Fehmarns Reiter wollen das neue Reitsportzentrum mit aller Kraft realisieren

Jetzt oder nie

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Eindeutig: Hinrich Köhlbrandt (stehend) kann sich über ein einstimmiges Votum freuen. Gäste waren nicht stimmberechtigt.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Die Mitglieder des Fehmarnschen Ringreitervereins (FRRV) stehen wie eine Eins hinter dem Millionenprojekt Reitsportzentrum Fehmarn. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Gasthof Meetz in Bannesdorf gaben rund 70 Reitsportfreunde ihr einstimmiges Votum ab, dass die Verantwortlichen des FRRV, die das Investitionsvolumen des Projekts auf rund 5,5 Millionen Euro taxieren, realisieren mögen.

Zuvor hatte 1. Vorsitzender Hinrich Köhlbrandt, der zusammen mit Peter Rauert, Hinerk Köhlbrandt und Andreas Witt die vierköpfige Projektplanungsgruppe bildet, den Mitgliedern nicht nur einen mit Zahlen unterlegten Rück- und Ausblick gegeben, sondern auch die große Bedeutung des Megaprojekts dargelegt.

„Das Projekt ist richtungsweisend für ganz Schleswig-Holstein und hat Auswirkung für den gesamten norddeutschen Raum“, machte Köhlbrandt deutlich. Denn ein wie vom FRRV geplanter Bau eines neuen Reitsportzentrums mit einer großen und einer kleinen Halle mit den Maßen 43 x 80 Meter und 25 x 60 Meter sowie eines großen Außenplatzes mit einer Reitfläche von 65 x 125 Metern gibt es in Schleswig-Holstein nicht.

Das Besondere: Betreiber des Reitsportzentrums wird mit dem FRRV ein gemeinnütziger Verein. „Es werden keine Gesellschaften gegründet“, so Köhlbrandt, der versicherte, „die Mitglieder werden ihren Sport kostenlos ausüben können“.

Konkurrenzfähig durch Ebbe-Flut-Plätze

Und das in beiden Hallen und auf dem Außenplatz auf sogenannten Ebbe-Flut-Plätzen, die für eine vollautomatische Be- und Entwässerung des Bodens von unten sorgen und gleichbleibende Verhältnisse garantieren. „Rasenplätze auf dem Lande werden nicht mehr so gut angenommen“, hat Köhlbrandt eine schwindende Konkurrenzfähigkeit der bisherigen Anlage am Grünen Weg ausgemacht.

Um den jährlichen Betrieb gewährleisten zu können, plant der FRRV mit Einnahmen aus Werbung und Sponsoring, der Verpachtung des gastronomischen Bereiches und Einnahmen aus sonstigen Veranstaltungen, die über den rein sportlichen Betrieb hinausgehen. Letzteres spiele aber nur eine untergeordnete Rolle, so Köhlbrandt mit Verweis auf die Förderrichtlinien.

„Die Möglichkeit, dieses Projekt umzusetzen, erhalten wir nur einmal“, verwies der Vereinschef auf die zugesagte Landesförderung von 1,5 Millionen Euro. Eine einmalige Chance, die sich der Verein auch im Hinblick auf seine hoffnungsvollen Nachwuchstalente und die kommenden Generationen nicht entgehen lassen sollte, findet Köhlbrandt. Weitere 3,5 Millionen Euro plant der FRRV aus dem Verkauf des jetzigen Geländes am Grünen Weg ein, das als Baugebiet entwickelt werden soll. Diese fünf Millionen Euro gelten laut Köhlbrandt als sicher, realistische Chancen sieht er auch bei einer in Aussicht gestellten Förderung durch den Landes- und den Kreissportverband (insgesamt 200000 Euro). Die verbleibenden 300000 Euro hofft er, über das Ortsentwicklungskonzept der Stadt Fehmarn, das derzeit erarbeitet wird, generieren zu können.

Hier sehen Fehmarns Reiter in gewisser Weise die örtliche Politik in der Pflicht, unterstützend tätig zu werden, da das Reitsportzentrum in der geplanten Größenordnung Strahlkraft weit über Fehmarn hinaus besitzen wird. Aber auch hinsichtlich der begleitenden Bauleitplanung und etwaiger Vertragsabschlüsse setzt der FRRV auf städtische Unterstützung.

FRRV hofft auf Baustart 2021

Die grobe Zielsetzung von Hinrich Köhlbrandt: Ende 2020 Satzungsbeschluss für den B-Plan, 2021 Baustart, 2022 Fertigstellung.

Das einstimmige Votum und der Applaus der Mitglieder für die bisherigen Bemühungen in den drei Jahren seit Projektstart geben der Projektgruppe des FRRV frische Kraft, auch die letzten Schritte zur Realisierung des Reitsportzentrums zu vollziehen. „Mit einem positiven Ergebnis habe ich gerechnet, aber eine Abstimmung ohne Gegenstimme und Enthaltung ist nicht selbstverständlich“, freute sich Vereinschef Hinrich Köhlbrandt.

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