So lässt sich's aushalten. Am 30. Januar war Party angesagt in Boca del Drago.

Manfred und Jürgen Charchulla feierten in der Karibik ihren 70. Geburtstag

140 Jahre Zwillings-Power

Von Nicole Rochell BOCA DEL DRAGO • Puderzuckerfeiner weißer Sand. Smaragdgrünes Wasser. Blauer Himmel. Pralle Sonne. Seichte Brise. Oh, wie schön ist Panama.

Und mittendrin, in dieser karibischen Traumkulisse, die in ihrer paradiesischen Perfektion wie eine Fototapete anmutet: Manfred und Jürgen Charchulla. Die beiden Surftwins von Fehmarn prosteten sich Freitag am Strand von Boca del Drago zu. „Feliz cumpleaños“, „Herzlichen Glückwunsch“, wünschten sie sich gegenseitig, denn die immer gut gelaunten Zwillinge vom Ostsee-Eiland feierten ihren 70. Geburtstag.

Das Foto zeigt‘s: Gut erholt und bester Laune, einen Drink in der Hand und die Musikinstrumente auf dem Schoß – so fidel können 140 Jahre Zwillings-Power sein. Auf der kleinen Insel am Ende dieser Welt, hier, wo Geburtstagskind Jürgen und seine Maria ein Haus nur 50 Meter vom Wasser entfernt haben, werden sie es sich noch einige Wochen gut gehen lassen.

• Surfen, Reiten • und Relaxen • in der Hängematte

Isla Colón ist die Hauptinsel des Archipiélago de Bocas del Toro, das insgesamt sechs Inseln umfasst. Bocas del Toro, der kleine verträumt bis verschlafene Fischerort der Insel, ist noch auf Touristen eingestellt. Aber wer‘s, wie die Charchullas, bis Boca del Drago geschafft hat, hat den kilometerlangen Strand an der nordwestlichen Spitze der Insel fast für sich allein.

Wie traumhaft schön.

O.K. Der Gedanke ans Surfen fällt ab und an, aber hier ist in erster Linie einmal Relaxen in der Hängematte angesagt.

Oder Reiten. Fabelhafte Ausritte sind möglich.

• Im Einbaum • zur Nachbarinsel

Zur Feier des Tages brachen Manfred und Jürgen Charchulla auf. Im Einbaum ging es nachmittags (Achtung, Zeitverschiebung: in Boca ist es sechs Stunden früher) zur Nachbarinsel. Dort war bereits die hiesige Inselband gebucht, die mit Steeldrumklängen, so wie Manfred und Jürgen sie nach Fehmarn gebracht haben, karibische Gute-Laune-Musik verbreiteten.

Die halbe Insel war auf den Beinen.

Denn in der Umgebung sind die Charchullas mit ihren Rauschebärten und ihrer stets stressfreien Gut-Drauf-Mentalität bekannt wie bunte Hunde, geschätzt für ihre Art und – die gute Musik.

 Apropos: Musik. Auch Manfred und Jürgen hatten die Instrumente „am Mann“, genossen einfach im Kreise ihrer Lieben den Tag. 140 Jahre Charchullas – das wurde gefeiert, na klar. Und danach wird sich wieder, richtig, erholt.

Da ist die Erinnerung an den Surf- und Kitebetrieb auf Fehmarn in zurückliegender Saison schon etwas verblasst.

Am 17. Dezember hat Sascha Sanner vom Surfmuseumsverein und Freund des Hauses Manfred und Familie zum Hamburger Flughafen gefahren. Nebst Gepäck. Oder besser gesagt: Sperrgepäck. Denn in den drei Monaten, in denen die Charchullas unterwegs sind, gingen nicht nur Koffer auf Reisen.

• Surfbrett, •  Steeldrum und •  chinesische Geige

Natürlich hatte Manfred ein Surfbrett dabei. Auch bei der Steeldrum und, nicht zu vergessen, der chinesischen Geige, mit der er in der Saison die Gäste bei Auftritten der beiden Bands „Steeltwins“ und „Los Sombreros“ überraschte, dürfte das Flughafenpersonal vielleicht einen Augenblick verwundert aus der Wäsche geschaut haben.

Erst mal nach Amsterdam. Und wieder in den Flieger. Vorläufiges Ziel: Aruba in der südlichen Karibik, 25 Kilometer nördlich von Venezuela gelegen.

Von dort aus ging es mit einer kleinen Maschine im 20-Minuten Flug nach Punto Fijo (Flughafen Las Piedras). Und wenn man nach all den Flügen dann noch eine Autostunde auf sich nimmt, ist man in Adicora, der Top-Spot schlechthin für Surfer und Kiter und somit Manfred Charchullas Lieblingsort.

Warum ? Die Frage ist schnell beantwortet. Weil es dort nahezu jeden Tag konstante 25 Knoten gibt. Schräg auflandigen Wind, nicht allzu hohe Wellen und das Ganze bei Sonne und 28 Grad Wassertemperatur. Das optimale Betätigungsfeld für so einen begeisterten Surfer wie Manfred. So ist das Brett dort auch jeden Tag fleißig im Einsatz gewesen.

• Von Venezuela • nach Panama • gereist

Bis zum 27. Januar waren Manfred, seine Bea und Marco Charchulla in Venezuela, dann ging‘s nach Panama. Zu Jürgen und Maria, um dort  gemeinsam 140 Jahre Charchullas zu feiern.

Was sie sich wünschen für 2009?: „Bei guter Gesundheit zu bleiben, um den weiteren Lebensjahren mit Humor entgegenzusehen. So, wie wir hier mit den Eingeborenen leben, mit all ihrer warmherzigen Gastfreundschaft und ständigen Hilfsbereitschaft, wird sich unser Leben mit Sicherheit verlängern“, schreiben sie in einer Mail an die Heimatzeitung.

Und haben ihre „alte Heimat“ im Karibik-Paradies und die Menschen hier noch nicht ganz vergessen.

„Allen lieben Insulanern daheim rufen wir zu: Pa aribo, pa bajo, al centro, pa dentro –  Salud !“, so ihr Trinkspruch.

Und wahrscheinlich hatten sie ihr Glas erhoben, sich gegenseitig das Beste gewünscht –  und auch einmal an Fehmarn gedacht.

ft-online/lokales vom 30. Januar 2009

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