Verwaltungschef steht beim Seniorenfrühstück und bei WUW Bürgern Rede und Antwort

Jörg Weber tritt wieder an

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Auf dem Podium in der Burg-Klause: WUW-Vorsitzender Florian Rietzrau (v.l.), Bürgermeister Jörg Weber und WUW-Fraktionschef Hans-Peter Thomsen.

Fehmarn – Von Andreas Höppner – Die Stadt Fehmarn wählt erst im kommenden Jahr einen Bürgermeister, doch Verwaltungschef Jörg Weber (SPD) ist bei Parteien und Verbänden bereits jetzt ein gern gesehener Gast, um sich den Fragen der Bürger zu stellen.

Auf der Veranstaltung der WUW in der Burg-Klause am Mittwoch wurde er gefragt, ob er sich erneut zur Wahl stellen und die SPD-Fraktion ihn unterstützen würde. Die klare Antwort: Er tritt wieder an.

Ob er auf die Unterstützung der SPD zählen könne, wisse er nicht, die Frage müsse direkt an die SPD gerichtet werden, sagte Weber, der sich aber auch über die Unterstützung anderer Fraktionen freuen würde – „auch die der WUW“. „Da müssen wir noch Verhandlungen führen“, konterte WUW-Fraktionschef Hans-Peter Thomsen mit einem Lächeln im Gesicht.

Rund 50 Gäste, darunter auch Vertreter anderer politischer Gruppierungen, hatten sich in der Burg-Klause eingefunden, um zu verschiedenen Themenschwerpunkten Aktuelles aus Sicht der Verwaltung zu hören, aber auch Fragen direkt an den Bürgermeister zu richten. Das fand in angenehm sachlicher Atmosphäre statt. Einen Tag zuvor war dies bereits in ähnlicher Weise geschehen bei der Frühstücksveranstaltung des Seniorenbeirats.

Hier standen selbstverständlich Themen im Fokus, die den Alltag der Senioren berühren. Ganz vorne platziert: der Marktplatz in Burg. Genauer gesagt: seine barrierefreie Neugestaltung. „In den aktuellen Haushalt ist Geld für die Planung eingestellt“, so Weber, der darauf verwies, dass ein Planungsbüro erst beauftragt werden könne, wenn die Genehmigung des Haushalts durch die Kommunalaufsicht vorliege. Das sei aber nicht vor März der Fall. Der Verwaltungschef ergänzte zudem, dass nicht nur der Marktplatz, der „eine Katastrophe“ sei, sondern auch der weitere Altstadtbereich in die Planung Eingang finden solle.

Als weitere Katastrophe charakterisierte Weber auch den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Der Bürgerbus sei eine wirklich gute Sache, doch beim regulären ÖPNV sei der Einfluss der Stadt gering, bedauerte er.

Ganz oben auf der Agenda des Bürgermeisters und der politischen Selbstverwaltung steht die Schaffung von Wohnraum. Vor allem bezahlbar müsse dieser sein. „Ferienwohnungen brauchen wir nicht mehr, wir sind am Limit“, findet Weber, der davon überzeugt ist, dass dies parteiübergreifend auch so gesehen wird. „Zehn Jahre hat Wohnraum überhaupt keine Rolle gespielt“, stellte der Bürgermeister fest. Das aktuelle Problem aus seiner Sicht: Es dauert viel zu lange, bis Baurecht herrscht und Projekte umgesetzt werden können.

Hinsichtlich der touristischen Entwicklung Fehmarns lobte Dr. Dierk Brüller in der Burg-Klause die gelungene Umsetzung der Promenadengestaltung am Binnensee, unter dem Beifall der meisten Besucher appellierte er aber daran, auf den Bau des Turms in der geplanten Version zu verzichten. Wichtig sei für ihn zudem, dass möglichst kurzfristig bis Ostern der Sichtbetonanstrich am „FehMare“ erneuert wird. Optisch sei das schlimmer als in der „DDR vor der Wende“. Der Tourismus-Service Fehmarn habe „das auf dem Schirm“, für alles würden aber denkmalschutzgerechte Genehmigungen benötigt, entgegnete Weber.

Bei der Beantwortung der Frage von Klaus Treimer, wie der Verfahrensstand bei der Errichtung einer neuen Sporthalle in Landkirchen sei, blieb der Verwaltungschef wenig konkret. Die Zweifeldhalle sei im Ortsentwicklungskonzept aufgeführt, doch auch hier müssten erst Baurecht geschaffen und Fördergelder generiert werden. Webers Zielsetzung: „Es muss schnell passieren.“ In diesem Zusammenhang verwies Hans-Peter Thomsen auf die Position der WUW, die alte Turnhalle weiterzunutzen und die neue Halle etwas versetzt in Richtung Süden zu errichten.

Geht es um die Zukunft Fehmarns, dürfen die Themen Feste Fehmarnbelt- und neue Fehmarnsundquerung nicht fehlen. Weber verwies diesbezüglich auf die drei Klagen der Stadt Fehmarn: gegen den Ausbau der B207, gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Fehmarnbelttunnel und gegen die Zuständigkeit der Stadt Fehmarn für den Brandschutz auf deutscher Seite des Fehmarnbelttunnels. Nur durch Klagen könnten den Vorhabenträgern Zugeständnisse abgerungen werden, ist Weber überzeugt.

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