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Jimi Hendrix auf der Bühne beim „Love-and-Peace“-Festival 1970.

Viele Tribute-Aktionen zum 70. Geburtstag des legendären Gitarrenvirtuosen

Jimi Hendrix und das Gefühl grenzenloser Freiheit

FEHMARN - wob/kn - Am 27. November 1942 erblickte Johnny Allen „Jimi“ Hendrix das Licht der Welt, in diesem Jahr hätte er also seinen 70. Geburtstag gefeiert. Doch gemäß des Rockstar-Credos „live fast, die young“ weilt Jimi schon lange nicht mehr unter uns; bereits vor 42 Jahren verstarb die Gitarristenlegende – sein Einfluss auf die Musik lebt jedoch weiter und erstarkt anlässlich seines Ehrentages erneut, wie zahlreiche Tribute-Veranstaltungen belegen.

Auf Fehmarn fand am 6. September 1970 der letzte große Auftritt von Jimi Hendrix vor dessen Tod statt. Das „Love-and-Peace“-Festival auf der Insel sollte im totalen Chaos enden. Denn das Liebes- und Friedensfest war von Brandstiftung und Unruhen am Flügger Strand geprägt. Außerdem versank es im Dauerregen. Zwölf Tage nach seinem Fehmarn-Konzert starb Jimi Hendrix in London. Die genauen Umstände des Todes sind bis heute nicht geklärt. Hendrix soll neun Schlaftabletten genommen haben und an seinem Erbrochenen erstickt sein. „Fehmarn“ hat mit dem weltberühmten „Woodstock“ von 1969 gemein, dass es einmalig blieb. Doch wie in Woodstock kam es auch auf der Insel 25 Jahre später zu einem Revival.

Doch seitens der zertifizierten Jimi-Hendrix-Experten der Fehmarn Festival Group (FFG) ist wenig zu erwarten: Wie Vorsitzender Martin Schulte auf FT-Anfrage berichtet, plant die Festival Group derzeit keine besondere Aktion zum 70. Geburtstag ihres Helden. Komplette Funkstille herrscht jedoch auch nicht, denn nach wie vor setze sich die FFG für die Wiederaufnahme des „Fehmarn Open Air“ ein, betont Schulte. Das seit 1995 jährlich stattfindende Festival musste bislang zwei Mal aussetzen, da naturschutzrechtliche Bedenken gegen den Veranstaltungsort am Flügger Strand erhoben wurden.

 Dafür gibt es nicht nur in Deutschland Tribute-Aktionen, die sich mit dem legendären Gitarrenvirtuosen beschäftigen. In Berlin eröffnete die „nhow“-Galerie bereits Ende Oktober ihre Ausstellung „Jimi Hendrix und das Love-and-Peace-Festival“, in der zum Teil unveröffentlichte Fotos vom Auftritt auf der Insel Fehmarn zu sehen sind. Die Bilder sind noch bis zum 10. Januar 2013 in der Hauptstadt ausgestellt.

Das „rock´n´popmuseum“ im westfälischen Gronau widmet Jimi Hendrix eine Sonderausstellung. Ab dem 22. November werden in der Schau „Vom Winde verweht – Jimi Hendrix und das Fehmarn Festival“ Fotos und Videos von dem letzten Bühnenauftritt gezeigt. Mit dabei sind auch die Schlafsäcke von Brigitte und Hans-Jürgen Tast, die ein Buch (wir berichteten) über das Festival auf Fehmarn herausgebracht haben. Die Ausstellung ist bis zum 3. März 2013 zu sehen.

Natürlich zollen auch zahlreiche Musiker dem verstorbenen Kollegen zu dessen Jubeltag mit Sonderkonzerten Tribut: So tourt US-Sänger und Gitarrist Randy Hansen mit Songs des Hendrix-Albums „Electric Ladyland“ durch Deutschland. Im niederländischen Hilversum gibt Cover-Urgestein Rudy Kronfuss am 27. November (Dienstag) ein Geburtstagskonzert. Auch in Zürich finden sich am 29. November (Donnerstag) Hendrix-Fans zu einer Tribute-Veranstaltung ein.

In Hendrix‘ Heimatstadt Seattle ist ebenfalls etwas geplant; im EMP-Museum sollen ab dem 17. November mit der Ausstellung „Hear My Train a Comin‘ “ Fans aus der ganzen Welt angelockt werden. Hier wird vor allem die Zeit des Musikers in London beleuchtet, in der der damals 23-Jährige zu musikalischem Weltruhm gelangte. In dem US-Museum gibt es mit zahllosen Originalkostümen, Instrumenten und Fotografien eine enorme Sammlung an Hendrix-Memorabilien – doch auch jenseits des „großen Teichs“ wird dem Gitarristen anlässlich seines 70. gehuldigt.

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