern auch Verfilmungen hochwertiger literarischer Vorlagen.

Das zukünftige Kinopublikum liegt ihm besonders am Herzen. So ist es nicht verwunderlich, dass er das Kinderkino ins Leben gerufen hat. Aber auch das Seniorenkino am letzten Freitag im Monat hat sich fest etabliert. Und immer wieder finden auch andere kulturelle Veranstaltungen im Kinosaal statt wie das vom Tourismus-Service Fehmarn regelmäßig ausgerichtete Konzert der Leipziger Salon-Philharmoniker „Sounds of Hollywood“.

Das Filmtheater hat sich also vom reinen Lichtspielhaus zum Ort der kulturellen Begegnung entwickelt. Ganz im Sinne der Eigentümerin und des Betreibers.

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